Deutschland
Autofahrer

Geisterfahrer: Was sind die häufigsten Gründe - und wie oft passieren Unfälle?

Ein Geisterfahrer, der frontal auf das eigene Auto zu rast: Das ist der Albtraum für jeden Autofahrer auf der Autobahn. Wie es dazu kommt, wie man sich in so einer Situation richtig verhält und wie viele Unfälle es jährlich gibt, erklären wir hier. Außerdem: Diese Strafen drohen.
Kommt einem auf der Autobahn ein Geisterfahrer frontal entgegen, lässt sich ein Unfall oft nicht mehr vermeiden.
Kommt einem auf der Autobahn ein Geisterfahrer frontal entgegen, lässt sich ein Unfall oft nicht mehr vermeiden. Foto: ulleo/Pixabay
  • Geisterfahrer Anzahl und Unfälle: Etwa 2000 Geisterfahrer jährlich
  • Strafen: Hohe Bußgelder für Geisterfahrer
  • Wie kann es zu einer Geisterfahrt kommen?
  • Geisterfahren: Eine nicht unerhebliche Straftat

Geisterfahrer: Welche Horrorvorstellung ist es, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug auf der Autobahn auf einen zu rast. Geisterfahrten passieren nicht selten bei uns in Deutschland - laut ADAC sogar rund 2000-mal jährlich. Wie kommt es dazu? Wie sollte man sich verhalten, wenn man selbst zum Geisterfahrer wird? Die meisten Geisterfahrten passieren unabsichtlich. Es gibt jedoch auch Autofahrer, die sich bewusst für die falsche Richtung auf der Autobahn entscheiden - etwa Selbstmörder oder Menschen, die andere absichtlich gefährden wollen oder Mutproben durchführen. Auch verpasste Ausfahrten lassen Autofahrer zu Geisterfahrern werden. "Geisterfahren" kann teuer werden: Eine Falschfahrt mit Unfallfolge wird beispielsweise laut Bußgeldkatalog mit einer Strafe in Höhe von 290 Euro, einem Eintrag mit zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot geahndet.

Geisterfahrer Anzahl und Unfälle: Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem begegne?

Seit dem Jahr 2011 findet man an Autobahnauffahrten in Bayern 140 kaum übersehbare gelbe Warnschilder mit dem Zeichen einer stoppenden Hand und der Aufschrift "Stopp falsch". Die Warnschilder sollen das Falschfahren verhindern. Es gibt vielfältige Gründe, die Autofahrer zu Geisterfahrern werden lassen. Meistens geschieht es unabsichtlich und durch Überforderung. Beispielsweise können schlecht ausgeschilderte Straßen ein falsches Auffahren auf die Autobahn mit verursachen. Dunkelheit, Schnee, Regen oder Hagel können schuldig sein an einer sehr schlechten Sicht, sodass Schilder nicht richtig gelesen werden können und der Fahrer deshalb falsch auffährt. Auch Wendemanöver können Schuld am Auffahren in die falsche Fahrtrichtung sein.

Gibt das Radio eine Geisterfahrerwarnung durch, sollten bestimmte Sicherheitsregeln eingehalten werden:

  • Keine Überholmanöver
  • Gemäßigte Geschwindigkeit
  • Keinesfalls Anhalten
  • Sicherheitsabstand zum Vordermann
  • Im Notfall den Standstreifen befahren
  • Die Autobahn bei der nächsten Gelegenheit verlassen durch einen Parkplatz oder eine Ausfahrt
  • Das Radio für weitere Meldungen eingeschaltet lassen
  • Sofort Polizei anrufen, wenn der Geisterfahrer gesichtet wird

Wird man aus Versehen selbst zum Geisterfahrer, sollte man wie folgt handeln:

  • Fahrzeuglichter und Warnblinker einschalten
  • Nicht wenden
  • 110 Anrufen und die Anweisungen befolgen
  • Am Standstreifen, dicht an der Leitplanke, anhalten
  • Aussteigen, mit Warnweste hinter der Leitplanke warten

Geisterfahrer Unfälle: Immer wieder kommt es zu tödlichen Zusammenstößen

Die meisten Geisterfahrer sind übrigens an den Wochenenden unterwegs - und männlich. Männer sind für zwei Drittel aller Geisterfahrten verantwortlich.

"Wegen Falschfahrens gab es 2019 laut der amtlichen Statistik 61 Unfälle. Neun Kollisionen verliefen tödlich, elf Menschen kamen dabei ums Leben", so der ADAC auf seiner Webseite.