Im hessischen Herbstein (Vogelsbergkreis) kam es am Samstag zur Beinahe-Katastrophe: Ein Vater fand seine zwei vierjährigen Kinder krampfend und ohnmächtig im Wohnzimmer, eins von beiden musste von den schnell angerückten Rettungskräften reanimiert werden. 

"Der Zustand der Kinder war sehr kritisch", erklärte Stadtbrandinspektor Bernhard Christen gegenüber Hit Radio FFH. Beide Kinder schwebten zeitweise in Lebensgefahr. Der Grund? Wahrscheinlich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Rettungskräfte stehen zunächst vor Rätsel

Dies ist insofern überraschend, als es in der Wohnung der fünfköpfigen Familie weder gebrannt noch sonst eine starke Rauchentwicklung gegeben hatte.  Nur einen "minimalen Anschlag" an Kohlenmonoxid habe man messen können, erklärte Christen, doch dieser habe wohl gereicht, die massiven Gesundheitsschäden bei den Vierjährigen auszulösen.

Bei der Suche nach der Ursache kamen die Feuerwehrleute auf einen kleinen Holzofen in der Küche. In dem alten Ofen war das Holz wohl nur unvollständig verbrannt - in Kombination mit den kleinen Räumen der Wohnung hatte sich so eine gefährliche Konzentration des giftigen Gases in der Luft gebildet. Eine Gefahr, die in diesem Jahr häufiger werden könnte.

Denn angesichts der hohen Gaspreise versuchen viele Menschen beim Heizen zu sparen. Dabei fällt der Blick häufiger auch auf ältere Holz- und Ölöfen, die teilweise seit längerer Zeit nicht in Benutzung waren. Doch genau hier liegt das Problem.

Erinnerung an Tragödie in Unterfranken

Denn das giftige Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung. Eine besondere Gefahr geht von defekten Geräten, Luftkanälen oder blockierten Schornsteinen sowie nicht ordnungsgemäß gewarteten Heizanlagen, Öfen, Gasthermen oder anderen Geräten aus. 

Bei einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ersticken Betroffene praktisch: Das Gas verbindet sich mit dem Hämoglobin im Blut, weswegen nicht mehr genügend Sauerstoff transportiert werden kann, wie es auf der Seite kohlenmonoxidmelder.com heißt. Die Symptome einer Vergiftung reichen von Kopfschmerzen und Schwindel über Verwirrung und einem stark beschleunigten Puls bis hin zu Bewusstlosigkeit, Herz- und Atemstillstand und schließlich dem Tod. 

Wie tragische eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ausgehen kann, hat ein Fall im unterfränkischen Arnstein vor fast sechs Jahren gezeigt: Damals starben in einer Gartenlaube sechs Jugendliche zwischen 18 und 19 Jahren. Trotz solcher Unfälle wird die Gefahr noch oft unterschätzt, wie auch ein Fall in Bayern vor wenigen Wochen zeigt. Zumindest teilweise absichern kann man sich durch einen Kohlenmonoxid-Melder. Bei Amazon gibt die kleinen Geräte, die klassischen Rauchmeldern ähneln, für Preise zwischen 20 und 60 Euro*.

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