• Was ist Tee und was nicht?
  • Welcher Tee gegen welche Beschwerden?
  • Das solltest du beim Teegenuss beachten
  • Auf die Teezubereitung kommt es an

Es gibt unzählige Teesorten, die als lose Pflanzenteile, in Teebeuteln oder als Instant-Tee angeboten werden. Doch nicht jeder angebotene Tee ist wirklich Tee und außerdem hat jeder Tee hat eine andere Wirkungsweise und kann auch Nebenwirkungen verursachen. Zudem ist auch bei der Zubereitung einiges zu beachten, damit der Tee auch seine Wirkung entfalten kann. 

Was ist Tee und was nicht?

Als Tee wird ein Aufgussgetränk bezeichnet, das aus Pflanzenteilen wie Blättern, Knospen oder Blüten der Teepflanze zubereitet wird. Dabei gelten gemäß der ISO-Norm 3720 nur Aufgüsse aus der Teepflanze Camellia sinensis und Camellia assamica als Tee. 

Teesorten im Überblick

  • Echter Tee: Hierzu zählen Schwarzer Tee, Grüner Tee, Weißer Tee, Gelber Tee, Pu-Erh-Tee sowie Oolong Tee, denn sie entstammen dem Teestrauch Camellia sinensis. Der Hauptunterschied zwischen diesen Sorten liegt in der Art der Oxidation (früher: Fermentation). Hierunter versteht man das Aufschließen und Oxidieren der Teeblätter in einer feuchten Umgebung. Hier werden in der Regel keine Zusatzstoffe oder andere Zutaten zugesetzt.
  • Teeähnliche Erzeugnisse: So werden Aufgussgetränke bezeichnet, deren Pflanzenteile nicht der Teepflanze Camellia sinensis entstammen, also Kräuter- oder Früchtetees. So werden zum Beispiel für Kamillentee die getrockneten Blütenköpfe der Echten Kamille verwendet.
  • Aromatisierter Tee und aromatisierte teeähnliche Erzeugnisse: Hier werden Aromen zugesetzt, die dem Tee einen bestimmten Geschmack verleihen, wie zum Beispiel schwarzer Tee mit "Vanillegeschmack".
  • Tee-Extrakt: Hierbei handelt es sich um die wässrigen Auszüge aus Tee, denen das Wasser wieder entzogen wurde. Sie werden häufig in Pulverform angeboten und dienen zum Beispiel als Grundlage für Instant-Getränke. Aber auch in Kapsel- oder Tablettenform sind sie im Handel erhältlich. 
  • Arzneitee: Zubereitungen aus einer oder mehreren Heilpflanzen (Teedrogen) in arzneilich wirksamer Dosierung werden als Arzneitees bezeichnet. Sie zählen damit rechtlich zu den Arzneimitteln und werden im Arzneimittelgesetz geregelt. Sie müssen zudem von Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen werden. Arzneitees werden auf der Verpackung als solche kenntlich gemacht, genauso gibt es dort Informationen zur Wirkweise und Gegenanzeigen.

Hinweis: Wenn du sicher gehen möchtest, dass der Tee über einen definierten Wirkstoffgehalt verfügt und die Grenzwerte für mögliche Schadstoffe nicht überschritten werden, solltest du auf Arzneitees zurückgreifen. Achte dazu beim Einkauf auf die Zulassungsnummer (Reg.-Nr.).

Hierbei kann Kamillentee hilfreich sein

Tee kann bei den verschiedensten Beschwerden hilfreich unterstützen. Egal ob Husten, Verdauungsbeschwerden oder Blasenentzündung - in der Natur finden sich viele Pflanzen, die als Teeaufguss Linderung verschaffen können.

Kamillentee bei Entzündungen und Krämpfen: Die Echte Kamille zählt zu den bekanntesten Arzneipflanzen. Sie enthält unter anderem ätherisches Öl als wichtigsten Inhaltsstoff sowie Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) und Schleimstoffe, die sich in einem Teeaufguss lösen. Kamillentee wird angewendet bei

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, leichten Krämpfe oder Entzündungen,
  • Erkältungskrankheiten, wobei hier die Dämpfe auch inhaliert werden können, um Reizungen der Luftwege zu lindern,
  • zur Beruhigung und bei Menstruationsbeschwerden,
  • sowie äußerlich bei Haut- und Schleimhautentzündungen (auch bakteriell bedingt) als Umschlag, Sitzbad oder Gurgellösung

Wann hilft Tee aus Brennessel, Pfefferminz oder Fenchel?

Echtes Goldrutenkraut und Brennnessel bei Harnwegsinfekten: Beim Echten Goldrutenkraut sind besonders die Flavonoide, Saponine und Phenolglykoside wirksam. Brennnesseln enthalten die Mineralstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen und Silizium in Form von löslicher Kieselsäure, Spurenelemente, Vitamin A, C und E sowie die Flavonoide Quercetin und Kämpferol. Ein Teeaufguss ist hilfreich zur Erweiterung der Nierengefäße und kann den Durchfluss erhöhen, wodurch Bakterien bei akuten Harnwegsinfekten leichter ausgespült werden können

Brennesseltee wirkt zusätzlich zur

  • Blutreinigung,
  • bei Gicht und Rheuma sowie
  • bei Verdauungsbeschwerden.

