• Hund aus dem Tierheim holen: Fragen, die du dir stellen solltest
  • Was sollte man über Hunde aus dem Tierheim wissen? 
  • Welche Kosten werden entstehen?
  • Wie findet man den richtigen Vierbeiner
  • Worauf kommt es in der Eingewöhnungsphase an?
  • Welche Probleme können auftreten - und wie lassen sie sich lösen? 

Ein sicheres, geborgenes Zuhause ist der größte Wunsch eines jeden Tierheimhundes. Wenn du einen von ihnen bei dir aufnehmen möchtest, ist die Freude dementsprechend riesig. Mit einem Hund ist allerdings auch viel Verantwortung verbunden - besonders, wenn er aus dem Tierheim kommt. Wie findet man heraus, ob man dieser Herausforderung gewachsen ist? In diesem Artikel zeigen wir dir, was auf dich zukommt, wenn du dich für eine Hundeadoption entscheidest. 

Was sollte man über Hunde aus dem Tierheim wissen?

Die Anschaffung eines Haustieres sollte immer gut überlegt sein. Bei Hunden aus dem Tierheim gibt es jedoch einiges mehr zu bedenken - schließlich steht nicht nur die Zukunft eines Lebewesens im Raum, sondern auch eine Menge unbeantworteter Fragen: Liegen gesundheitliche Probleme vor? Gab es unbekannte negative Erlebnisse bei den Vorbesitzern? Wie wird sich der Hund in deinem Zuhause verhalten? 

Häufig lässt sich das Leben eines Tierheimhundes nicht vollständig rekonstruieren. Schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit sind dabei keine Seltenheit. Um diese Hürde zu bewältigen, benötigt es Sicherheit im Umgang mit Hunden, viel Zeit und eine ganze Portion Geduld. Für gewöhnlich dauert die Eingewöhnungszeit länger als bei Hunden vom Züchter, aber die Herausforderung lohnt sich: Dem Hund geht es bei dir wesentlich besser als vorher, da sich die Pfleger:innen nur bedingt Zeit für jedes Tier nehmen können. Dementsprechend wird er bei dir richtig aufleben und das Familienleben in vollen Zügen genießen. 

Welche Vor- und Nachteile mit einer Adoption verbunden sind, wissen die Mitarbeiter:innen des Tierheims am besten. Sie können dir bei Unsicherheiten beratend zur Seite stehen. Übrigens: Auch dir werden viele Fragen gestellt, wenn du dich für einen Hund interessierst - beispielsweise über Familien- und Wohnsituation. So geht das Tierheim sicher, dass du ein sicheres Zuhause bieten kannst. 

Welche Kosten werden entstehen?

Ein wichtiger Aspekt, den es bei der Entscheidung zu berücksichtigen gilt, sind die anfallenden Kosten

Bezahlt wird meistens eine sogenannte Schutzgebühr. Diese beträgt etwa 200 bis 300 € und fließt in die Erhaltung des Tierheims ein. Für beide Seiten ist die Summe eine Absicherung dafür, dass du den Hund wirklich möchtest. 

Im Vergleich zu Hunden vom Züchter ist der Preis der Schutzgebühr verhältnismäßig gering. Trotzdem können auch zusätzliche Kosten entstehen: Obwohl Bewohner eines Tierheims tierärztlich betreut, geimpft und geröntgt werden, ist es durchaus möglich, dass gesundheitliche Probleme unentdeckt bleiben. Sobald sich der Hund in deiner Obhut befindet, übernimmt das Tierheim keine Verantwortung mehr für anfallende Tierarztkosten. Auch über diese Tatsache solltest du dir im Klaren sein, bevor du die Entscheidung triffst. 

Wie findet man den richtigen Vierbeiner?

Wenn du dich auch nach gründlichem Überlegen bereit für einen Hund aus dem Tierheim fühlst, beginnt der spannende Teil: die Auswahl des richtigen Vierbeiners. Nimm dir dafür so viel Zeit wie möglich - sprich mit Mitarbeiter*innen des Tierheims, informiere dich über Rassen, Charakteren und Verhalten der Hunde und wäge ab, welche Eigenschaften zu dir und deiner Familie passen. Macht das Tierheim einen seriösen Eindruck und beherbergt einen Hund, der möglicherweise zu dir und deiner Familie passen könnte? Dann steht der ersten Begegnung nichts mehr im Weg! Um euch gegenseitig besser kennenzulernen, eignet sich ein langsames Herantasten in drei Schritten: 

  1. Beobachte den Hund aus der Distanz. Wie verhält er sich gegenüber anderen Tieren und Menschen? Hast du bei ihm ein gutes Bauchgefühl? Kannst du dir ein Zusammenleben vorstellen? 
  2. Lerne den Hund aus der Nähe kennen. Gib ihm die Gelegenheit, sich einen Eindruck von dir zu verschaffen, indem du dich zunächst beschnuppern lässt. Wie reagiert er auf dich? Wirkt er schüchtern, interessiert oder abweisend? Lass dich nicht verunsichern, wenn er etwas Zeit braucht, um sich an deine Anwesenheit zu gewöhnen. 
  3. Geht gemeinsam spazieren. Viele Tierheime bieten die Möglichkeit, Hunde auszuführen oder mit ihnen zu spielen. Dabei könnt ihr euch besser kennenlernen. Versuche herauszufinden, wie er reagiert: Hat er vor etwas Angst? Kannst du ihn gut an der Leine führen? Kommt ihr miteinander zurecht?

Nach mehreren Besuchen mit allen Familienmitgliedern entsteht idealerweise bereits ein erstes Vertrauensverhältnis. Wenn die Chemie zwischen euch stimmt und alle formalen Schritte eingeleitet sind, darf der Hund schon bald in deine vier Wände. 

