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Brauchtum

Hochzeitstauben: Welche Qual wirklich hinter dem Brauch steckt

Weiße Tauben bei einer Hochzeitszeremonie in den Himmel fliegen zu lassen, ist für viele Brautpaare ein Muss bei ihrer Hochzeit. Doch welche Qual der Brauch tatsächlich für die Tauben bedeutet, wissen die wenigsten.
Um den Bund der Ehe zu besiegeln, lassen viele Brautpaare Hochzeitstauben in den Himmel auffliegen.
Um den Bund der Ehe zu besiegeln, lassen viele Brautpaare Hochzeitstauben in den Himmel auffliegen. Foto: VladBitte/Pixabay
  • Tauben sind Symbol für Reinheit, Treue und Frieden
  • Brauch bedeutet Stress und Lebensgefahr für die Tauben
  • Kleine Boxen bereiten den Tauben großen Stress
  • Terminstress macht Hochzeitstauben zu schaffen

Eine Hochzeit ist ein Tag voller Liebe, Glück und Frieden. Oft ist es für die Brautpaare der absolute Höhepunkt, gemeinsam Hochzeitstauben in den Himmel auffliegen zu lassen. Leider wissen die wenigsten Brautpaare, was wirklich hinter dem Brauch steckt, der Reinheit, Liebe, Treue und Frieden symbolisieren soll. Für die sogenannten Hochzeitstauben ist der Brauch eine Qual, der für sie nicht selten tödlich endet. Während der Hochzeitsaison in den Sommermonaten werden immer wieder weiße Tauben gefunden, die vor Erschöpfung, Hunger, im Straßenverkehr oder durch die Bejagung eines Raubvogels gestorben sind. Durch die ständige Selektion der Hochzeitstauben, um sie ständig für die Vermarktung auf Hochzeiten zu optimieren, entwickeln sich wichtige Orientierungssinne, wie beispielsweise der Magnetsinn, bei den Tieren rückläufig. Aber nicht nur das wird den Tauben bei dem "romantischen Brauch" zum Verhängnis.

Großes Glück für Hochzeitspaare - großes Leid für Tauben

Lässt man während einer Hochzeitsfeier weiße Hochzeitstauben fliegen, ist es für die Gäste und das Brautpaar unglaublich romantisch. Die wenigsten Teilnehmer an dem Spektakel wissen jedoch, wie lange die Tiere bereits in den recht kleinen Boxen sitzen. Oft über einen langen Zeitraum und das nicht selten bei großer Hitze während der Sommermonate.

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Die Tauben fliegen zunächst nach dem Freilassen auf, wobei das "in der Hand halten" für die Tiere zusätzlichen nicht zu unterschätzenden Stress bedeutet. Die Taube will nur eines: Zurück in ihren Heimatschlag und zu ihrem Partnervogel. Tauben sind monogame Tiere und bleiben in der Regel ein Leben lang zusammen. Meistens sitzt die Täubin auf den Eiern und der Tauberich wird für den Flug auf der Hochzeit vom Heimatschlag entfernt. Die brütende Täubin soll ein zusätzlicher Ansporn für den treuen Tauberich sein, schnellstmöglich nach Hause zu fliegen. Tauben sind sehr standorttreu und verlassen ihren Heimatschlag in der Regel nur zum Fressen.

Dieses Verhalten wird für die Vermarktung des Hochzeitsbrauches sowie bei Brieftauben ausgenutzt, und anstatt als Heimweh mit der "Liebe zum Züchter" erklärt. Hochzeitstauben müssen also von einem völlig fremden Ort ihren Heimatschlag finden. Das bedeutet neben vielen Gefahren, Hunger und Auszehrung nicht selten den Tod für die Tiere. Sind sie endlich zu Hause, kann es passieren, dass sie kurz darauf bereits zur nächsten Hochzeitsfeier geschleppt werden. Die Vermarktung von Hochzeitstauben ist ein Geschäftsmodell, bei dem das Wohl der Tiere oft im Hintergrund steht.

 

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