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Elterngeld erhöhen

Mehr Elterngeld bekommen: Mit diesen Tricks gibt es mehr vom Staat

Nach der Geburt eines Kindes wollen sich Eltern ganz auf ihren Nachwuchs konzentrieren. Das Elterngeld soll sie dabei unterstützen. Was viele nicht wissen: Sie können ein höheres Elterngeld erhalten, wenn sie bestimmte Tricks kennen.
Wer Elterngeld beantragt, kann mit einigen Kniffen mehr herausholen.
Wer Elterngeld beantragt, kann mit einigen Kniffen mehr herausholen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
  • Höheres Elterngeld: Mit diesen Tricks gibt's mehr Geld vom Staat
  • Elterngeld orientiert sich am Netto-Gehalt
  • Steuerklasse wechseln, ElterngeldPlus, Mischeinkünfte, steuerfreie Einnahmen - so könnt ihr sparen

In Zeiten von Inflation und Krieg sind viele Menschen auf jeden Euro angewiesen. Auch Eltern müssen genau schauen, wie sie mit ihren Finanzen haushalten. Nach der Geburt eines Babys bekommen sie Unterstützung vom Staat in Form von Elterngeld. Wenn sie während der Schwangerschaft einige Dinge beachten, können sie sogar mehr Geld erhalten. 

Basiselterngeld und ElterngeldPlus: Diese Varianten gibt es

Das Elterngeld gibt es grundsätzlich in zwei Varianten: das Basiselterngeld und das ElterngeldPlus. Beide Varianten können miteinander kombiniert werden und auch während der Elternzeit gewechselt werden.

Grundsätzlich erhalten alle Eltern das Basiselterngeld für 14 Monate, in denen sie die Lohnersatzleistung erhalten. Dieses Geld verteilt sich auf zwölf Monaten plus zwei Monaten Partnerschaftsbonus - der häufig von den Vätern genommen wird. Grundsätzlich erhält man 65 Prozent des Nettoverdienstes vor der Geburt. Bei Menschen mit sehr geringem Einkommen, also einem Einkommen unter 1240 Euro, erhöht sich der prozentuale Anspruch schrittweise.

Das ElterngeldPlus hingegen verdoppelt die bezahlte Elternzeit und halbiert gleichzeitig das ausgezahlte Geld pro Monat. Das Elterngeld liegt bei mindestens 300 Euro monatlich und ist nach oben auf 1800 Euro gedeckelt, beziehungsweise die Hälfte davon im ElterngeldPlus. Mit ein paar Kniffen könnt ihr jedoch mehr aus dem Elterngeld herausholen.

Trick 1: Verheiratete tauschen Steuerklasse

Ein Trick, den viele wahrscheinlich kennen, bezieht sich auf das Wechseln der Steuerklasse. Hier ist vor allem Schnelligkeit gefragt, denn damit die neue Steuerklasse das Elterngeld erhöht, muss sie spätestens im siebten Monat vor der Geburt beim Finanzamt beantragt werden. Ein kleines Schlupfloch gibt es jedoch: Verzichtet die Mutter freiwillig auf einige Tage ihres Mutterschutzes, kann sie den Berechnungszeitraum nach hinten verlagern und eventuell Verzögerungen ausgleichen.

Warum wechseln so viele Paare ihre Steuerklasse? Verdienen verheiratete Paare deutlich unterschiedlich – beispielsweise weil ein Partner in Teilzeit arbeitet –, nutzen sie häufig die Steuerklassen 3 und 5. Dabei wird der Ehepartner, üblicherweise der besserverdienende, in Steuerklasse 3 deutlich günstiger behandelt. Im Gegenzug dazu bleibt bei Steuerklasse 5 weniger vom Brutto übrig.

Vor der Elternzeit kann es sich lohnen, die Steuerklasse zu tauschen, sodass der Geringer-Verdienende mehr Netto bekommt. Damit erhöht sich die Grundlage, aus der das Elterngeld berechnet wird.

Trick 2: Mit ElterngeldPlus das Elterngeld verdoppeln

ElterngeldPlus kann sich besonders lohnen, wenn ein Elternteil nach der Geburt Einkommen hat - zum Beispiel, weil jemand Teilzeit arbeitet. Dann kann es sein, dass das ElterngeldPlus genauso hoch ist wie das Basiselterngeld mit Einkommen. Trotzdem kann man ElterngeldPlus doppelt so lange bekommen wie Basiselterngeld.

Trick 3: Mischeinkünfte und Elterngeld beachten

Waren die Einnahmen in den zwölf Monaten vor der Geburt beziehungsweise vor dem Mutterschutz ungünstig, kann es empfehlenswert sein, zusätzlich selbstständige Tätigkeiten auszuüben. Denn dadurch verschiebt sich der Berechnungszeitraum in das vorherige Kalenderjahr. Dies lohnt sich insbesondere, wenn ein Elternteil vor der Geburt beispielsweise nicht mehr erwerbstätig ist und diese Monate mit 0 Euro in die Berechnung einfließen. Oder auch, wenn Elternteile die Steuerklassen getauscht haben: So kann der besser verdienende Ehepartner sich die Berechnung nach dem für ihn günstigeren Gehalt sichern. 

Trick 4: Auf steuerfreie Einnahmen verzichten

Was in der Regel ein positiver Gewinn ist, kann sich vor der Geburt negativ auf das Elterngeld auswirken, da steuerfreies Einkommen beim Elterngeld nicht eingerechnet wird. Daher kann es sich lohnen, kurzfristig die betriebliche Altersvorsorge auszusetzen oder das Weihnachtsgeld steuerpflichtig über zwölf Monate auf das Gehalt zu verteilen. 

Zum Weiterlesen: Elterngeld mit Minijob aufbessern: Lohnt sich das? Diese Regelungen solltest du kennen