Die Beisetzungen der am Montag, 31. Januar 2022, im Dienst getöteten Polizeibeamten, Alexander K. und Yasmin B., fanden am Dienstag, 15. Februar, und Mittwoch, 16. Februar, in ihren Heimatorten statt.

Mehr als 600 Gäste verfolgten am Mittwoch vor der Aussegnungshalle am Friedhof in Homburg-Erbach im Saarland die Trauerfeier, die per Ton nach draußen übertragen wurde.

Die Beisetzungen der Polizisten fanden am Dienstag und Mittwoch statt

Alexander K. (29) wurde am 15. Februar, um 14 Uhr, auf dem Friedhof in Freisen beerdigt. Yasmin B. wurde am heutigen 16. Februar, um elf Uhr, auf dem Friedhof in Homburg-Erbach bestattet. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz bereitet darüber hinaus gemeinsam mit der Polizei eine offizielle Trauerfeier vor. 

Beisetzung von Yasmin B. (24) am Mittwoch in Homburg

Unter großer Anteilnahme wurde die Ende Januar im Dienst erschossene 24-jährige Polizistin Yasmin B. am heutigen Mittwoch, 16. Februar, um elf Uhr in Homburg-Erbach beigesetzt. Ihre Familie und Angehörigen verabschiedeten sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Mehr als 600 Trauergäste verfolgten die Trauerfeier vor der Aussegnungshalle am Friedhof Homburg-Erbach, die per Ton nach draußen übertragen wurde. Auch der Innenminister aus Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), und sein saarländischer Amtskollege Klaus Bouillon (CDU) waren anwesend. In der Halle nahm die Familie bei einer nicht öffentlichen Trauerfeier mit einer Ehrenwache der Polizei Abschied von der 24-Jährigen.

Zu der Beisetzung der 24-Jährigen waren auch Hunderte Polizist*innen gekommen, die auf dem Platz bei Regen andächtig innehielten. Nach Angaben der Polizei handelte es sich vor allem um Studierende der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz. Die junge Beamtin hätte Ende April ihren Abschluss gemacht, sagte ein Sprecher.

Die Beamtin war am 31. Januar zusammen mit einem 29 Jahre alten Kollegen während einer Fahrzeugkontrolle getötet worden. Zwei Männer aus dem Saarland sitzen als mutmaßliche Täter wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord in Untersuchungshaft. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer mit der Tat Jagdwilderei verdecken wollten.

Ergreifende Abschied mit emotionalen Ansprachen 

Sie "habe für ihren Beruf gebrannt" und "war davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben", sagte der Leiter der Hochschule, Uwe Lederer, in einer Ansprache. "Sie hatte noch so viel vor." Die junge Polizistin sei eine "ausgesprochen interessierte, aufgeschlossene engagierte Studierende" gewesen.

Die Tat habe alle erschüttert und bestürzt. "Die Brutalität und die Kaltblütigkeit der Morde macht uns fassungslos. Wir suchen nach Antworten. Vielleicht werden wir diese niemals finden. Für uns alle ist dies nur sehr schwer zu ertragen", sagte Lederer.

Der Homburger Pfarrer Pirmin Weber sprach von einem "sinnlosen Tod." Das "unfassbare Geschehen" sei "so schlimm" und mache "wütend und sprachlos zugleich". 

Alexander K. (29) wurde am Dienstag in Freisen beigesetzt

In der Kirche St. Remigius in Freisen fand am Dienstag um 14 Uhr ein Wortgottesdienst für Alexander K. (29) mit Angehörigen, Freunden und 80 geladenen Gästen statt. Die Feier wurde vom Polizeiseelsorger des Bistums Speyer, Matthias Orth, und einem Ensemble des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz mitgestaltet. Polizeipräsident Michael Denne hielt eine Ansprache.

Die Öffentlichkeit war in der Kirche nicht zugelassen, gleichwohl bestand die Möglichkeit der stillen Teilnahme an der Bruchwaldhalle. Hier waren Plätze ausschließlich für 500 geladene Gäste reserviert. Per Video-Stream war die Teilnahme am Gottesdienst möglich. 

Im Anschluss an den Wortgottesdienst fand die Bestattung auf dem Friedhof an der Bahnhofstraße statt. Die Familie und enge Freunde verabschiedeten sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Aussegnungshalle von Alexander K. Eine Ehrenwache der Polizei Rheinland-Pfalz begleiteten ihn und die Trauergäste zur Grabstätte.

Landtag in Mainz gedachte um 14 Uhr getöteter Polizisten

Mit einer Schweigeminute und kurzen Redebeiträgen gedachte der rheinland-pfälzische Landtag an diesem Mittwoch, 16. Februar, um 14.00 Uhr der beiden in der Westpfalz erschossenen Polizisten. Betroffen über den Tod der jungen Menschen im Alter von 24 und 29 Jahren erhoben sich die Abgeordneten des Landtags in Mainz zu Beginn einer Plenarsitzung am Mittwoch zu einer Schweigeminute von ihren Plätzen.

"Sie haben im Dienst für unser Land ihr Leben verloren", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch, 16. Februar. "Wir trauern gemeinsam um zwei lebensfrohe junge Menschen, die mit ganz großer Leidenschaft unser aller Sicherheit zu ihrem Beruf gemacht haben."

Worte könnten den tiefen Schmerz nicht lindern. Doch die Angehörigen seien mit ihrer Trauer und Verzweiflung nicht allein. "Die Täter werden sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren für ihre Taten verantworten müssen."

Anteilnahme auch von Landtagspräsident Hering und CDU-Fraktionsvorsitzendem Baldauf

Landtagspräsident Hendrik Hering erinnerte daran, dass die Polizei das staatliche Gewaltmonopol verkörpere. "Das ist ein sperriger Begriff - aber es ist ein hohes Gut." Es sei auch "die Voraussetzung für Rechtsstaatlichkeit und ein friedliches Zusammenleben".

Es sei Aufgabe aller, Polizistinnen und Polizisten mit Respekt zu begegnen, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf. "Sie tun Dienst im Wissen, dass ihre Arbeit sie in gefährliche, verstörende Situationen bringen kann."

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler sprach von zwei Menschen, "zwei von uns", die nun "unendlich schmerzlich vermisst werden". Dies sei auch bei den Beerdigungen am Dienstag und Mittwoch sehr deutlich geworden. Die Abgeordnete sagte, "dass Brutalität und Hemmungslosigkeit im Netz und auf der Straße zugenommen haben". Diese Entwicklung dürfe nicht akzeptiert werden.

In Saarbrücken gedachte auch der Landtag des Saarlandes mit einer Schweigeminute der beiden Polizisten. "Wir alle sind bestürzt, schockiert und tieftraurig", sagte Landtagspräsident Stephan Toscani.