Wer am Montag den Fernseher einschaltete, kam an diesen Bildern nicht vorbei: Mehrere Sender berichteten live vom Begräbnis der verstorbenen Queen Elizabeth II. aus London. Dass bei den Öffentlich-Rechtlichen stundenlang ein fast identisches Programm lief, kann Finanzminister Christian Lindner nicht nachvollziehen – und stellt daher eine Forderung, die den Zuschauern finanziell zugutekommen soll.

Nachdem Lindner bereits angeregt hatte, die Gehälter des Spitzenpersonals beim öffentlich-rechtlichen-Rundfunk zu deckeln, legt er nun mit einer neuen Idee nach: Die Rundfunkgebühren sollten seiner Meinung nach eingefroren werden. Ausschlaggebend für diesen Vorschlag war nicht nur die Live-Übertragung der royalen Beisetzung, sondern auch die Tatsache, dass die Sender dafür jeweils Mitarbeiter nach Großbritannien geschickt hatten.

Nach Queen-Begräbnis: Lindner will Rundfunkgebühren einfrieren

"Dass ARD, ZDF und Phoenix live und parallel vom Begräbnis der Queen aus London senden und mit jeweils eigenem Personal in London sind, belegt anschaulich, dass es erhebliches Einsparpotenzial gibt", sagte der FDP-Politiker im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Und: "Die Gebührenerhöhungen auszusetzen, entlastet die Menschen in einer Zeit rapide steigender Preise."

Die Einsparmaßnahmen könnten den Sendern laut Lindner helfen, sich wieder auf ihren Kernauftrag zu fokussieren, ohne dass das Programm darunter leiden müsse. Die verstorbene britische Königin war am Montag (19. September 2022) unter großer medialer Berichterstattung beigesetzt worden. Etliche Adlige sowie Politiker und Prominente waren bei dem Jahrhundertereignis anwesend.

Einen ähnlichen Vorschlag bezüglich der Rundfunkgebühren hatte Markus Söder bereits Anfang September gemacht: Auch der bayerische Ministerpräsident plädiert dafür, die Beiträge aufgrund der hohen Inflation einzufrieren. Im Detail führte Söder die Idee aber nicht aus.

Christian Lindner hatte zwar in vorherigen Interviews auch betont, das Modell des Rundfunkbeitrags prinzipiell beibehalten zu wollen. Er brachte aber eine mögliche Finanzierung über Steuergelder ins Spiel. Dies hätte aber wiederum zur Folge, dass Medienhäuser bei ihrer Berichterstattung staatlich beeinflusst werden könnten.

Der Finanzminister selbst hatte Anfang Juli mit seiner teuren Hochzeit Diskussionen ausgelöst: Um den Personenschutz für seine zahlreichen prominenten Gäste und deren Anreise in Dienstwägen gewährleisten zu können, fielen enorme Kosten an. Diese wurden jedoch aus der Staatskasse beglichen.

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