Deutschland
Spiele-Rezension

Spiele-Test "Würfelwelten": 11 Spiele in einem - das taugt die Minigame-Kollektion in einer Box

Die Würfelwelten sind während der Corona-Pandemie als Videokonferenz-Projekt entstanden, jetzt können die Mini-Games mit Würfelwurf und Knobelei auch im Brettspiel-Format gelöst zu werden. Wir wollten wissen, wie gut die Umsetzung geklappt hat, und haben uns das Würfelspiel genauer angesehen.
Spiele-Rezension Würfelwelten
Pluspunkt bei Würfelwelten: die extragroßen Würfel und das wertige Material. Foto: Stefan Lutter/inFranken.de
+3 Bilder
  • Würfelwelten: Rezension des Würfelspiels von Feuerland
  • Ursprünglich für Videokonferenzen entwickelt: So spielt sich die analoge Version des Roll & Write-Spiels
  • Blick auf die Solovariante
  • Infos, Bewertung und Fazit

Würfeln, ankreuzen, Welten erobern und Sterne sammeln: Würfelwelten basiert auf elf Spielen des US-Verlags Stonemaier Games, jede Aufgabenkarte bezieht sich auf jeweils eines der Spiele. Mehr als die Hälfte davon ist auf Deutsch im ambitionierten Feuerland Verlag erschienen, darunter Perlen wie Scythe*, Viticulture*, Charterstone* und Tapestry*. Erfunden wurde es während der Pandemie als Spiel, das sich für Videokonferenzen eignet. Wir haben getestet, wie viel Spaß das Roll & Write-Spiel in einer "analogen" Spielrunde bringt.

Wie spielt sich Würfelwelten?

Das Ziel des Spiels ist, sich möglichst viele Sterne zu erwürfeln. Doch das ist gar nicht so einfach, denn es gibt elf unterschiedliche Welten (repräsentiert durch Aufgabenkarten), von denen pro Runde alle Spieler immer die Aufgaben von drei gleichen Karten erfüllen müssen. Dabei ist jede Welt sozusagen ein eigenes kleines Spiel. Auf jeder Weltenkarte steht eine kurze Erklärung, die ausführliche Erläuterung findet sich im Anleitungsheft.

Alle Mitspielenden schreiben ihre Ergebnisse direkt auf die Karten. Hervorragend, dass diese abwischbar sind und sowohl die notwendigen Stifte als auch kleine Wischtücher im Spiel enthalten sind.

Wirft ein/e Spieler*in die zwei Würfel, gilt das Ergebnis für alle in der Runde. Dadurch gibt es keine Leerlaufzeit, und alle sind immer dabei. In den Welten kann man sich auch Rohstoffe erarbeiten, die man benötigt, um Würfelergebnisse zu verändern oder einen zusätzlichen Würfelwert zu nutzen.
Insgesamt werden drei Runden mit je drei verschiedenen Welten gespielt.

So gut ist die Solovariante - und die Ursprungsversion

Die Singleplayer-Version von Würfelwelten steht unter dem Motto Minigolf. Hier geht es darum, 18 Runden erfolgreich abzuschließen. Für die Erledigung einer Bahn stehen vier Versuche zur Verfügung. Je weniger Versuche für alle 18 Bahnen nötig sind, umso besser.

Wir haben die Soloversion auch zu zweit kooperativ gespielt, das hat uns ebenfalls großen Spaß gemacht. Der Würfelwelten-Solomodus ist auf jeden Fall eine gut durchdachte, abendfüllende und herausfordernde Alternative zum Multiplayer-Spiel und dauert leicht zwei bis drei Stunden.

Laut Feuerland-Verlag ist das Material in der Spielschachtel für sechs Personen ausgelegt, das Spiel kann aber auch in seiner Remote-Ursprungsversion gespielt werden - und hat dann sogar keine Limitierung bei der Teilnehmerzahl: Per Videokonferenz können theoretisch beliebig viele Menschen gleichzeitig die Aufgaben der Würfelwelten erfüllen, weil immer nur eine Person würfeln muss und dieser Wurf für alle gilt.

Infos und Fazit

Würfelwelten ist ein recht komplexes Spiel. Im Gegensatz zu anderen Würfelspielen, die meist sehr glückslastig sind, ist das 11-in-1-Spiel sehr gut für Taktiker geeignet. Es bietet viel Abwechslung, da die Welten immer in unterschiedlichen Kombinationen ausliegen. Einen Bonuspunkt vergeben wir für ein Detail, das viele andere Hersteller außer Acht lassen: die Größe der Würfel. Endlich denkt einmal jemand mit und legt Würfel bei, deren Werte auch aus größerer Entfernung ablesbar sind - was ja für ein Gesellschaftsspiel, das auch für größere Runden geeignet sein soll, nicht ganz unerheblich ist.

Das erstmalige Eintauchen in die Würfelwelten fällt relativ schwer, es dauernd eine Weile sich zurechtzufinden. Die Aufgaben erschließen sich aber im Laufe des Spiels und nach mehreren Testrunden sind wir begeistert von der Umsetzung einer Videochat-Beschäftigung in ein haptische Produkt. Würfelwelten kommt künftig immer dann auf den Tisch, wenn wir Lust auf ein Roll & Write-Spiel der anspruchsvolleren Sorte haben, das aber trotzdem keine epische Spieldauer benötigt.

  • Infos zu Würfelwelten im Überblick:
    • Spieleranzahl: 1 bis 6 (als Videokonferenz theoretisch unbegrenzt)
    • Altersempfehlung: ab 12 (Verlagsangabe: ab 14)
    • Dauer: 30 Minuten
    • Verlag: Feuerland
    • Autor: Jamey Stegmaier
  • Pro:
    • abwechslungsreiche Runden
    • gutes Spielmaterial
    • (für ein Würfelspiel) niedriger Glücksfaktor
    • gut durchdachte Solovariante
    • im Internet spielbar
  • Contra:
    • sperriger Einstieg
    • keine Interaktion
  • Redaktionswertung: 8 von 10 Punkten

Fazit: Aus 11 mach 1 – uns gefällt die Idee, mehrere größere Spiele auf das Wesentliche zu reduzieren und daraus eine eigene Spielwelt zu machen. Wer auf der Suche nach einem schnellen, aber trotzdem anspruchsvollen Würfelspiel ist, sollte in die Würfelwelten eintauchen. 

Angebot ausverkauft? Jetzt bei idealo.de den besten Preis für Gesellschaftsspiele finden

Mehr zum Thema:

Transparenzhinweis: Für das Testen des Spiels hat uns der Verlag ein Rezensionsexemplar ohne weitere Auflagen zur Verfügung gestellt.

 Artikel enthält Affiliate Links