Viele kennen sie aus dem Urlaub in südlichen Ländern: Straßenkatzen. Doch auch in Deutschland gibt es viele frei lebende Katzen, man sieht sie nur nicht so häufig. Außerdem werden in Tierheimen Jahr für Jahr ungewollte Katzenkinder abgegeben. So sind beispielsweise auch im Tierheim Koblenz zuletzt zahlreiche Jungkatzen gelandet. Hinter beiden Problemen steckt zumindest teilweise dieselbe Ursache: Besitzer*innen, die ihre Freigänger-Katzen nicht kastrieren lassen, sodass sich diese unkontrolliert vermehren können.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert auch aus diesem Grund schon lange eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen, die nach draußen dürfen. Gleichzeitig unterstützt er auch Kastrationsaktionen.  So finden durch die Initiative des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, der örtlichen Tierschutzvereine und der Landestierärztekammer vom 17. bis 29. Januar landesweite Kastrationswochen statt. Auch das Tierheim Koblenz unterstützt diese.

"Keine negativen Konsequenzen": Kastration bringt nur Vorteile für Mensch und Tier

"Auch in diesem Jahr will unser Tierschutzverein, mit den Katzen-Kastrationswochen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund, finanzschwachen Tierfreunden die Möglichkeit geben, zu weitaus günstigeren Kosten ihre Katzen kastrieren zu lassen", schreibt das Tierheim dazu auf seiner Facebook Seite.

Es seien "keine negativen Konsequenzen für die Gesundheit, das Verhalten und das Wohlbefinden der Tiere bekannt, die durch die Kastration entstehen könnten", klärt der Deutsche Tierschutzbund auf. Im Gegenteil: Eine Kastration sei mit zahlreichen Vorteilen für Vierbeiner und ihre Besitzer*innen verbunden. So würde dadurch das Fortpflanzungsverhalten der Katzen wegfallen, wodurch etwa Streitigkeiten mit Artgenossen und daraus resultierende Verletzungen vermindert würden.

Teilnehmer*innen erhalten einen 20 prozentigen Zuschuss zur Kastration

Wer seinen Stubentiger im Zuge der Aktion kastrieren lassen möchte, kann sich dazu an eine ebenfalls teilnehmende Tierarztpraxis wenden. Bei der Aktion dabei sind:

  • Tierartzpraxis Dr. Jautz, Koblenz
  • Tierartzpraxis Dr. Brühl, Koblenz
  • Tierartzpraxis Dr. Hauck, Koblenz
  • Tierarztpraxis Dingendorf, Ochtendung
  • Tierarztpraxis Dr. Stolzefuß, St. Goarshausen

Nach Erhalt der Kastrationsbescheinigung erhalten die Tierhalter*innen vom Tierschutzverein Koblenz und Umgebung e.V. einen Zuschuss zur Kastration in Höhe von 20 Prozent. Die Tiere müssen außerdem, sofern noch nicht erfolgt, durch einen Chip oder eine Tätowierung gekennzeichnet werden.

Aktion zur Unterstützung von "bedürftigen Tierhaltern"

"Da wir mit dieser Aktion besonders bedürftigen Tierhaltern diese Kostenermäßigung ermöglichen möchten, erstatten wir die Kosten nur gegen einen entsprechenden Nachweis", erklärt das Tierheim weiter. Möglich sei beispielsweise ein Renten- und Sozialhilfenachweise.

Außerdem gilt der Kastrationszuschuss nur für Katzen und Kater aus folgenden Städten und Verbandsgemeinden:

  • Stadt Koblenz
  • Stadt Lahnstein
  • Stadt Bendorf
  • Verbandsgemeinde Rhens (Rhens, Waldesch, Brey, Spay, Hünenfeld)
  • Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein
  • Verbandsgemeinde Boppard
  • Verbandsgemeinde Vallendar
  • Verbandsgemeinde Braubach-Loreley
  • Verbandsgemeinde Zell

"Teufelskreis durchbrechen und das Katzenleid beenden"

"Etwa zwei Millionen Straßenkatzen gibt es in Deutschland, Hundertausende sind es in Rheinland-Pfalz", so Landesvorsitzender des Tierschutzbund Rheinland-Pfalz, Andreas Lindig. Die Tiere würden von unkastrierten Freigänger-Katzen aus Privathaushalten abstammen. "Nur die Kastration von Freigängern kann diesen Teufelskreis durchbrechen und das Katzenleid beenden. Deshalb appellieren wir auch grundsätzlich an alle Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen."

Für das Wohl der Tiere bleibt zu hoffen, dass diesem Appell viele Menschen folgen und vielleicht auch das Angebot der Kastrationswochen in Anspruch nehmen. Auf Facebook stößt die Aktion jedenfalls auf viel Zustimmung und Begeisterung unter den Tierheim Koblenz-Follower*innen. "Ein wichtige und tolle Aktion", schreibt etwa eine Userin in Kombination mit einem Daumen hoch. "Vorbildliche Aktion! Ich hoffe, dass sie von vielen genutzt wird. Viel Erfolg!", so eine weitere Facebook-Nutzerin.