Seid einiger Zeit begleiten Verbraucher und Verbraucherinnen Nachrichten über steigende Lebensmittelpreise in den Supermärkten und Discountern. Die Unterschiede in der Preislage zeigen sich dabei nicht nur im Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre, sondern auch im Vergleich mit anderen Ländern der Europäischen Union.

Laut dem Portal Express liegt die Teuerungsrate hierzulande bei 15,5 Prozent für Lebensmittel und übersteigt damit die Inflationsraten von Ländern wie Frankreich, Luxemburg oder Irland - dort stiegen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um gut 8 Prozent an. Mit Rücksicht auf dieses Verhältnis: Wie lässt sich der deutliche Unterschied erklären?

Lebensmittelpreise in Supermärkten und Discountern stark gestiegen - Wo liegen die Ursachen?

Zuerst: Deutschland ist im EU-Vergleich nicht Spitzenreiter, wenn es um eine ansteigende Inflationsrate bei Lebensmittel geht. Gerade in osteuropäischen Ländern liegt sie merkbar höher: In Litauen oder Lettland liegt die Nahrungsmittelinflation bei über 25 Prozent, in Ungarn sogar bei 33 Prozent. In Deutschland sind laut der "Wirtschaftswoche" eine Ursache für die Teuerungen die gestiegenen Erzeugerpreise. Sie bestimmen den Endpreis eines Produktes - zusammen mit Mehrwertsteuer, Marge und den Transportkosten. Vor allem in der Landwirtschaft wären diese Preise angestiegen, ein Umstand, der sich auch auf die Warenpreise bei Händlern wie Aldi, Lidl & Co. spürbar ausgewirkt hätte.

Dazu gesellen sich andere Faktoren, wie es ein Beispiel gut ausdrückt: Jörg Angelé, Ökonom beim Vermögensverwalter Bantleon, erklärte die Hintergründe, für den besonders starken Preisanstieg einiger Nahrungsmittel - dazu gehören: Molkereiprodukte, Öle, Fette und Fleisch.

Für ihn gehen die Preissteigerungen Hand in Hand mit der Entwicklung des Milchpreises, der sich in den letzten 18 Monaten fast verdoppelt hat. Dazu seien in der Fleischindustrie mit der Einführung des neuen Mindestlohns auch die Arbeitskosten gestiegen. Zusammen genommen bekommen die Verbraucher diese Veränderungen nun zu spüren.

Nahrungsmittelinflation im EU-Vergleich: Deutschland besaß niedriges Ausgangsniveau

Im EU-Vergleich verwies der Ökonom darauf, dass die Nahrungsmittelpreise in Deutschland von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau ausgehen. Dadurch fallen die Teuerungen stärker ins Gewicht. Das heißt: Kostet beispielsweise eine Gurke bei Aldi, Lidl & Co. jetzt einen Euro statt wie vorher 70 Cent, liegt die Teuerungsrate bei 43 Prozent. Steigt der Preis einer Gurke in Frankreich von 1,10 Euro auf 1,40 Euro, ist der absolute Anstieg des Preises mit 30 Cent zwar der gleiche, die Teuerungsrate liegt aber nur bei 27 Prozent. Das allgemeine Preisniveau bei Lebensmitteln ist in Frankreich im Vergleich zu Deutschland höher.

Spricht man jetzt über hohe Prozentzahlen beim Anstieg der Lebensmittelpreise in Deutschland und bemüht dabei den Vergleich mit EU-Ländern wie Frankreich, die in diesem Jahr eine geringere Nahrungsmittelinflation aufweisen, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Staaten innerhalb der Europäischen Union 2021 ein überdurchschnittlich hohes Preisniveau aufwiesen und Deutschland ein deutlich geringeres. Ein aussagekräftiger Vergleich der Lebensmittelinflation zwischen Deutschland und anderen EU-Staaten gestaltet sich aus dieser Sichtweise schwierig.

Auch interessant:

Vorschaubild: © Piman Khurtmuang/adobe Stock