Ob beim Pasta-Essen in Italien oder bei einem Besuch im Burger-Restaurant in den USA: Trinkgeld sollte man immer geben. Oder nicht? In Deutschland sind zehn Prozent Trinkgeld der Standard. Doch nicht überall gelten die gleichen Regeln beim Trinkgeld. So sollen die Restaurantmitarbeiter in Amerika alleine auf den "Tip" angewiesen sein und in Japan gilt es als Beleidigung, der Servicekraft noch ein paar Groschen zuzustecken.

Doch was ist dran an den Gerüchten? Wir räumen auf mit dem Trinkgeldwirrwarr

Wie viel Trinkgeld gibt man im Ausland?

Europa 

In den meisten europäischen Ländern sind 10 Prozent Trinkgeld angemessen. Doch Vorsicht: In Frankreich, Spanien und Portugal lässt man das Geld einfach auf dem Tisch liegen, nachdem man die Rechnung bezahlt hat, erklärt marcopolo.de. Es kann in Italien und Frankreich aber auch vorkommen, dass das Trinkgeld schon auf der Rechnung als eine Art Zuschlag dazuaddiert wurde. In Italien zahlt man in der Regel fürs Gedeck, das sogenannte coperto. Außerdem ist in Italien und Kroatien die Angewohnheit der Deutschen, getrennt bezahlen zu wollen, sehr unbeliebt. Man kann also behaupten, dass in Europa mit den pauschalen 10 Prozent, die wir auch aus Deutschland als Trinkgeld kennen - trotz regionaler Unterschiede - nichts falsch gemacht werden kann.

USA und Kanada

Wer in Amerika ein Restaurant besucht, sollte mindestens 15 bis 20 Prozent Trinkgeld einplanen. Laut Sparkasse ist der Grund dafür, dass der Lohn der Servicekräfte in den USA überwiegend sehr niedrig und das Trinkgeld somit als wichtige Einnahmequelle fest eingeplant ist. Doch Vorsicht: Der "Service Charge", der immer öfter in Restaurants mit dazugerechnet wird, ist nach Angaben der US-Regierung nicht dasselbe wie Trinkgeld, welches direkt an die Bedienung geht. Wenn es durch die Angaben auf der Rechnung nicht ersichtlich ist, sollte man daher nicht zögern, einfach nachzufragen, ob das Trinkgeld schon in der "Service Charge" eingerechnet wurde.

Asien

Hier gelten andere Regeln. Besonders in Japan gilt das Geben von Trinkgeld als eine Beleidigung, da guter Service als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Auch in China wird Trinkgeld vorwiegend abgelehnt, da die Menschen dort, laut skyscanner.de, der Meinung sind, sie würden ja schon ein festes Gehalt für ihre Arbeit bekommen. Um also unangenehme Situationen zu vermeiden, solltet ihr in diesen Ländern auf Trinkgeld verzichten.  Ausnahmen sind sehr touristische Gebiete und das Land Thailand, in denen sich der europäische Standard von 10 Prozent weitgehend etabliert hat.

Beleidigung oder lebensnotwendig? Die Trinkgeld-Regeln in Asien, Europa und den USA

Australien und Neuseeland

In Australien kann man es machen, wie man will. Trinkgeld wird gerne angenommen, ist aber nicht zwingend notwendig. In Neuseeland wird sehr guter Service auch belohnt. Dann gelten auch um die 10 Prozent Aufschlag.

Südamerika 

In Chile, Peru, Costa Rica und Ecuador sind üblicherweise 15 Prozent Trinkgeld in eurer Rechnung inkludiert. In Kolumbien und Brasilien ist Trinkgeld zwar ungewöhnlich, aber in gehobeneren Restaurants solltet ihr ebenfalls zwischen 10 und 15 Prozent geben.

Wenn es bei euch bis zur nächsten Reise noch ein wenig hin ist, gibt es auch hier in Franken wunderschöne Bierkeller, die ihr in eurer Freizeit besuchen könnt.