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Saatgut gewinnen: Obst und Gemüse nochmal neu wachsen lassen

Aus Obst- und Gemüsesamen lassen sich im nächsten Jahr kinderleicht neue Pflanzen ziehen. Besonders, wenn das Gemüse aus dem eignen Beet dieses Jahr geschmacklich ein voller Erfolg war, lohnt sich diese Methode. Wir geben dir die besten Tipps, wie du ab Herbst Saatgut von Tomaten, Gurken, Paprika, Aubergine & Co. gewinnen kannst.
 
Obst- und Gemüsesamen lassen sich ganz einfach neu züchten lassen
Mit den richtigen Methoden kannst du kinderleicht Tomaten, Paprika, Gurke, Brokkoli und Bohnen aus deiner Gemüseernte neu züchten. Erfahre hier, wie es geht. Foto: joshua_lanzarini/unsplash.com
  • Saatgut gewinnen aus Tomaten, Paprika, Gurke & Co. 
  • Aufpassen vor  der Pflanzen-Kennzeichnung "F1-Hybird"
  • Obst- und Gemüsesamen können gelagert werden 

Das Saatgut für den Gemüsegarten fürs nächste Jahr selber sammeln ist nicht nur nachhaltig und kostengünstig, sondern macht auch noch Spaß. Einmal gelernt, kannst du von jeglichen Obst- und Gemüsesorten die Samen einsammeln und nächstes Jahr wieder einpflanzen.

Diese Obst- und Gemüsesorten eignen sich

Die Fruchterzeugung von Pflanzen entsteht, sobald die Pflanze geblüht hat. Das heißt, wer sein Gemüse aus eigenen Samen züchten möchte, muss seine Pflanze erstmal blühen lassen. Man unterscheidet hier zwischen einjährigen und mehrjährigen Pflanzen.

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Einjährige Pflanzen sind beispielsweise Blumenkohl, Bohnen, Kürbis, Radieschen und Spinat. Mehrjährige Pflanzen sind unter anderem Chinakohl, Rote Beete, Mangold und Zwiebeln.

Es gibt gewisse Klassiker beim Saatgut sammeln, wie Tomaten, Paprika oder Gurke. Bei ihnen sieht man die Samen und kann sie ganz einfach entfernen und trocknen. Manche Gemüsesorten, wie Erbsen und Bohnen, werden in ihrer Samenform verspeist und andere Sorten, wie Brokkoli oder Blumenkohl, kommen erst gar nicht dazu ihre Samen zu bilden. Je nachdem für welche Gemüsesorte man sich entscheidet, gelten andere Regeln. 

Aufgepasst vor "F1-Hybrid"-Sorten

Wenn neue Pflanzen aus Samen gezogen werden, wird die genetische Zusammensetzung der Mutterpflanze fortgeführt. Das Problem: durch die Überzüchtung von den meisten Pflanzen, die wir käuflich erwerben, sind die Pflanzensamen sogenannte Hybridsamen. Das heißt, die daraus entstehenden Pflanzen sind reinerbig und nicht für die Anzucht Neuer geeignet. Man erkennt diese Art an der Kennzeichnung „F1-Hybrid“ oder „F1“. Im Grunde genommen sind alle Pflanzen, die aus diesen Samen entstehen, Klone einer Mutterpflanze.

Um Erfolg bei der Anzucht zu haben, sollte die Herkunft der Pflanze bekannt sein. Obst und Gemüse aus dem Supermarkt ist unbrauchbar. Es handelt sich hier nämlich besonders um Hybridsorten. Suche dir also dein nächstes Gartengeschäft auf oder den nächstgelegenen Biobauern und lasse dich zu den passenden Samen für die Erstanzucht beraten.

Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten, gibt es unterschiedliche Methoden die Samen zu ernten. Wir stellen dir die Methode für die gängigsten Obst- und Gemüsesorten vor. 

