Die Pandemie war wohl für niemanden ein Zuckerschlecken. Fehlende Sozialkontakte, Lockdown, Ausgangsbeschränkungen und viele Debatten über den nächstbesten Schritt zur Pandemiebekämpfung. Doch nicht nur die Erwachsenen litten darunter - Kinder traf es besonders hart. Auch die Kleinsten von uns hatten weniger Kontakt zu anderen Menschen, konnten nicht zur Schule gehen und konnten nicht begreifen, was vor sich geht. Eine neue Umfrage bestätigt, dass sich vor allem der seelische Zustand von Deutschlands Kindern verschlechtert hat. 

Rund 35 Prozent der Mütter haben einer Umfrage zufolge während der Corona-Pandemie eine Verschlechterung der seelischen Gesundheit ihrer Kinder bemerkt. Das gaben sie bei einer Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK an. Bei Müttern mit geringem Haushaltseinkommen und Alleinerziehenden war der Anteil höher (51 und 44 Prozent). Der AOK-Bundesverband veröffentlichte die Ergebnisse am Donnerstag (28. Juli).

Studienleiter mit Fazit: sozial schwächere Familien litten mehr

Bei der körperlichen Gesundheit der Kinder beobachteten 16 Prozent eine Verschlechterung. Auch hier lag der Anteil bei Alleinerziehenden (25 Prozent) und Geringverdienern (29 Prozent) höher. "Wie ein roter Faden zieht sich durch fast alle Ergebnisse unserer Untersuchung, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien deutlich stärker durch die Pandemie belastet waren", sagte Studienleiter Klaus Zok laut einer Mitteilung.

In der Studie heißt es aber auch, die Mehrheit der Kinder scheine bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen zu sein. "So ist nach Einschätzung der Mütter die aktuelle körperliche Gesundheit bei rund vier Fünfteln, die seelische Gesundheit bei rund drei Fünftel der Kinder gut bis sehr gut." Es sei anzunehmen, dass die pandemiebedingten Gesundheitsverschlechterungen bei den meisten Kindern nicht schwerwiegend gewesen seien oder "zwischenzeitlich bereits wieder kompensiert werden konnten".

Für die Studie wurden im Februar und März dieses Jahres 3000 Mütter von drei- bis zwölfjährigen Kindern befragt.