Eine neue Umfrage in Rheinland-Pfalz zeigt überraschende, aber deutliche Unterstützung für eine Impfpflicht im Bundesland. Die Umfrage behandelte mehrere Themen, darunter Coronapolitik, Koalitionsbildung sowie eine Sonntagsfrage.

Zu insgesamt sechs Themen wurden Rheinland-Pfälzer*innen befragt. Die Umfrage wurde im Auftrag des SWR Politikmagazins Zur Sache Rheinland-Pfalz durchgeführt. 

Zwei Drittel aller Befragten mit dem Krisenmanagement in Deutschland unzufrieden 

Das erste behandelte Thema bei der Umfrage erfasste die Zufriedenheit der Befragten mit der Landesregierung im Umgang um die Coronakrise. Hierbei wurden 1.172 Menschen nach ihrer Meinung gefragt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement in Deutschland, gleichzeitig auch auf der Landesebene. 60 Prozent aller Befragten sind "weniger" oder "gar nicht" mit dem Krisenmanagement der Landesregierung in Rheinland-Pfalz zufrieden.

Nur 38 Prozent sind mit dem Vorgehen der Landesregierung zufrieden. Im Vergleich zur selben Frage, die im März 2021 auch gestellt wurde, sind jetzt 15 Prozent mehr Menschen mit dem Krisenmanagement der Regierung in Mainz unzufrieden. 

Die gleiche Anzahl an Befragten wurde nach ihrer Meinung zum Krisenmanagement der Regierung in Berlin gefragt, wobei die Ergebnisse noch schlechter für Bundespolitiker*innen sind. Hierbei sind 80 Prozent der Befragten mit dem Krisenmanagement unzufrieden. Im Vergleich zu März 2021 sind nun 19 Prozent mehr Menschen mit der Bundesregierung unzufrieden

Überraschendes Ergebnis: Mehrheit in RLP für eine Impfpflicht 

Um die vierte Welle des Coronavirus zu brechen, verständigten sich Bund und Länder auf neue, schärferer Maßnahmen. Auf der Bundesebene wird ebenso über eine Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich diskutiert. Allgemein ist in Rheinland-Pfalz die Mehrheit aller Befragten für eine allgemeine Impfpflicht für alle ab 18 Jahren (63 Prozent) sowie eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen (77 Prozent).

Weiter sind 75 Prozent für schärfere Kontaktbeschränkungen für nicht Geimpfte oder Genesene, während 67 Prozent für eine allgemeine Absage von Großveranstaltungen, darunter Sportspiele und Weihnachtsmärkte stimmten. Zudem erklärten 62 Prozent, dass sie eine Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte befürworten. Das einzige Thema, das von der Mehrheit nicht unterstützt wurde, seien Kontaktbeschränkungen für alle (29 Prozent).

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Allgemein sind, den Ergebnissen zufolge, Meinungen zur Impfpflicht nah an politischen Ideologie verbunden. Bei SPD-Wähler sind 74 Prozent für eine Impfpflicht, bei  CDU-Wähler liegt die Zahl bei 77 Prozent, bei Grüne-Wählern sind 61 Prozent für eine allgemeine Impfpflicht und bei FDP-Wählern sind 60 Prozent dafür. Weniger überraschend seien die Ergebnisse unter AfD-Wählern - nur 39 Prozent befürworteten für eine allgemeine Impfpflicht. Auch zum Thema sind 61 Prozent aller Befragten für strengere Maßnahmen gegen das Virus, eine Erhöhung von 39 Prozent im Vergleich zu März 2021.

Sonntagsfrage: Gewinn für SPD

Auch die Sonntagsfrage, wen die Rheinland-Pfälzer*innen wählen würden, war Teil der Umfrage. Der Gewinner war die SPD, die 34 Prozent der Unterstützung bekam. Nach der SPD folgte die CDU (21 Prozent), die Grünen (zwölf Prozent), die FDP (elf Prozent), die AfD (acht Prozent) und die Freien Wähler (sechs Prozent).

Die größten Änderungen im Vergleich zu September 2021 ist bei der FDP (+5 Prozent) und der SPD (-6 Prozent) zu erkennen. Zur neuen Koalition in Berlin haben nur 32 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz Vertrauen in die Ampelkoalition

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