Worauf kommt es bei der Eingewöhnungsphase an?

Die erste Zeit im neuen Zuhause entscheidet, wie es mit euch weitergehen wird. Damit der Neustart gelingt, gibt es einiges zu beachten.

  • Klare Regeln: Zeige deinem Vierbeiner, dass du sowohl einfühlsam als auch konsequent im Umgang mit ihm bist. Hunde aus dem Tierheim, die möglicherweise aus schlechten Verhältnissen stammen, benötigen liebevolle, wohlwollende Grenzen. 
  • Geregelter Tagesablauf: Eine feste Routine gleich zu Beginn hilft dem Hund, sich an das neue Leben zu gewöhnen - auch wenn er zunächst nervös und ängstlich ist. 
  • Alleine bleiben üben: Das fällt Tierheimhunden oft schwer, wenn sie beispielsweise durch den plötzlichen Verlust ihres ehemaligen Besitzers Verlassensängste entwickelt haben. Umso wichtiger ist es, dass du dem Hund von Anfang beibringst, alleine zu bleiben. Beginne dabei bei wenigen Minuten und steigere die Zeit nach und nach. 
  • Hund stubenrein bekommen: Nicht alle Hunde aus dem Tierheim sind stubenrein. Um das im neuen Zuhause zu ändern, solltest du mit ihm alle zwei Stunden bzw. nach dem Fressen oder Schlafen spazieren gehen und ihn ausgiebig loben, wenn er dabei sein Geschäft verrichtet. Innerhalb der Wohnung bleibt er am besten möglichst rund um die Uhr in deiner Nähe, sodass du sofort mitbekommst, falls er rausgehen möchte. 
  • Kurze Spaziergänge: Häufig mangelt es im Tierheim an ausreichender Bewegung. Lange Strecken können daher schnell überfordern. Fange lieber mit kleinen Runden an, die nach und nach immer weiter ausgedehnt werden. So lernt dein neuer Hund Schritt für Schritt die neue Umgebung kennen. 
  • Besucher: Auch bei Aufmerksamkeit und Zuneigung sollte man zunächst zurückhaltend bleiben. Viele Hunde aus dem Tierheim brauchen Zeit, um sich an das neue Leben zu gewöhnen. Es empfiehlt sich daher, ein paar Tage zu warten, bevor Freunde und Verwandte den neuen Vierbeiner kennenlernen dürfen. 

Wichtig ist besonders, dass der Hund das Gefühl bekommt, ein liebevolles, sicheres Zuhause gefunden zu haben - und Menschen, auf die er sich jederzeit verlassen kann. 

Welche Probleme können auftreten - und wie lassen sie sich lösen?

Natürlich kann in der Eingewöhnungsphase (und auch darüber hinaus) nicht alles nach Drehbuch laufen. Um Überforderung und Unsicherheiten bei möglichen Konflikten selbstbewusst entgegentreten zu können, hilft es, bereits im Vorfeld entsprechende Lösungsansätze zu kennen. 

  • Der Hund knurrt oder schnappt: Lerne seine Körpersprache kennen. Auf diese Weise erkennst du schneller, wenn er sich bedrängt oder angegriffen fühlt und kannst dementsprechend reagieren. 
  • Der Hund ist bei Spaziergängen panisch und ängstlich: Ein Sicherheitsgeschirr verhindert, dass er sich aus dem Halsband befreien kann. Damit ist er gut geschützt und kann gemeinsam mit dir seine Ängste konfrontieren und abbauen. Büxt er dennoch aus, empfiehlt sich ein GPS-Tracker für Hunde. So kannst du ihn schnell wieder finden. 
  • Der Hund beherrscht wichtige Befehle nicht: Beginne am besten mit dem Training der Grundkommandos und suche dir Hilfe bei einem Hundetrainer. Auch der Besuch einer Hundeschule ist gut geeignet, um Erziehungslücken zu schließen oder das Verhalten des Tieres besser kennenzulernen. 

Egal, wie kompliziert es wird: Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Mit dem richtigen Erziehungstraining lassen sich viele Schwierigkeiten wieder ausbügeln. 

Fazit: Was sollte man wissen, bevor man sich einen Hund aus dem Tierheim holt?

Wenn du einen Hund aus dem Tierheim aufnehmen will, brauchst du vor allem Zeit, Geduld und Erfahrung. Außerdem solltest du dir darüber bewusst sein, dass du nicht alles aus seiner Vergangenheit wissen kannst - von schlechten Erfahrungen mit dem Vorbesitzer über negative Verhaltensweisen bis hin zu gesundheitlichen Problemen. Das birgt ein gewisses Risiko. Es kann sich aber durchaus lohnen, die Herausforderung anzunehmen, denn dem Hund wird es bei dir so gut gehen wie schon lange nicht mehr und das wirst auch du letztendlich spüren. 

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Sobald der Hund bei dir einzieht, übernimmst du die volle Verantwortung für ihn. Besonders die Eingewöhnungszeit ist für beide Seiten ein intensives Erlebnis. Damit der Übergang möglichst gut gelingt, solltest du deinem neuen Familienmitglied nicht zu viel auf einmal zeigen oder ihn mit Zuneigung überschütten. Bleibe lieber geduldig und konsequent im Umgang mit Regeln. Sollten größere Schwierigkeiten auftreten - beispielsweise Panik beim Spazierengehen, Aggressionen oder Befehlsverweigerung - empfiehlt sich das Hinzuziehen eines Experten oder der Besuch einer Hundeschule. Ist die Eingewöhnungszeit erfolgreich verlaufen, hast du nicht nur deinem Hund einen lang ersehnten Traum erfüllt, sondern auch selbst einen treuen Freund gewonnen. 

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