• Am Hauptbahnhof Koblenz wurde ein Zweijähriger Opfer einer Messerattacke
  • Ein Busfahrer konnte den 39-jährigen Angreifer stoppen
  • Das Kind ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen
  • Der Oberstaatsanwalt informiert über die Tatwaffe und die Hintergründe

In der Nähe des Hauptbahnhofs in Koblenz spielte sich am Sonntag (13. März 2022) ein Drama ab: Der Angreifer (39) schubste die Mutter des Kindes vom Kinderwagen weg und stach auf ihren zweijährigen Jungen ein. Nun lautet der Vorwurf "Verdacht des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung" gegen den 39-jährigen Tatverdächtigen. Ein Busfahrer und eine Krankenschwester halfen dem Opfer, das inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. 

Update vom 23.03.2022, 14.31 Uhr: Kind mit Küchenmesser angegriffen - Mann war Mutter nicht bekannt

Wie der Oberstaatsanwalt Dr. Dieter Moll am Mittwochmittag (23. März 2022) gegenüber inRLP.de mitteilt, liegen aktuell keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschuldigte vor der Tat in einer bestimmten näheren Beziehung zu dem verletzten Kind oder seiner Mutter gestanden hätte. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist bei der Tat ein Küchenmesser verwendet worden. Bei der Tat ist das Kind an verschiedenen Körperstellen getroffen worden, insbesondere mehrmals im Bereich des Rückens.

Update vom 21.03.2022, 16.21 Uhr: Kind nach Messerangriff in Koblenz aus Krankenhaus entlassen

Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag (21. März 2022) gegenüber inRLP.de mitteilt, befindet sich das Kind nicht mehr im Krankenhaus. Es bestünden derzeit auch keine Anhaltspunkte dafür, dass das Kind bleibende körperliche Schäden davongetragen hätte.

Die Ermittlungen dauern weiter an, erklärt die Staatsanwaltschaft. Sie habe einen Sachverständigen mit der Erstattung eines Gutachtens zur Schuldfähigkeit beauftragt. Auch müsse geklärt werden, ob der Beschuldigte die Voraussetzungen einer Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung des Maßregelvollzugs erfüllt.

Die Erstellung des in Auftrag gegebenen Gutachtens dürfte voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen, so die Staatsanwaltschaft Koblenz gegenüber inRLP.de.

Update vom 18.03.2022, 18 Uhr: Busfahrer und Passant überwältigen Messer-Mann - Krankenschwester hilft

Mit ihrem "beherzten Eingreifen" hätten Passanten wohl Schlimmeres verhindert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nun ist mehr über diese Heldentat bekannt.

Nach einer Recherche von inRLP.de erklärt Jürgen Czielinski, der Geschäftsführer der Koblenzer Verkehrsbetriebe GmbH (koveb), am Freitag (18. März 2022), dass ein Busfahrer, der nicht im Dienst war, sowie eine Frau dem Opfer zu Hilfe geeilt sein sollen. Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, hatte der 39-Jährige zuerst die Mutter weggeschubst und dann den Jungen attackiert. Dabei stach der Täter unter anderem in den Oberkörper des kleinen Kindes. Laut dem koveb-Geschäftsführer hörte der Busfahrer die Schreie der Mutter und reagierte sofort. Mit einem anderen Passanten überwältigte er den 39-Jährigen. Durch den Einsatz der beiden Männer war es der Polizei auch möglich, den Tatverdächtigen direkt festzunehmen.

Eine Krankenschwester, die inRLP.de danach ein Exklusivinterview gab, ist nach der Attacke dem Kind zu Hilfe geeilt und hat Erste Hilfe geleistet.

Staatsanwaltschaft: Täter womöglich nicht schuldfähig

Durch die Messerstiche wurde das Kind schwer verletzt. Es musste operiert werden, erläuterte die Staatsanwaltschaft am Montag (14. März 2022), einen Tag nach der Tat. Der Junge sei außer Lebensgefahr. Am Freitag (18. März 2022) befinde sich das Kind noch immer im Krankenhaus, berichtet RTL und beruft sich dabei auf eine Aussage des Oberstaatsanwalts Dr. Dietmar Moll.

Gegen den Angreifer ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz nun wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Laut Staatsanwaltschaft gebe es Anhaltspunkte dafür, dass der Tatverdächtige zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war. Aus diesem Grund sei der Mann auch seit Montag (14. März 2022) in einer geschlossenen Maßregelvollzugseinrichtung in Rheinland-Pfalz untergebracht.

Nach dem Messerangriff in der Nähe des Hauptbahnhofs sitzt der Schock tief: "Es hat mich natürlich erschrocken, dass so etwas in Koblenz passiert", sagte ein Sprecher der Bahnhofsmission auf Nachfrage von inRLP.de. Er könne nicht glauben, dass diese Messerattacke auf ein Kind am Koblenzer Hauptbahnhof passiert ist.