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Selbstverteidigung

Pfefferspray zum Selbstschutz: Ist das erlaubt oder strafbar?

Ist es dir eigentlich erlaubt, dich mit Pfefferspray zu verteidigen? Oder ist schon die Benutzung eine Straftat? So ist die Rechtslage, wenn man sich damit zur Wehr setzen will.
Pfefferspray
Verteidigen mit Pfefferspray: Erlaubt oder straftbar - wie ist die Rechtslage? Foto: SecondSlide/Adobe Stock
  • Was genau ist Pfefferspray* überhaupt und wie wirkt es bei der Anwendung?
  • Was die Unterschiede bei den Sprays sind und welche man bedenkenlos kaufen kann
  • Ist es immer erlaubt sich damit zu verteidigen oder kann das auch strafbar sein?

Nicht wenige von uns, die gelegentlich abends oder nachts in einer Großstadt unterwegs sind, kennen das mulmige Gefühl alleine Bus oder U-Bahn fahren zu müssen. Und auch, wer sich ab und zu durch menschenleere Straßen oder abgelegene Gegenden bewegt, fühlt sich nicht selten unsicher. Somit liegt es nahe, sich zumindest mithilfe eines Pfeffersprays* etwaiger Angreifer erwehren zu können. Wie ist die Rechtslage beim Thema Pfefferspray*?

Was gilt beim Einsatz von Pfefferspray: Erlaubte Selbstverteidigung oder verbotene Körperverletzung?

Für relativ kleines Geld gekauft, passen die Fläschchen Pfefferspray in der Regel sowohl problemlos in Hand- als auch Jacketttasche. Doch das war der einfache Teil: Welches Spray ist überhaupt geeignet? Ist die Benutzung zur Selbstverteidigung immer erlaubt oder macht man sich beim Einsatz eines solchen Mittels unter Umständen vielleicht sogar strafbar? Fangen wir bei der Klärung dieser Fragen am besten von hinten an und werfen zunächst einen Blick in das Strafgesetzbuch (StGB). Dort findet sich unter § 32 StGB Folgendes:

  • (1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
  • (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Fast im gleichen Wortlaut findet sich diese Definition auch im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in § 227. Damit ist zumindest schon einmal klar, dass wir uns zur Selbstverteidigung auf jeden Fall wehren dürfen. Wichtig ist dabei, dass wir dies in einem engen zeitlichen Zusammenhang tun. Wer zum Beispiel gestern eine Ohrfeige erhalten hat, darf sich dann nicht erst zu Hause überlegen, dass das nicht in Ordnung war und dann dem anderen erst heute auch eine herunterhauen. Dazu kommt, dass die Selbstverteidigungs-Strategie immer auch angemessen und erforderlich sein sollte. Wer einen Schlag abbekommt, der darf dann nicht gleich ein Messer ziehen und auf den anderen einstechen. Ebenso darf zum Beispiel eine Frau, die in Kampfsporttechniken ausgebildet ist, nicht jemanden krankenhausreif schlagen, nur weil dieser ihr vielleicht die Geldbörse rauben möchte. Anders würde es sich zum Beispiel verhalten, wenn der Angreifer eine Vergewaltigung versucht oder der Frau nach dem Leben trachten würde.

Darf ich ein Pfefferspray mitführen?

Die Antwort auf die Frage, ob und wann die Anwendung von Pfefferspray* als angemessen anzusehen ist, kommt immer auf den jeweiligen Einzelfall an. Ganz allgemein gilt, dass Waffen und waffenähnliche Gegenstände in Deutschland unter das Waffengesetz fallen, sodass sowohl beim Kauf als auch beim Mitsichführen ganz bestimmte Bedingungen und Auflagen gelten.  

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Pfefferspray* fällt jedoch nicht unter das Waffengesetz, darf also zumindest problemlos gekauft werden. Jedoch sollte dieses eine Aufschrift tragen, wie etwa "Zur Tierabwehr". Außerdem darf es keine größere Reichweite als zwei Meter haben. Ist das gegeben, darfst du solch ein Spray ebenso wie andere Gegenstände auch zur Selbstverteidigung benutzen.

Die Verwendung sollte dennoch mit Bedacht erfolgen und nur, wenn du dich tatsächlich massiv körperlich bedroht fühlst. Denn die Wirkung ist eine massive Reizung der Schleimhäute und vor allem der Augen, sodass der damit Besprühte kaum mehr handlungsfähig ist. Deshalb gilt, solange man nur von jemandem beschimpft wird, ist dies kein hinreichender Grund, ihm einfach eine Ladung Pfeffer in die Augen zu sprühen. Wird jedoch jemand eindeutig zudringlich und es entwickelt sich eine gefährliche Situation, dann darf man ein Pfefferspray auch zum Selbstschutz einsetzen, ohne anschließend Sorge haben zu müssen, bestraft zu werden.  

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