10,7 Millionen - so viele Hunde leben, nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V. in deutschen Haushalten. Somit lebt in 21 Prozent aller deutscher Haushalte mindestens ein Hund. Doch das Glück einer liebenden Familie hat noch lange nicht jeder Hund. So gibt es im Ausland immer noch viele Straßenhunde und auch in Deutschland sind Fellnasen in Not.

Die HundeHilfe Koblenz e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Hunden zu helfen. Seit nun mehr 15 Jahren kümmert sich der über Spendengelder finanzierte Verein mit viel Herzblut, um Hunde, die in ihrem bisherigen Leben weniger Glück hatten  als andere ihrer Artgenossen.

Ein Besuch im größten Tierheim der Welt: Der Beginn der HundeHilfe Koblenz e.V.

Die Geschichte der Hundehilfe Koblenz e.V. beginnt im Jahr 2006.  Ellen Eibel, die Gründerin und erste Vorsitzende des eingetragenen Vereins, besuchte damals die Smeura in Rumänien, welches das größte Tierheim der Welt ist. Mit dem Leid der Tiere konfrontiert, wollte sie unbedingt helfen. Aus diesem Grund beschloss sie, sich zumindest um einen der Hunde - Ricki - dort zu kümmern. 

Aus dieser privaten Initiative, die mit der Rettung von Ricki begonnen hat, entstand die HundeHilfe Koblenz e.V., zu der heute zahlreiche Mitglieder und ehrenamtliche Helfer*innen gehören. Seit ihrem Bestehen konnte die HundeHilfe schon 2336 Hunden ein schönes, neues Leben schenken. Allein in diesem Jahr konnte bereits 170 Tieren geholfen werden.

Hunderettung: Oftmals emotionale Geschichten

"Wir machen diese Arbeit, weil die Hunde sich nicht selbst wehren können", beschreibt Hilde von Empt, die bei der HundeHilfe Koblenz e.V. aktiv ist, den Grund hinter ihrem Engagement. Weil die Hunde sich nicht selbst helfen können, seien wir Menschen in der Pflicht dieses für sie zu tun. "Sie sind genauso Lebewesen wie wir auch", führt die Tierschützerin weiter aus. Jeder Hund hätte die Chance auf ein schönes Leben verdient.

Bei den vielen Hunden, die der Verein Jahr für Jahr rettet, sind immer wieder auch emotionale Geschichten dabei, die den Tierschützer*innen besonders nahe gehen. Etwa die Geschichte von Hündin Heidi. Heidi wurde 2017 aus einer Tötungsstation in Rumänien gerettet. Sie wurde anschließend vermittelt und fand ein gutes Zuhause. Im Sommer dieses Jahres wurde Heidis Familie durch die Flutkatastrophe jedoch schwer getroffen. Ihre schon etwas älteren Besitzer*innen konnten diesen Schock nur schwer verkraften und leben seither in einem Pflegeheim. Da sich auch kein anderes Familienmitglied um die Hündin kümmern konnte, kam Heidi wieder zur Hundehilfe, wo sie seither auf ein neues Zuhause hofft. Damit wurde Heidi zu einem Flutopfer.

Hilfe immer gefragt: Helfen durch Spendengelder, Gassi gehen und Reperaturarbeiten

"Das Ding am Laufen halten", beschreibt Hilde von Empt als größte Herausforderung des Vereins. Damit Hunden wie Heidi geholfen werden kann, ist die HundeHilfe Koblenz e.V. auf die Hilfe anderer angewiesen. "Wir leben  von Spenden", beschreibt von Empt die finanzielle Situation des Vereins. Hinzu würde noch die Vermittlungsgebühr kommen, doch diese Einnahmen seien schnell aufgebraucht. Vor allem, wenn die Hunde zum Tierarzt oder zur Tierärztin müssten. "Von der Stadt kriegen wir nichts", beschreibt die Tierschützerin die Notwendigkeit von Spenden weiter. Allerdings sei es gerade in der aktuell schwierigen Situation oftmals gar nicht so einfach Spenden zu sammeln.

Nicht weniger wichtige sei Hilfe aber auch an anderen Stellen. So würde sich der Verein zum Beispiel immer über Hilfe bei anstehenden Reparaturen freuen. "Wir sind ein Team, das komplett aus Frauen besteht. Manchmal brauchen wir die Kraft eines Mannes", erklärt Hilde von Empt. Helfen könne man auch durch das Gassi gehen mit den Hunden oder durch Sachspenden wie zum Beispiel Futter oder Waschmittel. So schwierig die Situation manchmal auch sei, die Frauen von der HundeHilfe Koblenz e.V. machen sie gerne. "Wir sind mit dem Herzen dabei", so Hilde von Empt.