Kohärent seien die Regeln nicht, erklärte der bekannte Virologe Hendrik Streeck im Gespräch mit Stern TV -Moderator Dieter Könnes. Vielmehr sei das neue Infektionsschutzgesetz ein Kompromiss zwischen unterschiedlichen politischen Lagern.  Für viele Menschen sei dies nicht nachvollziehbar.

Dass in der Bahn weiter eine FFP2-Maskenpflicht gilt, während im Flugzeug keine Maske getragen werden muss, ließe sich immunologisch nicht begründen. Vielmehr gehe es auch um einen Kompromiss zwischen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP). Streecks Alternative: Mehr auf Eigenverantwortung setzen. 

Sorge vor Superspreader-Event: Ist die Wiesn vertretbar?

Das zeige sich laut Streeck auch jetzt bei der Wiesn. Das Münchner Oktoberfest werde natürlich zu einem Anstieg der Coronainfektionen führen, so der Bonner Virologe, der selbst die Wiesen besucht hatte. Doch die hohe Immunisierung in der Bevölkerung, durch Impfungen und Infektionen, werde die Zahl der schweren Verläufe gering halten. Und: "Wir können nicht den Rest unseres Lebens damit verbringen, in Sorge zu sein." Tatsächlich habe er aber auf der Wiesn bemerkt, dass viele Menschen noch unsicher seien, wie sie sich in der aktuellen Situation verhalten sollen. "Im Grunde hat es viele beruhigt, dass auch ein Virologe dahingeht."

Die Bundesregierung hatte zu letzte neue Corona-Maßnahmen beschlossen, die ab dem 1. Oktober gelten sollen. Neben der Maskenpflicht in Fernzügen und medizinischen Einrichtungen gibt es dabei vor allem auch eine ganze Zahl von Maßnahmen, die die Bundesländer je nach Infektionsgeschehen anpassen können. Dabei geht es unter anderem um eine Verschärfung der Maskenpflicht, Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen.

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