Deutschland
Silvester-Traditionen

Skurrile Silvesterbräuche: Explodierende Puppen, rote Schlüpfer & Co. - so absurd wird weltweit gefeiert

Das Jahr 2021 ist bald vorbei und das muss gebührend gefeiert werden. Vielerorts gibt es Bräuche am Silvesterabend mit langer Traditionen. Wir stellen dir die verrücktesten vor.
Rote Unterwäsche Silvester
Verbreiteter Brauch in Brasilien, Italien und Spanien: Wer in der Neujahrsnacht rote Unterwäsche trägt, hat Glück in der Liebe. Foto: Dainis Graveris/unsplash.com
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  • Verrückte Silvester- und Neujahrs-Traditionen in anderen Ländern
  • Weintrauben und rote Schlüpfer - so wird das neue Jahr in anderen Kulturen begrüßt 
  • Wo es zu Silvester Papierschnipsel und Sperrmüll aus Fenstern schneit

2021 ist bald vorbei: Die letzten zwölf Monate sind mal wieder wie im Flug vergangen. Wie jedes Jahr lädt nun der Silvesterabend dazu ein, das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen und den Jahresabschied und -anfang gleichermaßen zu feiern. Wie das außerhalb Deutschlands, in anderen Teilen Europas und der Welt zelebriert wird, das erfahrt ihr im Folgenden, denn wir haben verschiedene und teilweise sehr skurrile Silvester- und Neujahrs-Bräuche zusammengestellt. 

Böller zu Silvester: Bald ein Brauch vergangener Zeiten?

Noch vor einigen Jahren war es üblich, an Mitternacht Raketen und Böller zu zünden und das neue Jahr lautstark und in leuchtenden Farben zu begrüßen. Viele Städte und Gemeinden haben ihr eigenes Feuerwerk ausgerichtet und auch private Böller-Partys waren gang und gäbe. Auch Bleigießen ist eine besonders alte Tradition, die jedes Jahr am 31. Dezember in deutschen Haushalten durchgeführt wurde. Dabei sollte die Form der Bleifigur aussagen, was die Person, die gegossen hat, vom kommenden Jahr erwarten kann.

Aber in einer Gesellschaft, in der sowohl Gesundheits- als auch Umweltbewusstsein glücklicherweise zunehmen, rücken diese Silvester-Traditionen immer weiter in den Hintergrund. So dürfen pyrotechnische Produkte größtenteils nicht mehr verkauft werden und auch Sets zum Bleigießen sind im Einzelhandel aus gesundheitsgefährdenden Gründen nicht mehr erhältlich

Dass diese Silvester-Traditionen aussterben, muss nicht bedauert werden. So bringen Wandel und Veränderung schließlich immer die Möglichkeit, mit der Zeit zu gehen und neue Bräuche zu etablieren. In anderen Teilen der Welt sind Silvester-Traditionen noch stark verankert. Wir zeigen dir einige besonders verrückte Bräuche auf dem ganzen Globus.

Das sind Silvester-Bräuche in Europa, die kaum jemand in Deutschland kennt 

Vielseitig wie unser Kontinent ist, gibt es auch hier die verschiedensten Silvester-Traditionen. Besonders ausgefallen ist das spanische Ritual, um Mitternacht zwölf Trauben zu essen. Zu jedem Glockenschlag muss sich eine Traube einverleibt werden. Wer alle zwölf schafft und sich nicht verzählt, der darf sich etwas wünschen. 

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Dass vor allem die Kulinarik in Schottland gewöhnungsbedürftig ist, beweisen die Schotten auch mit ihrer Neujahrsabend-Tradition. So trinken die Schotten dabei "Hot Pint", eine Mischung aus Bier, Whisky und Eigelb. Der beliebte Silvester-Klassiker "Auld Lang Syne" tönt dabei aus allen Lokalen.  

Ähnlich wie für den Heiligen Abend gibt es in Tschechien auch für den Silvesterabend eine besonders skurrile Tradition. Dabei wird ein Apfel quer halbiert und nachgesehen, in  welcher Form die Kerne angeordnet sind. Bei einer sternförmigen Verteilung ist das kommende Jahr mit Glück gesegnet. Bei einer kreuzförmigen Anordnung gibt es leider Pech. 

In Griechenland wandert traditionell eine Münze vor dem Backen in den Brotteig. Derjenige, der die Münze in seiner Brotscheibe findet, ist im neuen Jahr mit Glück und Reichtum gesegnet.

Traditionen am letzten Tag des Jahres: So feiert Afrika Silvester

In Südafrika steigt zur Begrüßung des neuen Jahres eine riesige Party, deren Höhepunkt eine Art "Faschings-Umzug" durch Kapstadt darstellt. Der Umzug findet traditionsgemäß am 2. Januar statt und bringt die Menschen zum Feiern des Starts eines neuen Jahres zusammen. 

Im Johannesburger Stadtteil Hillbrow scheint an Silvester außerdem die Ausmist-Lust besonders groß zu sein. Hier entsorgen einige Bewohner nämlich in der Neujahrsnacht ihren Sperrmüll - durch das Fenster. Wer unten vorbeigeht, der muss sich also vor fliegenden Gegenständen in Acht nehmen. 

