• Keine Isolationspflicht mehr in Rheinland-Pfalz
  • Corona-Pandemie beeinflusst Klinikalltag weiterhin stark
  • Zahl der Corona-Patient*innen steigt wieder

Nach Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hessen ist nun auch in Rheinland-Pfalz die Isolationspflicht gefallen.  Da die Corona-Schutzmaßnahmen zunehmend zurückgefahren werden, spielt die Pandemie im Alltag der Menschen eine immer kleinere Rolle. Doch wie sieht es mit den Kliniken aus? Wie stehen sie zu den wegfallenden Schutzmaßnahmen? inRLP.de hat bei den Koblenzer Krankenhäusern nachgefragt. 

Koblenzer Krankenhäuser: "Wir nehmen die Aufhebung der Isolationspflicht zur Kenntnis"

Was noch vor einem Jahr undenkbar war, ist in jetzt auch in Rheinland-Pfalz Realität: Corona-Infizierte müssen sich seit Samstag (26. November 2022) nicht länger isolieren, dürfen das Haus verlassen und beispielsweise sogar zur Arbeit gehen. "Wir nehmen die Aufhebung der Isolationspflicht zur Kenntnis und begrüßen die weiterhin geltende Maskenpflicht", so eine Sprecherin der Koblenzer Krankenhäuser zu den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen. 

Allerdings müsse man sich in den Kliniken jetzt auf "einen eventuellen Anstieg des Infektionsgeschehens, verbunden mit symptomatischen Krankheitsverläufen und Versorgungsengpässen im Winter" einstellen.  Daher sei es weiterhin sinnvoll, sich gegen Corona impfen zu lassen. Insbesondere in Risikobereichen sollte außerdem eine FFP-Maske getragen werden. 

Auf die Frage, ob sich die Krankenhäuser in Sachen Pandemie-Bewältigung ausreichend unterstützt fühlen, hat die Unternehmenssprecherin eine klare Antwort: "Nein, da es für eine Reihe von Herausforderungen bisher keine Lösungen gibt – etwa ausgelaufene Ausgleichszahlungen, Inflationsausgleich durch Härtefonds et cetera." Hier scheint also noch Verbesserungspotential zu bestehen. 

Corona-Situation in den Krankenhäusern: Die Zahl der Patient*innen nimmt wieder zu

Während Corona in der Bevölkerung immer mehr zu einer Nebensache wird oder gänzlich in Vergessenheit gerät, spielt die Pandemie in den Krankenhäusern, wie die Sprecherin der Koblenzer Krankenhäuser gegenüber inRLP.de erläutert, weiterhin eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dies zeige sich vor allem an den nach wie vor hohen Krankenständen, die jedoch nicht nur auf Corona, sondern auch auf die Grippewelle zurückzuführen seien. 

"Zudem sind die Hygienemaßnahmen zur Vermeidung der Verbreitung des Virus nach wie vor sehr umfangreich, was wir aber als zielführend erachten", erklärt sie weiter. Nach einem Höchststand der Corona-Patient*innen und danach stark sinkenden Zahlen, sei aktuell leider wieder ein Anstieg zu bemerken. 

"Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass sich - wenn man die letzten drei Jahre betrachtet – das Erkrankungsbild der Corona-Infektionen deutlich gewandelt habe. Von einer schweren Pneumonie, die alle Altersgruppen betrifft, hin zu einer sehr ansteckenden Infektionserkrankung, die bei Patient*innen mit Vorerkrankungen durchaus auch einen schweren Verlauf nehmen kann", so die Unternehmenssprecherin. Ausschlaggebend für mildere Verläufe seien die Impfung, aber auch antivirale Medikamente, die in der Frühphase der Erkrankung eingesetzt werden müssen.