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Ernährung

Forscher des RKI warnen: Diese Feiertagsklassiker können an Weihnachten und Silvester gefährlich werden

In vielen Haushalten werden an Weihnachten und Silvester kulinarische Besonderheiten aufgetischt: Vor allem Fondue und Raclette gehören in Deutschland zu den Feiertagsklassikern. Doch bei bestimmten Gerichten ist Vorsicht geboten.
Fondue und Raclette: Beliebte Feiertags-Essen können krank machen
Beliebte Feiertags-Essen wie Fondue und Raclette können krank machen, weil Bakterien von Fleisch auf andere Lebensmittel übertragen werden können. Foto: congerdesign/pixabay.com (Symbolbild)
  • Klassische Gerichte zu Weihnachten und Silvester: Diese Gefahren können in Raclette und Fondue lauern
  • Forscher des RKI warnen: Bestimmte Gerichte erhöhen Risiko für Durchfall
  • Kontakt mit rohem Fleisch: Hygienetipps beim Kochen beachten
  • Blei im Wildfleisch kann Organe und Nerven schädigen

Vor Weihnachten und Silvester weisen Fachleute auf unappetitliche Gefahren durch beliebte Festtagsgerichte hin: So gebe es beispielsweise einen Zusammenhang zwischen einer ansteckenden Durchfallerkrankung und Fleischfondue sowie Raclette, warnen Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) im Fachmagazin "Scientific Reports". Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht außerdem eine Gefahr durch Blei in Wildfleisch für bestimmte Personengruppen. Bei diesen Gerichten solltet ihr also an den Feiertagen besonders vorsichtig sein:

Raclette und Fondue lösen häufiger gesundheitliche Beschwerden aus

Ein Forscherteam um Bettina Rosner vom RKI wollte anhand einer Befragung wissen, ob in einer Gruppe von Patienten, bei denen kurz nach den Feiertagen eine Campylobacter-Enteritis - eine Durchfallerkrankung - aufgetreten war, überdurchschnittlich viel Fondue oder Raclette gegessen wurde. Der Vergleich mit einer Kontrollgruppe zeigte demnach, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Gerichten und dem Auftreten der Enteritis gibt. Besonders deutlich war der Effekt bei Hühnchen. In der Gruppe der Personen, die nach den Feiertagen erkrankt waren, war der Anteil derjenigen, die Fondue oder Raclette mit Hühnerfleisch gegessen hatten, mehr als doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe.

"Rohes Hühnerfleisch ist häufig mit Campylobacter-Bakterien verunreinigt", erklärt das RKI. Vor allem bei Fleischfondue, aber auch bei Raclette, werde rohes Fleisch auch mit bloßen Fingern angefasst. Dadurch steige die Gefahr, dass Keime vom Fleisch auf die Hände, andere Lebensmittel und Utensilien gelangen und auf diesem Weg zu Infektionen beim Menschen führen können. Zum eigenen Schutz sollte man sich nach Kontakt mit rohem Fleisch gründlich die Händen waschen und Küchenutensilien sowie Zubereitungsflächen reinigen. Zudem sollten rohes Fleisch und Lebensmittel, die ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden, konsequent getrennt werden. Die Campylobacter-Enteritis ist laut RKI mit 60.000 bis 70.000 übermittelten Fällen pro Jahr die häufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland.

Neben Fondue und Raclette schwören manche Familien an den Feiertagen auf Wildgerichte. Doch durch die Verwendung bleihaltiger Munition bei der Jagd kann Wildfleisch Blei enthalten, wie das BVL betont. Bei Analysen von 75 Wildwurst-Waren sei in 72 Prozent der Fälle Blei nachgewiesen worden, schreibt das BVL. Einen Grenzwert für Blei in Wildfleisch gebe es bislang nicht. "Insgesamt wurden sieben Proben beanstandet, sechs davon wurden als ,nicht zum Verzehr geeignet' und eine Probe sogar als gesundheitsschädlich eingestuft", schreibt das BVL. Je höher der Wildfleischanteil gewesen sei, desto höher sei generell auch der nachgewiesene Bleigehalt. Erzeugnisse mit Wildschwein seien tendenziell stärker belastet als Wurstwaren von Reh und Hirsch.

Gerichte mit Wild: Bestimmte Risikogruppen sollten darauf verzichten

"Blei ist schon in geringen Mengen schädlich», sagte Jan Backmann, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper die Blutbildung, innere Organe wie die Nieren sowie das zentrale Nervensystem schädigen und sich in den Knochen ablagern. "Risikogruppen wie Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher kein Wild essen, das mit Bleimunition erlegt wurde", sagte Backmann.

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Aus welchen Ländern das Fleisch in den untersuchten Wurstwaren stammte, ist dem BVL nicht bekannt. "In Deutschland gehört bleifreie Büchsenmunition für die Jagd auf Hirsch, Reh und Wildschwein mittlerweile zum Standard", teilte Torsten Reinwald, Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV), mit. Immer mehr Jäger nutzten Geschosse aus Kupferlegierungen und andere Alternativen. Der DJV rät dazu, Wildbret beim Metzger, Jäger oder Förster vor Ort zu kaufen. Dort könne erfragt werden, mit welcher Munition das Tier erlegt wurde.

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