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Rentensteuer sinkt deutlich: Diese Jahrgänge profitieren - deiner auch?

Für künftige Rentner in Deutschland gibt es jetzt Grund zur Freude: Das Rentensystem soll gerechter werden, die Rentensteuer wird sinken. Davon werden einige Jahrgänge sehr stark profitieren. Aber welche sind das?
Die Rentensteuer soll sinken. Wer davon profitiert und wer nicht, das erklären wir hier. Entscheidend ist der Jahrgang.
Die Rentensteuer soll sinken. Wer davon profitiert und wer nicht, das erklären wir hier. Entscheidend ist der Jahrgang. Foto: byrev/pixabay.com
  • Rentensteuer: Viele Rentner werden aktuell doppelt besteuert
  • Sowohl auf die Rentenversicherungs-Beiträge als auch auf die spätere Rente werden Steuern gezahlt
  • Ampel plant entscheidende Änderung bei Rente
  • Werden Rentner*innen bald deutlich Steuern sparen? Davon hängt es ab

Deutschlands Rentenmodell ist nach Ansicht vieler Experten veraltet und muss dringend reformiert werden. Auch wenn grundlegende Erneuerungen noch ausstehen, so hat die Bundesregierung doch eine Verbesserung auf den Weg gebracht. Sie will die Doppelbesteuerung der Renten abschaffen und so eine Ungerechtigkeit im Rentensystem beseitigen. Manche Jahrgänge profitieren von dieser Änderung besonders

Rentensteuer sinkt deutlich: Wie wird die Rente eigentlich besteuert?

Die aktuelle Ampelkoalition möchte eine Doppelbesteuerung der Rente verhindern. Aktuell ist die Lage so, dass Beschäftigte erst Steuern auf die Versicherungsbeiträge und anschließend auf die Rente entrichten müssen. Mit der Rentenerhöhung 2022 müssen noch mehr Rentner künftig Steuern zahlen. 

Darauf wurde reagiert: So soll die gesetzliche Rente in Zukunft zwar voll versteuert werden, die Versicherungsbeiträge während der Erwerbstätigkeit können dann jedoch in voller Höher von der Steuer abgesetzt werden.  

Da in Deutschland alle Einkünfte ab einem gewissen Freibetrag versteuert werden, muss auch die Rente zumindest einmal besteuert werden. Dies soll in Zukunft jedoch bei der Auszahlung der Rente geschehen und nicht mehr vorher. 

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Rentensteuer: So viel müssen Rentner letztlich abgeben 

Wer 2021 in Rente gegangen ist, der muss 81 % der Rentenzahlung mit dem individuellen Steuersatz versteuern. 2022 sind es schon 82 % der Rente, die besteuert werden. Aktuell ist der Stand, dass Personen, die 2040 in Rente gehen, 100 % ihrer Rente versteuern müssten. Das liegt daran, dass die zu versteuernden Anteile aufgrund des demografischen Wandels mehr werden müssen. Jedes Jahr kommen weitere Prozentpunkte hinzu, bis die Rente schließlich zu 100 % versteuert werden muss. Die Übergangszeit bis 2040 soll nun allerdings bis 2060 gestreckt werden. Heißt: Erst 2060 soll dann die Rente zu 100 % besteuert werden, die Prozentpunkte steigen langsamer.

Die jährliche Steigerung der Besteuerung würde sich dadurch verlangsamen. Aktuell wird eine Steigerungsrate von 0,5 % pro Jahr angenommen.

In diesem Übergang möchte man weg von der Besteuerung der Einzahlung in die Rente, hin zur Besteuerung der Rentenauszahlung. Durch die verlängerte Übergangszeit soll dann auch eine etwaige Doppelbesteuerung ausgeglichen werden. Betroffen sind davon aktuell vor allem Mitt- bis End-Vierziger. Diese müssen ab 2040 die Rente voll versteuern, können die Rentenbeiträge jedoch erst ab 2025 voll von der Steuer absetzen. Bedeutet: Sowohl auf die Rentenversicherungsbeiträge zu Erwerbszeiten als auch auf die Rente später müssen hier Steuern gezahlt werden.

Was soll sich jetzt bei der Rente ändern? Ampel-Regierung plant Reform

Die Ampel-Regierung hat indessen schriftlich festgehalten, dass eine derartige doppelte Besteuerung in Zukunft vermieden werden soll. Momentan ist rund ein Viertel der 20 Millionen Rentner*innen in Deutschland davon betroffen.

Der restliche Teil ist vor der Neuordnung in Rente gegangen oder erhält nur so geringe Einkünfte, dass gar keine Steuern gezahlt werden müssen. 

Für Rentner*innen, die 2017 in Rente gegangen sind, liegt der zu viel besteuerte Anteil während des Berufslebens knapp unter 10.000 Euro. Bei Rentnern, die 2020 in den Ruhestand gegangen sind, lag der Betrag bereits bei mehr als 22.000 Euro. Wer 2040 die Rente antritt, bei dem wurden über 53.000 Euro zu viel besteuert. Die aktuelle Übergangszeit geht also nicht auf, teilweise werden mehr als 20 % der Rente zusätzlich besteuert. Erst in 50 Jahren hat dies laut der Studie von Finanzmathematiker Werner Siepe ein Ende. 

Welche Auswirkungen hat das für die Rentner?

Die verlängerte Übergangszeit bedeutet erstmal für viele Rentner eine potenzielle Steuerentlastung. Beim Jahrgang 1975 und einem durchschnittlichen Einkommen von etwa 3.250 Euro brutto, läge die steuerliche Entlastung insgesamt bei knapp 12.500 Euro. Topverdiener mit rund 7.050 Euro brutto könnten bis zu 23.500 Euro im Laufe ihres Lebens an Steuern sparen. Die Auswirkungen sind also stark jahrgangsabhängig.

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Ebenfalls gut würde der Jahrgang 1980 abschneiden, Durchschnittsverdiener erhalten einen Steuervorteil von rund 9.950 Euro. Topverdiener sogar etwa 18.800 Euro. Den geringsten Vorteil haben Menschen aus den Jahrgängen 1960 und 1990. Bei ihnen rechnet man mit gerade einmal 1500 bis 2900 Euro Steuererleichterung.

Wie viel du von deiner Rente versteuern musst, kannst du mit einem Rentensteuer-Rechner herausfinden.

Was passiert, wenn ich mehrere Renten beziehe?

Beziehen steuerpflichtige Rentner Renteneinkünfte aus unterschiedlichen Quellen, wird für jede Rente ein gesonderter Freibetrag ermittelt. Unterschiedliche Renten können etwa eine Alters-, Witwen- oder eine sogenannte Rürup-Rente sein. 

Die Festschreibung des Rentenfreibetrags führt dazu, dass künftige Rentenerhöhungen immer in voller Höhe steuerpflichtig sind und nicht nur mit dem prozentualen Besteuerungsanteil.

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