• Wildschweinangriff in Boppard 
  • Zwei Wanderinnen wurden verfolgt
  • Sohn des Jägers musste das Tier erschießen

Am vergangenen Wochenende sind zwei Wanderinnen aus Münster im Wald in Boppard mit dem Schrecken davongekommen. Die beiden Damen wurden von einem Wildschwein verfolgt und in die Enge getrieben. Erst die eintreffenden Jäger konnten Hilfe leisten.

Wanderinnen verliefen sich im Wald bei Boppard: Keiler stand direkt vor ihnen

Wie Ralf Schwammkrug, der am Ort des Geschehens als erster eintraf, im Gespräch mit inRLP.de berichtet, hatten die beiden Damen bei ihrem Ausflug nach Boppard vor, den Klettersteig zu durchwandern. Allerdings bemerkten sie auf dem Rückweg, dass sie sich verirrt hätten und den Rückweg nicht mehr finden würden. 

Daraufhin hätten die Wanderinnen versucht, mithilfe einer Wander-App, die eine der beiden Damen auf dem Handy hatte, zurückzufinden. Die angezeigte Route führte allerdings geradewegs durch eine "Wildruhezone", wie Schwammkrug, der als Jäger im besagten Gebiet tätig ist, erklärt.

Dort angekommen, machten sie die erschreckende Entdeckung: Ein junger Keiler wurde auf die beiden Frauen aufmerksam und stand ihnen direkt gegenüber. Bei ihrem darauffolgenden Versuch zu flüchten, wurde den beiden schnell klar, dass das Wildschwein nicht von ihnen ablässt. 

Flucht vor dem Wildschwein: Wandersfrauen kletterten auf Bäume

Um dem Keiler zu entkommen, sahen die Wanderinnen nach kurzer Zeit nur einen Ausweg: Auf Bäume klettern, sodass das Tier sie nicht mehr erreichen könne. "Die Bäume waren ungefähr zwei bis drei Meter hoch. Also gerade so hoch, dass der Keiler sie nicht erreichen konnte", so Schwammkrug.

Wie Ralf Schwammkrug berichtet, half aber selbst das nicht. Entgegen der Erwartungen der beiden Damen ließ der Keiler nicht von ihnen ab, sondern versuchte weiterhin zu ihnen zu gelangen. Irgendwann legte er sich sogar unterhalb der Frauen zur Ruhe. 

"Konnte es erst nicht glauben": Jäger kam zur Rettung

Nach kurzer Zeit riefen die Damen dann die Feuerwehr, welche wiederum die Polizei gerufen hatte. Diese hatte den Vorfall dann dem zuständigen Jagdpächter Ralf Schwammkrug gemeldet. 

"Als mich die Polizei angerufen hatte, konnte ich es erst nicht glauben", so der Jäger über seine Reaktion auf den ungewöhnlichen Vorfall. Eigentlich seien die Tiere scheu, erklärte er. Nach einem Telefonat mit einer der beiden Frauen setzte er sich, gemeinsam mit seinem Sohn, jedoch sofort ins Auto und machte sich auf den Weg in den Wald.

Als die beiden dort ankamen, fanden sie das Wildschwein tatsächlich unterhalb der Damen, die sich auf den Bäumen befanden. Auffällig war sofort, dass das Tier immer wieder versucht habe, zu den Wanderinnen auf die Bäume zu gelangen.

Genaue Ursache für den Angriff noch unbekannt

Ralf Schwammkrug feuerte, als der Keiler auf ihn zukam, einen Schuss in Richtung des Tieres ab. Allerdings verfehlte er. Daraufhin rannte das Wildschwein in Richtung seines Sohnes, der auch Jäger ist und das Tier mit einem gezielten Schuss traf und damit letztlich erlegen konnte. 

Das Tier sei noch vor Ort aufgebrochen worden, jedoch ohne sichtliche Hinweise auf Krankheiten oder Unstimmigkeiten. Untersuchungen ergaben, dass der Keiler gesund war. Weitere Nachforschungen laufen derweil.

"Wildruhezonen unbedingt vermeiden": Jäger mahnt zur Vorsicht

Nachdem die Situation entschärft war, standen die beiden Damen erst etwas unter Schock. Jedoch waren sie bereits am nächsten Morgen wieder beruhigt und heil nach Hause gereist, wie der Jagdpächter berichtet.

"Das kann auch ganz anders enden", erklärt Schwammkrug, der darauf anspielt, wie gefährlich eine Begegnung mit Wildschweinen sein kann. Im Anschluss an den Vorfall habe er den beiden Frauen die "messerscharfen Zähne" des Tieres gezeigt und ihnen klargemacht, dass sie Glück im Unglück gehabt hätten.

"Wanderer sollten Wildruhezonen unbedingt vermeiden", so der Jäger. Vor allem im Herbst brauche das Wild einen Rückzugbereich, in dem es nicht gestört werden sollte. Wander-Apps sorgen hin und wieder dafür, dass Wanderer auf die falsche Fährte geführt werden. inRLP.de hat mit einem Wanderexperten gesprochen und Tipps für dich, wie du die richtige Route findest.