Pfefferminz bei Verdauungsbeschwerden und Erkältungen: Die Pfefferminze verfügt als einzige Minzenart über einen sehr hohen Menthol- und Carvongehalt, aber auch über Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide und Phenolsäuren. Pfefferminztee wirkt insbesondere beruhigend und krampflösend, antibakteriell und antiviral und kann hilfreich sein bei

  • Magen-Darmbeschwerden wie Durchfall, Brechreiz, Blähungen,
  • chronischem Reizdarmsyndrom durch Entspannung der Darmmuskulatur sowie bei
  • Erkältungen mit Husten und Schnupfen durch die schleimlösend Wirkung.

Fenchel gegen Magen-Darm-Beschwerden: Fenchel verfügt über ein leicht süßliches Aroma und gehört nicht nur bei Babys zu den beliebtesten Kräutertees bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Die Samen in der Blütendolde der Pflanze werden für Teeaufgüsse getrocknet und verfügen über Inhaltsstoffe wie Trans-Anethol, Fenchon, Estragol, Flavonoide, Cumarine und Phenolcarbonsäuren. Diese wirken schleimlösend, krampflindernd, verdauungsfördernd, milchbildend und antioxidativ und sind hilfreich gegen

  • Husten, Schnupfen, Atemwegsinfekte, Bronchitis (besonders bei Kindern),
  • Magen-Darm-Probleme (vor allem in Kombination mit Anis und Kümmel gegen Krämpfe und Blähungen),
  • Milchstau,
  • sowie gegen Halsschmerzen und Heiserkeit

Wie können Salbei, Thymian und Ingwer dich unterstützen?

Salbei gegen Halsschmerzen und Heiserkeit: Zu den wirksamen Inhaltsstoffen von Salbei gehören die ätherischen Öle wie Campher, Cineol und Thujon sowie das Triterpen Urolsäure, die desinfizierend gegen Viren und Pilze und somit entzündungshemmend und abschwellend wirken. Krampflösend und schmerzlindernd wirken zudem die Bitter- und Gerbstoffe sowie die enthaltenen Flavonoide. Salbeitee ist wirksam bei

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  • Halsschmerzen und Heiserkeit,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • Stress und Nervosität und hilft bei
  • verstärkter Schweißbildung und Hitzewallungen.

Thymian gegen Atemwegsinfekte: Wirksam sind die enthaltenen Lamiaceengerbstoffe, die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol sowie Flavonoide, die antiseptisch, entzündungshemmend, auswurffördernd, krampf- und schleimlösend, stoffwechselanregend und verdauungsstärkend wirken. Thymiantee wird allgemein empfohlen bei

  • Husten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum,
  • Menstruationsbeschwerden,
  • Blasenentzündung,
  • Blähungen und Völlegefühl,
  • und zur Stimulierung des Immunsystems.

Ingwer gegen Erkältungen und Übelkeit: Ingwer enthält vor allem ätherische Öle wie Zinigberen, Curcumen und beta-Eudesmol und Scharfstoffe wie Gingerole und Shogaole, die unter anderem entzündungshemmend, antiseptisch, immunstärkend, verdauungsstärkend und wärmend wirken. Außerdem verfügt Ingwer auch über Vitamin C, Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor. Ingwertee ist hilfreich bei

  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Reizdarm-Syndrom
  • Reisekrankheit, Übelkeit, Erbrechen
  • Erkältungskrankheiten, Husten, Halsentzündungen
  • und zur Stimulierung des Immunsystems.

Warum du Tee nur in Maßen trinken solltest

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlug im Sommer 2013 Alarm, weil unerwartet hohe Dosen an 1,2-ungesättigten Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in Tees festgestellt wurden. Hierbei handelt es sich um Inhaltsstoffe, die von den Pflanzen unter anderem zur Abwehr von Fressfeinden gebildet werden. In hohen Dosen können sie die Gesundheit schädigen und zum Beispiel Leberschäden hervorrufen. Zudem wurde in Tierversuchen auch ein krebserregender Effekt festgestellt. Fachleute vermuten, dass Unkräuter wie Kreuzkraut, Natternkopf oder Greiskraut während der Ernte unbeabsichtigt zwischen die anderen Kräuter geraten und die unerwünschten PA bilden. Das BfR empfiehlt daher insbesondere Eltern, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees oder Rooibostee und kräuterteehaltige Getränke anzubieten, sondern die Flüssigkeitszufuhr zusätzlich durch Wasser oder durch mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte zu decken. Zudem sollten Schwangere und Stillende Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren. 