Ordentlich laut wird es zum Neujahresbeginn im Osten des großen Kontinents - in Uganda. Besonders in den zehn Minuten vor Mitternacht gehen die Menschen hier auf die Straße und läuten das neue Jahr mit viel Krach und Lärm ein. Als Instrumente dienen dabei neben klassischen Trommeln auch die verschiedensten Alltagsgegenstände wie Töpfe, Pfeifen oder Pfannen. 

"Väterchen Frost" statt Christkind: Russen verbrennen ihre Neujahrswünsche 

Eine Bescherung, die bei uns an Weihnachten stattfindet, gibt es in Russland erst zu Silvester. Die traditionelle Figur "Väterchen Frost" ersetzt hier zudem das Christkind. Ihre Neujahreswünsche schreiben die Russen am 31. Dezember auf kleine Zettel, die sie anschließend verbrennen. Mit der entstandenen Asche wird dann ein Glas Champagner verfeinert, das bis Mitternacht ausgetrunken wird. So werden die Wünsche im wahrsten Sinne des Wortes verinnerlicht. 

Das chinesische Neujahrsfest ist so besonders, dass es jedes Jahr auch zahlreiche Touristen ins Reich der Mitte lockt. Die Chinesen feiern den Beginn des neuen Jahres erst zum zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, also zwischen dem 21. Januar und dem 20. Februar. Dafür ist die Party mit Feuerwerk, Laternen und Böllern dann umso größer. Einer skurrilen Tradition folgend werfen unverheiratete Frauen an Silvester Mandarinen ins Meer, welche dann zukünftige Ehemänner anlocken sollen. 

Auch in Thailand ist das Datum für das Neujahrsfest ein anderes als bei uns. Die Party zu Silvester artet hier außerdem üblicherweise in einer riesigen Wasserschlacht aus. Mit Wasserbomben, Wasserpistolen und anderen Spielzeugen liefern sich die Menschen hier eine wahre Straßenschlacht mit Wasser, die im Party-Trubel für eine wohltuende Abkühlung sorgt. 

Silvester und Neujahr in Nordamerika: Die verrücktesten Bräuche aus Übersee

Wer in Kanada die Silvesternacht verbringen möchte, braucht eine gute gesundheitliche Konstitution: Hier ist es üblich, sich nackt kopfüber ins kalte Wasser zu stürzen. Das Neujahrsschwimmen soll abhärten und Gesundheit für das neue Jahr bringen.

Im Süden der USA kommen zu Silvester Linsen oder Linsensuppe auf den Tisch. Das soll Geldsegen und Glück in den kommenden Monaten bringen. In anderen Landesteilen, wie beispielsweise in Pennsylvania, wo sich viele Deutsche angesiedelt haben, gibt es meist Sauerkraut. Ein anderer Brauch heißt "Nothing goes out". Hier gilt die Regel, dass an Silvester niemand das Haus verlassen darf - nicht einmal, um den Müll rauszubringen oder den Briefkasten zu leeren. Wer sich nicht daran hält, wird dem Aberglauben nach im kommenden Jahr vom Pech verfolgt. Konträr dazu findet die größte Silvesterparty der Welt auf dem Time Square in New York statt. Zu ihr gehört auch der"Ball Drop", bei dem sich eine Kugel während des 60-Sekunden-Countdown bis Mitternacht eine 23 Meter hohe Stange herabsenkt. Am Time Square gibt es zudem eine "Wishing Wall": Hier werden Post-its mit Neujahrswünschen angeheftet. 

In der San Francisco Bay stürzen sich für das traditionelle Alcatraz-Schwimmen am Neujahrstag Schwimmer in den rund zehn Grad kalten Pazifik. Am 1. Januar, wenn die Gezeiten günstig sind, starten sie von der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz und nehmen Kurs auf San Francisco. Die Schnellsten legen die gut zwei Kilometer lange Strecke in einer halben Stunde zurück.

Explodierende Puppen, rote Schlüpfer: Skurrile Silvester-Sitten in Lateinamerika

In Ecuador ist es üblich, am Silvesterabend Puppen zu basteln, in welche dann Feuerwerkskörper gesteckt werden. Dann werden die Puppen, die zum Beispiel das "Böse" in Form von Hexen symbolisieren sollen, aber auch ganz bestimmte Personen, wie zum Beispiel Politiker*innen darstellen können, in die Luft gejagt. 

Dieser Brauch aus Brasilien ist tatsächlich auch üblich in einigen europäischen Ländern, wie Italien oder Spanien: Im größten Land Südamerikas hat die Farbe der Unterwäsche, die in der Neujahrsnacht getragen wird, eine besondere Bedeutung. Wer sich zum Beispiel für rote Unterwäsche entscheidet, dem soll das kommende Jahr Glück in der Liebe bescheren. 

In Argentinien trennen sich die Leute wortwörtlich vom Ballast des vergangenen Jahres. Überflüssige Dokumente werden hier in Papierschnipsel gerissen und geschreddert. Dadurch, dass die Argentinier*innen die Schnipsel anschließend aus dem Fenster rieseln lassen, sorgen sie so für ihren eigenen Schnee - Winter auf der Südhalbkugel. 

In Deutschland warten zum Jahreswechsel wieder jede Menge Neuerungen auf uns - das sind die Änderungen im Alltag 2022.

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