• Krankheitsausfälle in Kliniken erreichen Höchststand 
  • Positiv getestete Pfleger*innen können auf die Arbeit
  • GK-Mittelrhein nimmt neue Regelung für Mitarbeitende nicht an 

Das Coronavirus hat die Krankenhäuser Deutschlands die letzten Jahre komplett ausgelastet. Pfleger*innen aus allen Bereichen sind durch die zweijährige Dauerbelastung zunehmend erschöpft. Die Zahl der Krankheitsausfälle im Universitätsklinikum Gießen und Marburg hat jetzt einen erneuten Höchststand erreicht. Jetzt können dort auch Corona-positiv getestete Pfleger*innen arbeiten, solange sie symptomfrei sind. 

Koblenz: Hoher covid-bedingter Krankenstand - auch Fachkräftemangel setzt GK-Klinik zu

Der Personalmangel macht sich nicht nur in Gießen bemerkbar. Auch das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein spürt die wachsenden Krankheitsausfälle: "Der deutschlandweite Fachkräftemangel in der Pflege betrifft auch unser GK-Mittelrhein. Erschwerend kommt ein hoher – auch covid-bedingter Krankenstand hinzu", erklärt Jutta Münch aus der Unternehmenskommunikation des GK-Mittelrhein. 

Die Lage sei insgesamt angespannt, doch es sei noch "eine beherrschbare Situation", bestätigt Münch gegenüber inRLP.de. Solch eine Ausnahmesituation lasse sich nur mit ganz genauer Organisation und den passenden Systemen überbrücken: "Geeignete Konzepte, um mögliche Ausfälle zu kompensieren – etwa flexible Arbeitszeitmodelle und eine vorausschauende Personalplanung (Springerpools etc.), helfen dabei", berichtet Jutta Münch detailliert. 

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) rief die Meldestufe 2 (gelb) aufgrund des hohen Personalmangels auf. Prof. Werner Seeger, der ärztliche Geschäftsführer des UKGM beantwortete in einem Q&A (Question & Answer) verschiedene Fragen zu der Entscheidung coronapositive Pfleger*innen ohne Symptome als arbeitsfähig zu erklären. Hierzu schätzte er die damit verbundene Gefahr für Patient*innen ein, "Risikoabwägung bedeutet somit hier, dass eindeutig weniger Patientengefährdung zu erwarten ist, wenn in diesem Bereich unter Wahrung aller Schutzmaßnahmen symptomfreie Mitarbeiter mit Coronainfektion eingesetzt werden".

Situation in Koblenz noch "beherrschbar" - Klinik lehnt Gießener Vorstoß ab

Im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein herrsche auch ein zunehmender Personalmangel. Allerdings sehe man die Situation noch als "beherrschbar" an. Nach Angaben von Jutta Münch lägen punktuelle Schließungen der Stationen auch nicht nur an Covid-19.

Deshalb spricht sich das Klinikum auch gegen ein Vorgehen nach Gießener Beispiel aus, positiv getestete und symptomfreie Mitarbeiter*innen auf die Arbeit zu lassen: "Diese Regelung trifft nicht auf uns zu und wir halten sie aufgrund der aktuell beherrschbaren Situation für uns nicht notwendig und aufgrund der steigenden Covid-Fälle für nicht geboten", bestätigt Jutta Münch.