Viele Fragen in der Sitzung am Freitag kreisten um die Frage, ob die ADD als Landesbehörde nicht schon am Abend des 14. Juli 2021 die Einsatzleitung vom Landkreis Ahrweiler hätte an sich ziehen müssen. «Es gab in der Nacht nicht die Anhaltspunkte, dass wir die Einsatzleitung übernehmen müssten», sagte Linnertz. Es seien nach dem damaligen Kenntnisstand keine zentralen Abwehrmaßnahmen erforderlich gewesen, und es habe auch keine Hinweise dafür gegeben, dass die TEL in der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht arbeitsfähig gewesen wäre. Erst am 16. Juli habe es erstmals einen Hinweis von einem ADD-Mitarbeiter bei der TEL in Bad Neuenahr-Ahrweiler gegeben, dass die dortige Einsatzleitung überfordert sei. Am 16. Juli sei in einem Telefonat mit Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) erstmals die Überlegung angestellt worden, dass die ADD die Einsatzleitung übernehmen soll.

Linnertz erfuhr nach eigenen Worten am Abend der Flutkatastrophe erst gegen Mitternacht von zerstörten Häusern in der Ortschaft Schuld, und auch, dass es Vermisste und eventuell Tote gebe. Dass dies tatsächlich der Fall gewesen sei, habe er erst am nächsten Tag erfahren. «Wir hätten in der Nacht nicht mehr Ressourcen in Einsatz bringen können», sagte er. Die Lage sei nicht vorhersehbar gewesen.