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Weihnachtszeit

Warum feiern wir den Nikolaustag? Diese Bedeutung steckt hinter dem christlichen Brauch

Am 6. Dezember ist es wieder so weit: Der Nikolaus kommt. Doch warum feiern wir den Heiligen und zählt der Nikolaustag überhaupt als Feiertag? Von der Geschichte des Nikolaus bis zum bekannten Brauch, die Schuhe rauszustellen - wir erklären alles Wichtige zum Nikolaustag.
Nikolaus 2021: Geschichte und Brauchtum - das müsst ihr über den 6. Dezember wissen
02.12.2021, Nordrhein-Westfalen, Köln: Stefan Dößereck, Nikolaus- und Weihnachtsmanndarsteller, trägt eine FFP2-Maske auf dem Weihnachtsmarkt «Nikolausdorf» auf dem Rudolfplatz. In diesem Jahr ist die Nachfrage nach professionellen Nikolaus-Darstellern weiterhin gering. Die «Nikolaus-Zentrale» in Münster verzeichnete einen Rückgang der Anfragen um 80 Prozent. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)
  • Nikolaus 2021: Warum feiern wir den 6. Dezember?
  • Wer war der Nikolaus?
  • Stiefel rausstellen: Bräuche zum Nikolaustag

Lasst uns froh und munter sein... Am 6. Dezember stellen viele Menschen wieder einen Schuh oder einen Teller vor ihre Tür. Es heißt, dass der Nikolaus den Kindern in der Nacht vor seinem Feiertag Süßigkeiten oder kleine Geschenke bringt. Mit dem Nikolausabend ist der Abend vor dem eigentlichen Nikolaustag gemeint, also der Abend des 5. Dezember. Der Nikolaustag selbst ist der 6. Dezember. Doch wer war überhaupt der Nikolaus? Und warum stellen wir am Abend vorher Stiefel vor die Tür?

Nikolaus 2021: Ist der Nikolaustag ein Feiertag?

Der Gedenktag von Nikolaus ist jedes Jahr am 6. Dezember, denn an einem solchen soll der heilige Nikolaus gestorben sein. Der Nikolaustag wird im gesamten Christentum mit verschiedenen Bräuchen begangen. Begonnen hat die Verehrung des heiligen Nikolaus im sechsten Jahrhundert in Griechenland und breitete sich von dort aus nach Osteuropa aus. Etwa seit dem zehnten Jahrhundert wird er auch im Rest von Europa verehrt.

Dieses Jahr fällt der Nikolaustag auf einen Montag. Haben Arbeitnehmer am 6. Dezember somit frei? Leider nein, der Nikolaustag ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern lediglich ein christlicher Gedenktag. Für die meisten Erwachsenen wird es also ein Werktag wie jeder andere.

Anders als 2020 befindet sich Deutschland nun nicht mehr im Corona-Lockdown - an einige Schutzmaßnahmen muss sich aber auch der Nikolaus halten. Zum Beispiel gelten derzeit Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Sie dürfen sich nur mit dem eigenen Haushalt und maximal zwei Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren sind davon ausgenommen. Für die Auftritte von Nikoläusen kann mancherorts außerdem 2G gelten - der Nikolaus muss also entweder geimpft oder genesen sein. Vor allem bei Auftritten in Kindergärten gehen die Nikolausgilden lieber auf Nummer sicher, da die Kinder noch nicht gegen Corona geimpft sind. Manche Nikoläuse, wie zum Beispiel im Oberallgäu, tragen unter ihrem Bart sogar noch eine Maske zum Schutz. Die derzeitigen allgemeinen Corona-Beschränkungen findet ihr hier.

Gedenktag für einen Heiligen: Wer war eigentlich Nikolaus?

Der Nikolaus hat wirklich gelebt. Es gibt aber nur wenige gesicherte historische Daten über sein Leben und Wirken. Fest steht, dass es vor vielen Hundert Jahren einen wichtigen Bischof mit diesem Namen gab. In der Überlieferung verschmelzen die Lebensgeschichten des Bischofs Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert in Myra in der heutigen Türkei lebte und Nikolaus von Sion, ebenfalls Bischof, allerdings im 6. Jahrhundert in Pinara in der heutigen Türkei.

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Nikolaus von Myra soll historischen Quellen zufolge mit 19 Jahren von seinem Onkel zum Priester geweiht worden sein. Später wurde er Bischof der Stadt Myra. Diese gehörte damals zum Römischen Reich, wodurch Nikolaus der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian zum Opfer gefallen sein soll. Er sei gefangen genommen und gefoltert worden - anders als viele andere Heilige, starb er jedoch nicht als Märtyrer, sondern angeblich eines natürlichen Todes. Gestorben sei er am 6. Dezember - in welchem Jahr variiert je nach Quelle.

Über Nikolaus von Sion ist weniger bekannt. Er soll zunächst Abt in Sion und später Bischof von Pinara gewesen sein. Die Stadt lag wie auch Myra an der Küste des damaligen Gebiets Lykien. Beide Lebensgeschichten sind wohl miteinander verschmolzen. Zahlreiche Legenden ranken sich um den heiligen Nikolaus.

