Zum 3. Adventswochenende kündigt sich der Schnee-Hammer für Deutschland an: Wetterexperten sprechen von den stärksten Schneefällen der vergangenen Jahre. Der Dezember sei zuletzt im Jahr 2010 so winterlich gewesen, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung auf wetter.net.

Grund dafür ist das Tief "Birgit", das derzeit durch Europa zieht. Bereits am Freitag (9. Dezember 2022) setzen die ersten Schneefälle ein, zunächst jedoch hauptsächlich in den Alpen, so Meteorologe Jan Schenk von The Weather Channel. In den deutschen Alpen sind bis zu 20 Zentimeter Neuschnee drin. Ab Sonntag breitet sich die Schneedecke dann in Richtung Franken und Sachsen aus. "Aber dieser Schneefall ist noch der Schwächere", sagt Schenk. Auch der fränkische Wetterexperte Stefan Ochs ("Wetterochs") rechnet mit eher schwachen Niederschlägen.

Tief "Birgit" bringt Schnee nach Deutschland: Meteorologen rechnen mit stärksten Schneefällen seit Jahren

In der Woche ab dem 12. Dezember wird es dann spannend: Kalte Polarluft zieht nach Deutschland und auf gleicher Höhe zieht das Schneetief in Richtung Osteuropa. "Die Wetterentwicklung nach Sonntag ist zwar noch nicht ganz sicher, aber wir wissen, dass es kalt bleibt und dass es weiter schneien wird", so Schenk. Denn die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie weit das Tief nach Deutschland kommt. 

Zieht Tief "Birgit" nach Polen, kommt aus dem Westen neuer Schneefall zu uns. In Hessen wären bis Mittwoch bis zu 13 Zentimeter Neuschnee möglich. Auch in weiten Teilen Deutschlands sei die Schneedecke geschlossen, sagt Schenk. Deutschland könnte im schlimmsten Fall aber auch in eine regelrechte "Schnee-Falle" geraten.

Laut Experten kommt es dazu, wenn das Tief eine "5B-artige Zugbahn" einschlägt. Das bedeutet, das Tief zieht vom Süden her direkt über Deutschland. Die milde und feuchte Mittelmeerluft, die das Tief mit sich bringt, trifft dann bei uns auf die kalte Polarluft - und es kommt zu starken Niederschlägen. Besonders der Südosten Deutschlands dürfe davon betroffen sein, sagt Dominik Jung voraus. Rund um den Bayerischen Wald wären "etliche Zentimeter Neuschnee" möglich. "Ohne Winterreifen wird dort kaum noch etwas gehen", so Jung.

Verkehrschaos wegen Schnee droht

Doch auch der Rest Bayerns, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Teile Hessens und Rheinland-Pfalz können etwas vom Schnee abbekommen. Die Meteorologen von The Weather Channel rechnen sogar in Hamburg, Hannover und Berlin mit bis zu zehn Zentimetern Schnee. "Wir müssen von den stärksten Schneefällen der vergangenen Jahre im Dezember ausgehen", sagt Jan Schenk. Ab dem Wochenende drohe damit außerdem ein "echtes Verkehrschaos". Das wird aber nicht nur in Deutschland so sein, auch die Niederlande, Belgien und England erwarten heftige Schneefälle. Die geringste Chance auf Schnee haben die Regionen entlang des Rheins, so Schenk. Dort sehe es eher nicht nach Schneematsch aus, die Temperaturen seien zu mild. 

Mit der "Schneebombe" stehen auch die Chancen auf weiße Weihnachten nicht schlecht. Jung sieht in den Berechnungen weiterhin Kälte und leichten Dauerfrost für die nächsten Tage. Ob sich das bis Weihnachten hält, sei allerdings noch unsicher, "aber nicht unmöglich", betont der Meteorologe. Die Ausgangslage für Schnee zum Weihnachtsfest sei so gut wie seit Jahren nicht mehr. Auch Schenk sagt: "Die Chancen auf weiße Weihnachten sind so hoch wie lange nicht." In den Mittelfristprognosen würde sich zwar eine Erholung des Jetstreams andeuten, was milderes Wetter bringen würde. Es sei jedoch noch nicht sicher, wie stark das ausfallen wird.

Jung gibt in seiner Prognose zudem zu Bedenken, dass zwar erstmal mildere Luftmassen um den 4. Advent (18. Dezember 2022) erwartet werden. Richtung Weihnachten sehe es aber schon wieder kälter aus. Für eine genauere Prognose müssen wir uns wohl oder übel noch gedulden. Ab der Woche des 12. Dezember sollte der Weihnachtstrend endlich deutlich erkennbar sein.