• Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit und oft unspezifisch
  • Wärme oder Kälte - wann hilft was?
  • Rückenschmerzen sind weit verbreitet
  • Ursachen von Rückenschmerzen
  • Fazit

Rückenschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Meistens lassen sich jedoch keine eindeutigen Ursachen für Rückenschmerzen feststellen. Dann spricht man von sog. unspezifischen Rückenschmerzen. Auslösende Ursachen können einerseits im Rücken selbst, aber auch in anderen Körperregionen zu finden sein. Ob bei Rückenschmerzen Wärme oder Kälte hilft, ist abhängig von der Ursache. Häufig sind diese Behandlungsformen nur zur (schnellen) Linderung akuter Schmerzen gefragt. Therapien von Rückenschmerzen zielen grundsätzlich nach der Bekämpfung der Schmerzen und der Lockerung verspannter Muskulatur anschließend auf die Kräftigung der Muskeln. 

Wärme und Kälte - wann hilft was?

Wann Wärme oder Kälte hilft, den akuten Schmerzzustand zu lindern, kannst du dir im ersten Schritt schon anhand der physikalischen Wirkungsweisen erklären. Wärme weitet Gefäße aus und fördert die Durchblutung. Kälte dagegen zieht die Blutgefäße zusammen, wodurch die Durchblutung gemindert wird.

Wenn Rückschmerzen durch Verspannungen entstehen, gilt es, die Muskulatur wieder zu lockern. Das geschieht unter anderem durch eine erhöhte Durchblutung. Wärmepflaster, durchblutungsfördernde Salben, Massagen, Sauna oder Infrarotbestrahlungen sind hier hilfreich. Die Gefäße weiten sich durch die Wärme aus, die Muskeln werden stärker durchblutet und die Verspannungen lösen sich.<

Verspannungen lösen: Hier geht es zum Rückenpaket von Liebscher & Bracht

Ist ein eingeklemmter oder entzündeter Nerv die Ursache von Rückenschmerzen, empfiehlt sich dagegen die Behandlung mit Kälte. Das ist beispielsweise bei Ischias-Beschwerden, Bandscheibenvorfällen oder einem Hexenschuss der Fall. Hier drückt das umliegende Gewebe auf die Nervenfasern und Schmerzreize werden an das Gehirn gesendet. Kälte lässt die Gefäße zusammenziehen und vermindert den Schmerz, da die Nerven lokal betäubt werden.

Rückenschmerzen sind weit verbreitet

"Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. In der heutigen Zeit vor allem hervorgerufen durch Bewegungsmangel, aber auch das einseitige Belasten am Arbeitsplatz und Übergewicht sind wichtige Risikofaktoren für die Rückengesundheit." Beate Helbig ist Sportwissenschaftlerin bei der Techniker Krankenkasse und erklärt, dass Sport und Bewegung grundsätzlich zu den festen Bestandteilen einer Therapie von Rückenerkrankungen gehören. Darüber hinaus hilft regelmäßige Bewegung auch, um Rückenbeschwerden bereits vorzubeugen. Rückenschwimmen gilt hier als besonders schonend und gleichzeitig vorbeugend gegen Rückenschmerzen. 

Rückenschmerzen verursachen dadurch auch im Gesundheitssystem enorme Kosten. In Deutschland belaufen sich die Gesamtkosten nach Angaben der IKK e.V. (Gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen) auf bis zu 53 Mrd. Euro. Bei der Berechnung wurden direkte Kosten (Arztbesuche, Physiotherapie und Rehabilitation) mit einem Anteil von 46 Prozent ausgewiesen. Die indirekten Kosten (in Folge von Arbeitsunfähigkeit oder verminderter Produktivität am Arbeitsplatz) machen demnach den restlichen Anteil von 54 Prozent aus. 

Es sind vor allem die über die Zeit veränderten Lebens-, Ernährungs- und Arbeitsbedingungen, die dem Bewegungsapparat zu schaffen machen. Zu wenige und einseitige Bewegungen schaden dabei genauso wie dauerhaft schwere körperliche Arbeit. Wenn du überwiegend vor dem PC oder Fernseher sitzt, nur den Weg vom Schreibtisch zur Kantine zu Fuß zurücklegst und dich dazu noch wenig gesund ernährst, tust du dir und deinem Körper langfristig keinen Gefallen. Genauso schaden Tätigkeiten, bei denen du ständig schwere Gegenstände bewegen, viel Kraft aufwenden musst. 

Ursachen von Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen ist, wie bei allen Krankheiten, zwischen Symptomen und Ursache zu unterscheiden. Bewegungs- oder Verspannungsschmerzen, die du spürst, sind Symptome dafür, dass etwas in oder mit deinem Körper nicht stimmt. Die Ursachen können dabei sehr unterschiedlicher Natur sein. Angefangen von Erkrankungen der inneren Organe (z. B. Eierstockentzündung, Nierenbeckenentzündung) über mangelnde Bewegung, Übergewicht und falscher Körperhaltung bis hin zu krankhaften Veränderungen wie beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall, bei Gelenkblockaden oder Osteoporose.

Stress und Ängste können auch Rückenschmerzen auslösen. Durch die psychische Belastung gerät auch dein Körper in eine höhere Anspannung, wodurch sich deine Muskulatur verspannt. Folge sind meist Nacken- und Rückenschmerzen. Die wiederum führen oftmals dazu, sich in eine Schonhaltung zu begeben und Bewegung zu vermeiden. Eine Massage kann hier kurzzeitig helfen, lindert aber nur die Symptome.

Weil die Ursachen von Rückenschmerzen vielseitig sein können, ist eine richtige Diagnose ausschlaggebend für den erfolgreichen Therapieweg. Am besten ist natürlich, du beugst mit regelmäßiger Bewegung sowie einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise vor. Auf jeden Fall ist es ratsam bei Rückenschmerzen deinen Hausarzt bzw. deine Hausärztin oder einen Orthopäden bzw. eine Orthopädin aufzusuchen, bevor sie chronisch werden. Sind die Ursache für deine Rückenschmerzen nicht direkt im Rücken zu finden, kann auch der ganzheitliche Ansatz der Osteopathie helfen. Dazu erklärt Professorin Marina Fuhrmann, Deutschlands erste Professorin für Osteopathie: "Der Grundgedanke der Osteopathie ist die Verbindung der Körpersysteme. Haut, Organe, Bänder, Sehnen, Muskeln, Knochen, Nerven, Bindegewebe und Gefäße hängen direkt oder indirekt miteinander zusammen." 

Fazit

Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen und Symptome haben. In vielen Fällen sind Bewegungsmangel, Übergewicht oder einseitig belastende Tätigkeiten Grund für Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich, die mitunter auch die Beweglichkeit einschränken. In diesen Fällen lindert Wärme die Beschwerden. Darüber hinaus solltest du keine Schonhaltung einnehmen, sondern den inneren Schweinehund bekämpfen und deine körperliche Aktivität steigern.

Entzündungen oder Reizungen von Nerven bedürfen ggf. einer intensiveren ärztlichen Untersuchung (Orthopädie). Zur akuten Behandlung eignet sich eine Kältetherapie, die den Schmerz vorübergehend betäubt. Um die passende Behandlungsform zu finden, ist es auf alle Fälle wichtig, die richtige Ursache herauszufinden. Weitere Informationen zu dem Thema findest du auch hier.

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