Wieso wird Nikolaus als Heiliger verehrt? Legenden über den Bischof und Schutzpatron

Allerdings sind sich Fachleute nicht sicher, welche Geschichten über den Nikolaus tatsächlich geschehen sind. Denn nicht alle wurden damals aufgeschrieben. Manche wurden nur weitererzählt. Einige Fachleute glauben, dass sich Nikolaus-Geschichten über verschiedene Menschen im Laufe der Zeit vermischt haben.

In Geschichten von früher wird erzählt, dass Nikolaus ein guter Mensch war. Er war großzügig und kümmerte sich um arme Leute - wohl besonders um Kinder. Deshalb wird er heute von gläubigen Christen als Heiliger verehrt. So heißt es etwa, Nikolaus' Eltern haben ihm ein großes Vermögen hinterlassen, mit dem er Bedürftigen half.

Eine der bekanntesten Nikolaus-Legenden besagt, er habe drei Mädchen vor der Prostitution bewahrt. Der Vater der Mädchen habe damit das Überleben der Familie sichern wollen. Um die Mädchen vor ihrem Schicksal zu bewahren, soll der heilige Nikolaus drei Klumpen Gold durch das Fenster oder durch den Kamin geworden haben, wie sie direkt in Socken fielen, die dort zum Trocknen hingen. Eine weitere bekannte Geschichte über den Nikolaus von Myra besagt, er habe die Stadt vor Seeräubern und einer Hungersnot bewahrt.  Aus den Legenden schälte sich das Bild eines ungewöhnlich menschenfreundlichen Kirchenmannes heraus, volksnah und voller Güte, Mut und Zivilcourage. Nikolaus ist einer der beliebtesten christlichen Heiligen. Heute wird er als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder, der Seeleute, Bäcker, Kaufleute und vieler weiterer Berufsgruppen verehrt.

Welche Bräuche gibt es zu Nikolaus?

Nikolaus wird heutzutage mit vielen Bräuchen gefeiert. Schon im Mittelalter entstand das sogenannte Bischofsspiel in den Kloster- und Stiftsschulen. Dabei verkleidete sich ein Kind als Bischof oder Abt und belohnte oder bestrafte die anderen Kinder für ihr Verhalten. Eigentlich wurde das Bischofsspiel am 28. Dezember begangen, dem Tag der unschuldigen Kinder laut Kirchenkalender, verschmolz jedoch mit der Zeit mit der Verehrung des heiligen Nikolaus. So verschob sich der Brauch schließlich auf den 6. Dezember.

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In vielen Regionen wird bei Nikolaus der sogenannte Einkehrbrauch praktiziert. Dabei kommt der Nikolaus zu den Kindern und fragt, ob sie im vergangenen Jahr brav waren. Antworten liefert ihm auch sein goldenes Buch. Wer artig war, wird mit Süßigkeiten aus dem Nikolaussack belohnt. Oftmals hat der Nikolaus einen finsteren Begleiter bei sich. Dieser ist als Knecht Ruprecht, Hans Muff oder Krampus bekannt. Meist trägt er eine Rute bei sich und nimmt die drohende und strafende Gegenrolle zum gütigen Nikolaus ein. Knecht Ruprecht stellt das gezähmte Böse dar, das im Dienste des Guten steht. Eigentlich ist der finstere Knecht Ruprecht eine Brauchtumserfindung, die immer mehr in Vergessenheit gerät.

Beim Einlegebrauch stellen die Kinder ihre Stiefel vor die Haustür, damit sie über Nacht mit Nüssen, Süßigkeiten oder kleinen Geschenken gefüllt werden. Der Brauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts heimlich von Nikolaus beschenkt wurden, um ihre Mitgift zahlen zu können. Im 15. Jahrhundert wurden Schiffe gebastelt, in die Nikolaus seine Gaben legen sollte ("Schiffchensetzen"). Hintergrund dieses Brauchtums ist sein Schifferpatronat. Später wurden die Nikolausschiffchen durch Stiefel, Schuh, Strumpf oder Gabenteller abgelöst.

Nikolaus ist auch ein Ort

Wie populär der heilige Nikolaus ist, zeigt sich auch in der großen Zahl an Namen, die von ihm abstammen. Auf den Heiligen gehen nicht nur Vornamen wie Klaus, Klaas, Nicole oder Nicola zurück, auch Nachnamen wie Nickel, Claaßen, Nietzsche oder Klose stammen vom Nikolaus ab. Im Saarland gibt es sogar einen ganzen Ort, der so heißt. In dem kleinen Ort St. Nikolaus nahe der französischen Grenze werden die Wünsche von Kindern gesammelt. Das dortige Nikolauspostamt erhält jährlich Tausende Briefe aus aller Welt. Alle Schreiben werden persönlich von Helfern beantwortet. Nach Angaben der Deutschen Post ist es das älteste Nikolauspostamt in Deutschland.

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