Achte auf folgende mögliche Nebenwirkungen bei Tees

  • Kamillentee kann Allergien auslösen: In sehr seltenen Fällen können allergische Hautirritationen auftreten. Wenn du allergisch auf Korbblütler reagierst, solltest du keinen Kamillentee trinken. Zudem sollte Kamillentee nicht in die Augen gelangen, da die feinen Härchen der Kamillenblüten reizend und allergieauslösend wirken können.
  • Fenchel kann Schadstoffe enthalten: Die im Fenchel enthaltenen Stoffe Estragol und Methyleugenol zeigten in Versuchen eine krebserregende Wirkung. Das Bundesinstitut für die Risikobewertung hat bereits 2002 empfohlen, die Konzentration dieser Stoffe so niedrig wie möglich zu halten, wobei kein Grenzwert festgelegt wurde. Schwangere, Stillende, Babys und Kleinkinder sollten aus diesem Grund nicht mehr als eine Tasse pro Tag trinken. 
  • Pfefferminztee wirkt galletreibend: Wenn du Magenbeschwerden oder Sodbrennen bekommst, solltest du keinen Pfefferminztee mehr zu dir nehmen. Das gilt auch für Patient*innen, die an Leberschäden, Gallensteinen oder einer Gallenblasenentzündung leiden. 
  • Goldrutenkraut- und Brennnesseltee wirken entwässernd : Patient*innen, die an Nierenerkrankungen oder Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe) leiden, sollten auf Tee aus Goldrutenkraut verzichten. Auch für Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und bei Menschen, die allergisch auf Korbblütler reagieren, ist Goldrutenkraut nicht angezeigt. 
  • Ingwer regt die Säurebildung an: Dies kann zu Sodbrennen, Aufstoßen oder Magenschmerzen führen. Auch wenn du an Gallensteinen leidest, solltest du bedenken, dass Ingwer den Fluss von Gallensaft anregt. Zudem steht Ingwer im Verdacht, über blutverdünnende Eigenschaften zu verfügen. Wenn du blutverdünnende Medikamente wie ASS einnimmst, solltest du den Verzehr von Ingwer vorab ärztlich abklären. Zudem sollten während einer Schwangerschaft die wehenfördernden Effekte von Ingwer beachtet und mit der Hebamme besprochen werden. 

Auf die Teezubereitung kommt es an

Jeden Tee individuell zubereiten

Insbesondere bei der Zubereitung von Arzneitees ist große Sorgfalt geboten. Denn hier sollen ja die wirksamen Inhaltsstoffe in die wässrige Phase überführt werden. Aus diesem Grund kann zum Beispiel die Ziehzeit erheblich variieren. Hier solltest du unbedingt die Hinweise auf der Verpackung beachten oder dich in der Apotheke erkundigen. 

So lautet die häufigste Zubereitungsempfehlung

Meistens wird ein gestrichener Teelöffel der Kräuter mit 150 bis 200 Milliliter kochendem Wasser übergossen und abgedeckt zwischen fünf und 15 Minuten ziehen gelassen. Liegt die Wirkung in der Lösung von Flavonoiden wie beim Goldrutenkraut, kann die Ziehzeit sogar zwischen 15 und 30 Minuten betragen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) weist darauf, dass Kräutertees unbedingt mit kochendem Wasser übergossen werden sollten, damit eventuell vorhandene Keime, Hefen oder Schimmelpilze abgetötet werden. Zudem eignet sich laut BfR Wasser aus Heißwasserspendern nicht für die Zubereitung von Kräuter- und auch Früchtetees, weil die Temperaturen zu niedrig sind. 

Tipp bei Teedrogen mit ätherischen Ölen

Das Abdecken der Teetasse wären der Ziehzeit ist wichtig, damit ätherische Öle sich nicht so leicht verflüchtigen. Die Deutsche Apotheker Zeitung empfiehlt außerdem bei Anis, Fenchel und Kümmel, die Früchte vor dem Heißaufguss mit einem Mörser anzustoßen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass diese Früchte auch mit heißer Milch zubereitet werden können, da sich die Inhaltsstoffe hier noch besser lösen. 

Fazit: Viel hilft nicht viel

Die Wirksamkeit von Kräutertees ist schwierig nachzuweisen, da jeder seinen Tee anders zubereitet und andere Mengen konsumiert. Das Trinken von bestimmten Teesorten - auch Arzneitees - bei unterschiedlichen Beschwerden kann die Selbstheilungskräfte anregen, ist aber nicht mit einem Medikament vergleichbar. 

Tees können zudem Nebenwirkungen verursachen und schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Aus diesen Gründen solltest du Tee nicht in großen Mengen konsumieren und deinen Flüssigkeitsbedarf auch mit Wasser und anderen Getränken decken. Zudem ist es wichtig, zwischen den einzelnen Sorten zu wechseln. Dies gilt insbesondere für Schwangere, Stillende, Babys und Kleinkinder, die täglich nicht mehr als eine Tasse Tee trinken sollten. Achte auf dein persönliches Wohlgefühl und setzte den Tee ab, wenn Unverträglichkeiten auftreten. Achte zudem bei der Zubereitung auf die Empfehlungen auf der Verpackung oder informiere dich in der Apotheke. Wenn du zudem sichergehen möchtest, dass der Tee arzneirechtlichen Anforderungen entspricht, wähle Produkte, die über einen entsprechenden Vermerk auf der Verpackung verfügen.

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