Sie zählt zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen: die Katze. Oft heißt es, sie sei pflegeleichter als Hunde. Außerdem hätte sie ihren eigenen Willen und würde sich ihr Frauchen oder Herrchen als Bedienstete halten.

Ob das so ist, das muss jeder selber herausfinden. Anderen Mythen sind wir allerdings auf den Grund gegangen. Mythen, die jeder schon einmal gehört hat und Behauptungen, die - sollten sie nicht stimmen - sogar gefährlich für jede Katze sein können.

Weltkatzentag 2021: Landen Katzen immer richtig? Ist Milch gut für die Tiere? Und hassen sich Hunde und Katzen? Faktencheck

Am Sonntag (08.08.2021) ist Weltkatzentag. An diesem Tag soll die Katze in den Fokus der Aufmerksamkeit rutschen - also, geht es zumindest nach den Samtpfoten, genauso wie an jedem anderen Tag im Jahr auch. Zum Ehrentag der Katze gehen wir folgenden Behauptungen auf den Grund:

  1. Kuhmilch ist gut für Katzen.
  2. Katze und Hunde hassen sich.
  3. Katzen können im Dunkeln sehen.
  4. Katzen landen immer auf den Pfoten.

Kuhmilch ist gut für Katzen.

Das stimmt nicht, denn Milch enthält Laktose. Diesen Milchzucker vertragen viele erwachsene Katzen nicht, weil ihr Körper das Enzym Laktase nicht mehr produziert, das für die Verwertung dieses Zuckers zuständig ist. Verdauungsprobleme wie Durchfall können die Folge sein. Außerdem ist Kuhmilch für Katzen zu fetthaltig. Wenn die eigene Mieze jedoch mit Wasser verdünnte (laktosefreie) Milch verträgt, kann man ihr minimale Mengen davon geben - als Leckerli, nicht als Getränk.

Katzen und Hunde hassen sich.

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Hunde und Katzen haben eine unterschiedliche Körpersprache. Das kann zu Missverständnissen bei der Kommunikation führen. Wedelt der Hund mit dem Schwanz, drückt er damit Freude aus. Schlägt die Katze mit ihrem Schwanz schnell hin und her, ist das eher ein Zeichen für Angst oder Aggressivität. Am besten lernen die Tiere die Sprache des anderen, wenn sie miteinander aufwachsen. Ob es zwischen Katze und Hund funktioniert, hängt auch davon ab, wie gut die beiden charakterlich harmonieren.

Katzen können im Dunkeln sehen.

Das entspricht mehr oder weniger der Wahrheit: In der Netzhaut des Auges sind bestimmte Sinneszellen für die Wahrnehmung von Helligkeit zuständig: die Stäbchen. Diese werden erregt, wenn Licht durch die Pupille ins Auge fällt. Eine Katze hat wesentlich mehr Stäbchen als der Mensch, sie ist aufs Hell-Dunkel-Sehen spezialisiert. So benötigt sie nur etwa ein Sechstel der Lichtmenge des menschlichen Auges, um noch etwas zu sehen.

Außerdem verfügen Katzenaugen über ein weiteres Merkmal, das für die optimale Ausnutzung von Licht in der Dämmerung sorgt: das Tapetum lucidum (Deutsch: leuchtender Teppich). Dies ist eine Struktur in der Aderhaut des Auges, die das einfallende Licht wie ein Spiegel reflektiert. Das wiederum verstärkt die Erregung der Stäbchen. Ist es allerdings vollkommen dunkel, sind auch Katzenaugen überfordert - und die Mieze muss sich anders orientieren.

Katzen landen immer auf den Pfoten.

Teilweise wahr: Katzen haben einen besonderen Reflex, der dafür sorgt, dass sie ihren Körper im freien Fall um die eigene Achse drehen können - zuerst den vorderen Teil, dann den Hinterleib. So schafft es das Tier, sich in weniger als einer halben Sekunde aus der Rückenlage zu drehen. Der Schwanz steuert gegen und stabilisiert die Position. Anschließend streckt die Katze die Pfoten von sich und vergrößert damit ihre Körperfläche, was für einen größeren Luftwiderstand sorgt. So gleitet sie dem Boden entgegen. Allerdings reicht die Höhe oft nicht für die Drehung und Landung auf den Pfoten aus. Bei Stürzen aus zwei bis drei Metern können sich Katzen schwer verletzen.

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