In der Nacht, 11. November, sind vier Astronauten der NASA und der ESA vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation ISS geflogen. Mit dabei ist auch der Saarländer Matthias Maurer. Die Crew sollte eigentlich bereits am 31. Oktober ins Weltall fliegen, doch wegen schlechter Wetterverhältnisse wurde der Start mehrfach verschoben. 

Der Aufenthalt der vierköpfigen Crew soll laut ESA sechs Monate dauern. Für den Saarländer ist es die erste Weltraummission, zu der er von Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron begleitet wird. Maurer und sein Team lösen die Crew um den Franzosen Thomas Pesquet ab, die zum Teil in der Nacht von Montag, 8. November auf Dienstag, 9. November, zurückgekehrt ist. 

Matthias Maurer: das ist seine Mission

Der studierte Materialwissenschaftler soll im Rahmen der Mission "Cosmic Kiss" über 35 europäische und weitere internationale Experimente im All durchführen. "Die Ergebnisse werden das Wissen in Bereichen der menschlichen Gesundheit bis hin zur Materialwissenschaft erweitern, was dem Leben auf der Erde und der zukünftigen Erforschung des Weltraums zugutekommen wird", erklärt die ESA.

Einige Experimente wurden an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken entwickelt. Unter anderem sollen Maurer und die Crew herausfinden, wie sich die Bakterien unter den Bedingungen im Weltall verhalten. "Wir entwickeln verschiedene neuartige Oberflächen, die verhindern, dass sich solche Biofilme bilden", sagt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes.

Den Start verfolgten etwa 50 Menschen live in der saarländischen Heimatgemeinde des 51-jährigen Astronauten, Oberthal. Unter den Zuschauern war unter anderem der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans: "Ich drücke der gesamten Mannschaft und natürlich ganz besonders Matthias Maurer fest die Daumen und wünsche viel Erfolg auf der Mission."

Ankunft nach 20 Stunden Flugzeit

Das Spaceshuttle SpaceX Crew Dragon hat in der Nacht zum Freitag (MEZ) nach 20 Stunden Flugzeit die ISS erreichen. In der Raumstation wurden sie von den übrigen Mitgliedern der Crew-2, bestehend aus Nasa-Astronaut Mark Vande Hei und den russischen Kosmonauten Oleg Nowizki und Pjotr Dubrow, empfangen. 

Die seit April auf der ISS stationierte Crew begrüßte die Neuankömmlinge mit Jubel, Klatschen und vielen Umarmungen. Danach legten alle Sieben die Arme umeinander und posierten für Selfies. "Willkommen auf der Raumstation, Crew-3! Ihr saht super aus auf dem Foto", war aus dem Kontrollzentrum zu hören. "Wir haben hier unten ganz schön doll geklatscht und es gab viele lächelnde Gesichter."

Jessica Becker mit dpa