• Obdachlosigkeit ist in vielen deutschen Großstädten ein Problem: Im Winter besteht Lebensgefahr
  • Volle Notunterkünfte, strenge Regeln und Gewalt vor Ort verstärken die Problematik
  • Stadt Siegen stellt zehn "Iglous" zur freien Verfügung

Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt verbunden mit einer häufig vorliegende Alkoholkrankheit machen Obdachlosigkeit im Winter nicht nur hart, sondern lebensgefährlich. Laut Statista sind im Winter 2020/2021 23 obdachlose Menschen in Deutschland auf der Straße erfroren. Die Stadt Siegen möchte mit "Iglous" den Betroffenen eine Alternative zu den oft überfüllten Unterkünften bieten: "Sie sind für Personen gedacht, die keinen Unterschlupf in einer Notschlafstelle während des Winters finden können oder wollen".

Obdachlosigkeit im Winter: Darum können wohnungslose Menschen häufig nicht in Notunterkünfte

Tatsächlich meiden einige obdachlose Menschen Notunterkünfte und schlafen auch im tiefsten Winter auf der Straße. Die Gründe können dabei sehr verschieden sein: Während viele das Angebot einfach nicht annehmen wollen, sorgen sich einige um ihre Gesundheit, ihren Schlaf und ihr Hab und Gut

Ein großes Problem stellt der Alkohol dar. Viele Betroffene sind alkoholkrank. In den Notunterkünften herrscht jedoch striktes Verbot von Drogen. Auch besitzen viele Obdachlose Tiere, die nur in den wenigsten Unterkünften geduldet werden. Und diese sind meist voll.

Für einige Menschen stellt ein Übernachten auf der Straße bei klirrender Kälte die vermeintlich bessere Alternative dar. Die Stadt Siegen schafft mit den "Iglous" einen Kompromiss, womit wohnungslose Menschen ohne Lebensgefahr auf eine solche Notunterkunft verzichten können.

Stadt Siegen schafft eine Alternative, die Leben retten kann

"Diese wasserdichten, vor allem warmen, kleinen, aus Polyethylen-Schaumstoff bestehenden schlauchartigen Räume bieten für Betroffene Schutz vor Unterkühlung und einen kleinen Rückzugsort zum Schlafen", sagt die Stadt zu den "Iglous". Siegen erwarb Anfang des Jahren zehn solcher Schutzräume. 

Betroffene Menschen können diese "Iglous" frei und solange wie benötigt nutzen. Die Sozialverwaltung hat gemeinsam mit weiteren Abteilungen der städtischen Fachstelle nach "geeigneten, nicht zentralen Plätzen Ausschau gehalten", wo diese kleinen kuppelförmigen Zelte stehen werden.