• Studie aus Australien: So wirkt sich Kaffeekonsum auf Herzkrankheiten aus
  • Sind mehrere Tassen Kaffee pro Tag gesund? Ergebnisse eindeutig
  • Unterschiede zwischen Nicht-Kaffeetrinkern und Kaffeetrinkern festgestellt
  • Entkoffeinierter Kaffee verringert bestimmtes Risiko nicht

Im Schnitt trinkt der Durchschnitts-Deutsche etwa 162 Liter Kaffee - pro Jahr. Das entspricht etwa einem halben Liter pro Tag. Ganz klar ist: Kaffee gehört hierzulande zu den Lieblingsgetränken vieler Menschen. Wie gesund der Konsum des Koffein-Getränks ist, haben unzählige Studien in den vergangenen Jahren untersucht. Eine wichtige Frage dabei war oft, wie viele Tassen Kaffee man am Tag ohne gesundheitliche Bedenken trinken kann. Eine aktuelle Studie aus Australien hat sich nun mit einem ähnlichen Thema befasst: Dort wurde untersucht, ob und wie sich das Trinken von Kaffee auf das Risiko von Herzkrankheiten auswirkt.

Studie untersucht: Wie wirkt sich Kaffeekonsum auf Herzkrankheiten aus?

Für die Studie werteten die Forschenden bereits erhobene Daten aus den Jahren 2006 bis 2010 aus. In diesem Zeitraum rekrutierte die britische Biobank mehr als 500.000 Personen im Alter von 40 bis 69 Jahren. Die Personen machten dort Angaben über deren aktuellen körperlichen Zustand und ihre Lebensstil-Risikofaktoren - aber auch über ihren Kaffeekonsum. Die Studie wurde im "European Journal of Preventive Cardiology" publiziert. 

Insgesamt schauten sich die Wissenschaftler*innen vom "Heart and Diabetes Research Institute" die Daten von rund 450.000 Personen aus der Datenbank an. Diese Personengruppe litt zu Beginn der Studie unter keiner Herz-Kreislauf-Erkrankung und war somit für die Untersuchungen relevant.  Die übrigen 50.000 Personen wurden nicht in der Analyse berücksichtigt. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 58 Jahren, zudem war der Großteil weiblich (55,3 Prozent der Teilnehmenden). Von den 450.000 Personen waren knapp 100.000 Nicht-Kaffeetrinker. Diese stellten in der Studie die Kontrollgruppe dar. Somit konnten die Wissenschaftler*innen Kaffeetrinker mit Nicht-Kaffeetrinkern vergleichen.

Anschließend werteten die Forschenden aus, welche Personengruppe zwölfeinhalb Jahre später das höchste Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko hatte - und wer daran sogar verstarb.

Geringeres Risiko für Herzrhythmusstörungen: Vier bis fünf Tassen Kaffee am Tag haben den größten Effekt

Es zeigte sich, dass 30.100 der Proband*innen Herzrhythmusstörungen - darunter Vorhofflimmern und Vorhofflattern - entwickelten. Unter Berücksichtigung der Störvariablen - beispielsweise dem Alter und Geschlecht der Proband*innen, sowie deren Alkohol- und Teekonsum - kamen die Forschenden zu folgendem Ergebnis: "Das niedrigste Risiko für eine Herzrhythmusstörung zeigte sich bei denen, die zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag tranken [...]", heißt es in der Studie. 

Ähnliche Resultate fanden sich beim Risiko für Vorhofflimmern und Vorhofflattern: Besonders Personen, die vier bis fünf Tassen Kaffee pro Tag tranken, hatten ein deutlich reduziertes Risiko. Aber auch bei Proband*innen, die "nur" ein bis dreimal täglich zur Kaffeetasse griffen, war der Risikofaktor geringer, an der weit verbreiteten Herzrhythmusstörung zu erkranken.

In Bezug auf schnelle Herzrhythmusstörungen aus den Herzvorhöfen ("supraventrikuläre Tachykardien") und Kammertachykardien fielen die Ergebnisse nahezu identisch aus. "Zunehmender Kaffeekonsum war mit einem geringeren Auftreten von Herzrhythmusstörungen verbunden, das geringste Risiko stellten wir bei vier bis fünf Tassen pro Tag fest", so die Autor*innen der Studie.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität: Diesen Effekt haben zwei Tassen Kaffee pro Tag

Ein weiterer Untersuchungsgegenstand waren die Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insgesamt wurden 43.173 der 450.000 Proband*innen mit einer solchen diagnostiziert. In der Studie wurde zudem zwischen der "koronaren Herzkrankheit" (einer Verengung der großen Adern), der "kongestiven Herzinsuffizienz" (einer Stauung des Blutes in herznahen Venen) und Schlaganfällen unterschieden.

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Die Ergebnisse für alle drei Krankheiten waren eindeutig: Kaffeetrinker hatten ein geringeres Risiko, eine der genannten Erkrankungen zu erleiden. Das geringste Risiko für eine koronaren Herzkrankheit hatten Proband*innen, die täglich zwei bis drei Tassen Kaffee konsumierten. Bei der kongestiven Herzinsuffizienz und Schlaganfällen fielen die Ergebnisse ähnlich aus. Das Trinken einer oder mehrerer Tassen Kaffee am Tag verringerte das Risiko signifikant. "Das niedrigste Risiko fand sich bei denjenigen, die täglich zwei bis drei Tassen Kaffee tranken", heißt es weiter. 

Etwa ein Prozent der Studienteilnehmenden (4402 Personen) starb an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei Kaffeetrinker diesbezüglich eine deutlich niedrigere Sterberate hatten. Spitzenreiter haben hierbei Personen, welche eine Tasse Kaffee am Tag trinken - sie haben anhand der Auswertung der Daten das geringste Todesrisiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Unterschiede zwischen den Sorten: Entkoffeinierter Kaffee verringert ein Risiko nicht

Zuletzt schauten sich die Forschenden an, wie sich verschiedene Kaffeesorten auf die Gesundheit auswirken. Dabei unterschieden sie zwischen drei Gruppen: Gemahlenen Kaffee, Instant-Kaffee und entkoffeinierten Kaffee.

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Im direkten Vergleich fiel dabei folgendes auf: Personen, die gemahlenen Kaffee trinken, erkrankten in Relation betrachtet seltener an Herzrhythmusstörungen. Allgemein wirken sich jedoch alle Sorten "positiv auf die Gesundheit aus und gingen mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit und Schlaganfall einher", fasst "Focus Online" die Ergebnisse zusammen.  In Bezug auf das Senken der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigte gemahlener Kaffee den größten Effekt, allerdings senkten auch die anderen beiden Arten das Risiko.

In Bezug auf Herzrhythmusstörungen fanden die Forschenden noch einen wichtigen Unterschied: Entkoffeinierter Kaffee reduzierte das Risiko einer solchen Erkrankung nicht - gemahlener Kaffee und Instant-Kaffee hingegen schon. 

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