• Zahlen rund um die Pille
  • Die Studie der Forscher*innen vom Albert Einstein College of Medicine
  • Fazit

Nach Angaben der AOK verhüten in Deutschland 47 % der sexuell aktiven Frauen mit der Pille; damit ist die Pille neben dem Kondom das am weitesten verbreitete Verhütungsmittel. Eine aktuelle Studie deckt nun auf, welchen Effekt die Pille auf das Gehirn hat.

Auswirkungen der Pille auf das Gehirn: Ergebnisse einer aktuellen Studie

Eine repräsentative Studie der Techniker zeigt, dass immer weniger Frauen die Pille nehmen. Vergleicht man die Anzahl der im Alter zwischen 14 und 19 Jahre alten Frauen und Mädchen, die 2015 die Pille nahmen, zu denen, die im Jahr 2020 mit der Pille verhüteten, ist ein Rückgang von 20 % festzustellen. Woran genau dies liegt, ist nicht eindeutig zu beantworten; vermutet wird von dem Leiter der TK-Landesvertretung, dass das erhöhte Thromboserisiko bestimmter Präparate eine große mediale Aufmerksamkeit erreicht. Ähnliche Zahlen teilt die AOK mit: 2018 haben 56 % der 18- bis 29-Jährigen zur Pille gegriffen, 2011 waren es noch ganze 72 %.

Neben der Sicherheit, die die Antibabypille Frauen und Mädchen verspricht, ist sie in einigen Aspekten kritisch zu betrachten. Aufgrund verschiedener Nebenwirkungen, Auswirkungen auf die Psyche und das erhöhte Risiko auf Brustkrebs sowie Thrombosen steht die Pille immer wieder in der Kritik. Forscher*innen aus den USA haben die Pille genau unter die Lupe genommen und konnten feststellen, dass sie das Gehirn verändern kann. Die Studie wurde in der "Radiological Society of North America" veröffentlicht und zeigt die Ergebnisse der Forscher*innen auf. Die Größe der Gehirnstruktur derjenigen Frauen, die mit der Pille verhüteten, sei maßgeblich kleiner als bei denen, die sie nicht nehmen. Ermittelt werden konnte dies durch den Vergleich von MRT-Aufnahmen 50 verschiedener Frauen, unter denen 21 eine Antibabypille einnahmen. Erste Rückschlüsse auf die kognitiven Funktionen, die Persönlichkeit der Frauen sowie die Stimmung konnten anhand verschiedener Tests getroffen werden: Das geringere Volumen des Hirnabschnittes konnte jedoch bisher nicht mit niedrigeren kognitiven Fähigkeiten in Verbindung gebracht werden.

Es konnte bewiesen werden, dass "der Gebrauch der Antibabypille mit einem geringeren Volumen des Hypothalamus einhergeht", so der Hirnforscher Dr. Michael Lipton. Der Unterschied betrug im Schnitt etwa 6 %. Beim Hypothalamus handelt es sich um einen Zwischenhirnabschnitt, der unter anderem für die Koordination von wichtigen Körpervorgängen, den Appetit, den Schlaf, den Blutdruck und die Regulation der Körpertemperatur zuständig ist. Des Weiteren werden unsere Gefühle sowie unser Sexualverhalten durch den Hypothalamus beeinflusst. Ein kleinerer Hypothalamus soll bewirken, dass Wut oder Depressionen verstärkt auftreten können.

Fazit

Die Pilotstudie zeigt zwar aktuell auf, dass es drastische Unterschiede in der Größe der Gehirnstruktur gibt, jedoch ist noch nicht eindeutig festgestellt worden, ob und welche Auswirkungen dies auf die Funktionen des Gehirns mit sich zieht. Es ist also derzeit nicht klar zu beantworten, wie schwer die Folgen der Pille auf das Gehirn tatsächlich sind.

Möchtest du aufgrund der möglichen Risiken und Nebenwirkungen auf ein anderes Verhütungsmittel zurückgreifen, stehen dir vielfältige Alternativen wie die Kupferspirale oder das Diaphragma zur Verfügung. Was für dich persönlich das richtige ist und ob du dennoch die Pille wählst, ist letztendlich dir überlassen.

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