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Christi Himmelfahrt: Was steckt hinter dem Feiertag - und warum feiern wir ihn als "Vatertag"?

Am Donnerstag, dem 26. Mai 2022, ist Christi Himmelfahrt - für viele auch hauptsächlich als Vatertag bekannt. Aber worum geht es bei dem Feiertag überhaupt - und was haben die Väter damit zu tun?
Bollerwagentour am Vatertag
An Christi Himmelfahrt - oder Vatertag - ziehen vor allem Männer traditionell mit dem Bollerwagen um die Häuser. Was steckt hinter dem Brauch? Foto: Symbolbild: RitaE/Pixabay
  • Christi Himmelfahrt: Dieses Jahr ist der Feiertag am Donnerstag, 26. Mai 2022
  • Was genau steckt hinter dem christlichen Feiertag?
  • Vatertag oder Herrentag: Warum gibt es an Christi Himmelfahrt die Bollerwagen-Tradition?
  • Alles, was du rund um den Feiertag wissen solltest

Mit dem Bollerwagen und Bier über die Dörfer wandern und mit den Kumpels eine gute Zeit haben: Für viele Menschen ist das am Vatertag eine wichtige Tradition. Allerdings geht dieser freie Tag auf die religiöse Tradition von Christi Himmelfahrt zurück. Aber was feiern wir an diesem Tag eigentlich?

Was bedeutet Christi Himmelfahrt? 

Der Feiertag bezieht sich auf eine Episode in der Apostelgeschichte nach Lukas, nach der Jesus Christus am 40. Tag nach seiner Auferstehung am Ostersonntag bei seinen Jüngern weilte und dann in den Himmel zu Gott auffuhr. Allerdings setzte sich Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest erst um 370 durch - also fast 400 Jahre nach dem biblischen Ereignis. 

Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag des Osterfestkreises gefeiert, das heißt 39 Tage nach dem Ostersonntag. Der Feiertag fällt immer auf einen Donnerstag, kann aber von Jahr zu Jahr unterschiedlich zwischen dem 30. April und dem 3. Juni stattfinden. Dieses Jahr feiern wir ihn am 26. Mai 2022.

In Deutschland ist Christie Himmelfahrt erst seit 1936 ein gesetzlicher Feiertag und wird seither in allen 16 Bundesländern begangen.

Warum wird auch Vatertag gefeiert?

Das Umerziehen von Väter- oder Männergruppen in der freien Natur lässt sich auf die christlichen Bräuche von Christi Himmelfahrt zurückführen. Seit dem Mittelalter war es üblich, an diesem Tag sogenannte Flurgänge oder Flurritte zu unternehmen. Diese sollten wiederum eine Nachahmung der Apostelprozession sein, die im Matthäusevangelium beschrieben wird. Generell war es üblich an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt jeweils Bittprozessionen durchzuführen. 

Die Vorläuferform des heutigen "Männertages" oder "Vatertags" in Deutschland entstand erst im 19. Jahrhundert, als an Christi Himmelfahrt sogenannte "Schinken-" oder "Herrenpartien" angeboten wurden. Vermutlich in Anlehnung an die Tradition der Flurumgänge im Mittelalter. Da auf diesen Ausflügen massiv Alkohol floss, etablierten sie sich schnell als Freizeitangebot nur für Männer. So war der "Männertag" geboren. 

Die Bezeichnung Vatertag als Pedant zum Muttertag entstand 1910 in den USA und setzte erst 1931 in Deutschland durch: An Christi Himmelfahrt stieg Jesus zu seinem Vater in den Himmel auf. Hier hat der eigentliche Vatertag seinen Ursprung, denn damit wird die Rückkehr eines Sohnes zu seinem Vater gefeiert. 

Die Bollerwagen-Tour als Tradition

In Anlehnung an die Prozessionen und den Herrenpartien ist es heute auch Brauch, mit den Freunden und einem mit kühlem Bier gefüllten Bollerwagen loszuziehen. Der Wagen ist dabei wahlweise mit Flieder oder Birkenzweigen geschmückt. 

Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Bild des Vatertags aber auch geändert. Viele Väter nutzen den freien Tag für einen Familienausflug oder verbringen anderweitig Zeit mit ihren Freunden. Einige Männer feiern diesen Tag auch gar nicht, was vielleicht auch besser ist, denn laut bundesweiter Statistik, ist Christi Himmelfahrt, der Tag im Jahr, an dem die meisten Unfälle passieren.  

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