Tomate & Paprika - die Klassiker

Zu den klassischen Gemüsesorten, die man aus eigenen Samen wieder züchten kann, gehören Tomaten, Paprika, Zucchini, Gurke, Erdbeeren, Kirschen, etc. Und so gewinnst du ihr Saatgut:

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  • Nehmen Sie dafür eine reife, unbeschädigte Frucht und entnehme die Samen entweder aus dem Fruchtfleisch oder, wie bei den Erdbeeren, der äußeren Schale.
  • Befülle ein Glas mit lauwarmen Wasser und füge die Samen hinzu.
  • Lasse es an einem warmen Ort für circa 2-4 Tage stehen. In der Zeit sollte sich das Fruchtfleisch langsam vom Samen lösen. Aber Achtung: Die Samen sollten keinesfalls zu lange im Wasser liegen, sonst fangen Sie frühzeitig an zu keimen.
  • Nach ihrer Zeit im Wasser werden die Samen getrocknet. Hierfür sollten alle möglichen Fruchtfleischreste vom Samen entfernt werden. Die Samen können an einem warmen Ort (ungefähr 25-30 Grad) mit Abstand zueinander auf Filterpapier ausgelegt werden.
  • Nach 4-5 Tagen sind die Samen getrocknet und können luftdicht verschlossen sogar noch nach fünf Jahren eingepflanzt werden.

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Bohnen & Erbsen - Schoten über Schoten 

Die wohl einfachste, aber auch längste Methode ist die Samengewinnung von Schoten. Sie trockenen in ihren Schoten und die Samen, also die Bohnen oder Erbsen, sind groß genug, um sie einfach zu ernten. Doch aufgrund ihrer Größe kann es teilweise Jahre dauern, bis sie völlig getrocknet sind. So funktioniert's:

  • Wählen Sie einfach ein paar Schoten, idealerweise diejenigen, die etwas weiter oben hängen, aus und lassen Sie sie länger am Strauch hängen als den Rest.
  • Wenn die Schoten so langsam anfangen zu trocknen, kann man sie auch im Haus aufbewahren. Am besten hängt man die Schoten auf oder legt sie in einen Karton und platziert das Ganze an einen dunkeln und kühlen Ort.
  • Der Trocknungsprozess dauert hier etwas länger als bei Tomaten und kann bis zu drei Jahre lang andauern. 

Blumenkohl & Brokkoli - Für Gartenprofis

Aus Brokkoli und Blumenkohl Saatgut zu gewinnen, ist eher was für Fortgeschrittene. Wir verbrauchen Brokkoli und Blumenkohl nämlich schon bevor es überhaupt zur Fruchtblüte kommen kann. Um Samen ernten zu können, müssen die Kohlgemüsesorten also erstmal blühen. Und so bekommst du das hin:

  • Lasse den Brokkoli oder den Blumenkohl nach der Reife eine längere Zeit im Beet liegen. Aus den Brokkoliröschen entstehen kleine Blumen, die sich mit der Zeit zu Schoten entwickeln.
  • Wenn diese so langsam an Farbe verlieren und braun sind, ist die Samenreife erreicht. Ein weiteres Indiz zur Samenreife ist, wenn die Samen dunkelbraun sind. 
  • Die Schoten kannst du dann abernten und wie bei den Bohnen und Erbsen trocknen lassen. 

So lange kann man Samen lagern 

Am besten lagerst du dein neu gewonnenes Saatgut an einem trockenen und kühlen Ort. Es empfiehlt sich, die jeweiligen Samen in Papiertütchen aufzubewahren, die verhindern, dass die Samen zu feucht werden. 

Je länger man Samen lagert, desto höher ist das Risiko, dass die Samen ihre Keimfähigkeit verlieren. Versuche also, die Samen in den ersten zwei Jahren in die Erde zu bringen. 

Altes Saatgut noch verwendbar? Probiere es mit dem Keimtrick

Wenn du schon älteres Saatgut hast und überprüfen willst, ob es noch keimfähig ist, gibt es einen Trick.

Gebe ein paar Samen auf ein feuchtes Tuch und baue  anschließend ein eigenes kleines Gewächshaus aus einem Teller oder einer Schüssel und einer Plastiktüte. Wenn das Saatgut nach der regulären Keimzeit noch nicht gekeimt hat, brauch man es auch nicht mehr einzupflanzen.

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