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Das Darknet - was ist das eigentlich? Die dunkle Seite des Internets einfach erklärt

Immer wieder wird der Begriff "Darknet" mit illegalen Straftaten in Bezug gebracht. Doch was steckt eigentlich hinter dem "Dunklen Netz" ? Erfahren Sie hier, was es mit der schwarzen Seite des Internets auf sich hat, welchen Nutzen es hat und wer es nutzt.
 
Man hört es immer wieder, aber was ist es eigentlich? Das "Darknet".
Man hört es immer wieder, aber was ist es eigentlich? Das "Darknet". Foto: B_A/pixabay.com

Den meisten Menschen ist das Wort „Darknet“ mittlerweile ein Begriff. Oft genug hört man den Namen in den Medien im Zusammenhang mit diversen Straftaten. Zuletzt zum Beispiel als Jugendliche aus Bamberg Falschgeld anschafften, um damit einkaufen zu gehen. Aber auch der Amokschütze aus München soll seine Tatwaffe, eine Glock 17, über das Darknet gekauft haben.

Aber was ist das "Darknet"? Einfach nur ein Tummelplatz für zwielichtige Gestalten und Kriminelle?

"Darknet": Was ist der Unterschied zum "normalen Internet"?

Um das Darknet zu verstehen, muss man kein Spezialist sein. Es ist eigentlich gar nicht mal so schwer. Dennoch wird es deutlich leichter, wenn man weiß, was das "normale"  Internet eigentlich ist. Auch wenn nun einige Variablen ausgelassen werden, hier eine grobe Zusammenfassung, wie das herkömmliche Internet in seiner funktioniert. 

Das „normale“ Web oder das „Surface Web“, bezeichnet den Teil des Internets, den jeder Mensch über einen beliebigen Browser aufrufen kann. Wenn Sie diesen Text auf inFranken.de lesen, dann sind Sie somit bereits im „Surface Web“.

Dieses Netz setzt sich aus Netzwerken von Providern, Firmen oder beispielsweise auch Universitäten zusammen. Einfach gesagt: Verschiedenen Anbieter laden Informationen, wie eine Website, auf einen Server. Dieser stellt dann diese Information zu Verfügung. Nutzer können dann mit einem Browser eine bestimme Adresse aufrufen und werden an den Server weitergeleitet. Dieser leitet die Information an den Computer des Nutzers weiter. Der Browser (Chrome, Firefox, Safari usw.) zeigt diese an und macht sie  verfügbar. Eine Internetseite hat darüber hinaus eine bestimmte Adresse, eine Zahlenkombination, damit der Server weiß, welche Seite er weitergeben soll. 

Ein Schauplatz für Kriminelle? - Nicht ganz 

Wenn das so gut funktioniert, warum benötigt man dann ein Darknet? Ganz einfach: Das Browsen im Surface Web garantiert keine Anonymität. Begehen Sie hier eine Straftat, ist es für Justizbehörden ein Leichtes Sie auf mithilfe Ihrer IP-Adresse aufzuspüren. Das kann gerade in Ländern, in denen Zensur herrscht, schnell zum Problem werden. Die IP-Adresse kann man sich als Nummernschild vorstellen, mit der man ihren Rechner ausfindig machen kann. Übrigens hat jedes Gerät, dass einen Internetzugang bereitstellt, eine IP-Adresse. Also auch Ihr Smartphone oder die Spielekonsole. 

Das Darknet will genau das verhindern und versuchen einen möglichst anonymen Zugang zu garantierten. Dabei ist das alleinige Browsen im Darknet nichts Illegales. Laut gdata.de sind ca. 37 Prozent aller Darknet-Seiten völlig legal.

So findet man unter anderem auch ein Facebook-Portal im Darknet, das Menschen uneingeschränkt von Zensur und Meinungsfreiheit den Kontakt ermöglicht. Erst beim Aufrufen ganz bestimmter Seiten oder Inhalte macht man sich strafbar. Demnach ist das Darknet an sich nicht nur ein Versammlungsort von Kriminellen. Wie auch pcwelt.de mitteilt, ist der Kern des Darknets eigentlich lediglich die uneingeschränkte Kommunikation.

Server werden zwischengeschaltet

Aber wie funktioniert das? Anders als das herkömmliche Surface Web hat das Darknet keinen zentralen Server, der die Daten direkt zum Computer schickt. Stattdessen werden mehrere verschiedene Server dazwischen geschaltet, die zufällig angeordnet werden und am Ende schließlich beim Ziel landen.

Wenn ein Nutzer also eine Information an einen anderen Nutzer schicken will, kann es passieren, dass die Information durch ein Netz von Servern gejagt wird, das sich quer über den Globus verteilt, bis es endlich beim Ziel ankommt. Eine Rückverfolgung ist kaum möglich. Somit ist die Anonymität weites gehend gesichert. 

Aber nicht nur der Verbindungsaufbau ist sehr speziell, denn selbstverständlich kann man nicht einfach mit Google Chrome das Darknet durchstöbern. Benötigt wird eine spezielle Software, die den Eintritt ermöglicht. Den sogenannten „Tor-Browser“. Nach der Installation, tut dieser dann genau das: Er baut eine Verbindung auf, die aus einer endlosen Route über den Globus geht, bis endlich die Adresse gefunden wird, nach der gesucht wurde. 

Im Darknet ist man nicht unsichtbar, auch wenn es den Anschein macht

Auch im Darknet gilt es aber vorsichtig zu sein. Denn nur weil man hier meint anonym zu sein, kann  man auch hier Spuren hinterlassen. Gefahr geht man vor allem dann, wenn man Daten wie Kreditkarten, Zahlungsmethoden, Adressen oder persönliche Daten angibt.  Das gilt es unbedingt zu vermeiden, auch wenn Seiten es anfordern. Transaktionen im Darknet werden hauptsächlich mit der Kryptowährung Bitcoin getätigt. Diese kann man in extra dafür vorgesehenen Tauschbörsen gegen „Echtgeld“ erwerben. Dies geht vorzugsweise über die Software Bitcoin.de . Andere Zahlungsmöglichkeiten sollte man vermeiden. 

Alles über das Darknet

Hat man einen Betrag in Bitcoin, kann der Spaß auch schon losgehen - oder eben auch nicht. Denn was will man im Darknet kaufen, wenn man es nicht im Surface Web erwerben kann? Nichts was einem nicht gewaltigen Ärger einbringen würde - und genau dadurch kommt der fade Beigeschmack des Darknets zustande. Denn ob es nun Waffen sein sollen, Drogen, oder andere unverantwortliche Produkte - das Darknet bietet es an und wird damit auch zum Problem. Denn so einfach wie es sich anhört, ist es eben auch. Dies stellen letzten Endes auch immer mehr Kriminelle fest, die auf den entsprechenden Seiten ihre Wunschartikel finden. Das Darknet ist damit Fluch und Segen zugleich.

Zu den „Darknet-Websiten“ noch eine Besonderheit: Eine richtige „Suchmaschine“ gibt es dort nur provisorisch. Wenn Sie bestimmte Seiten finden wollen, müssen sie deren Adresse genau kennen. So wird von den anonymen Autoren garantiert, dass bestimmte Seiten, die nicht gefunden werden wollen, auch  für immer im Dunkeln bleiben.