Weihnachtsbäume gehören zum Weihnachtsfest dazu - in nahezu jedem Haushalt findet sich zur Adventszeit eine geschmückte Tanne.  Doch seit einiger Zeit wird immer wieder Kritik an der beliebten Tradition geäußert.  Verschiedene Städte bieten Tannen zum Mieten an. Einige Familien benutzen auch jedes Jahr wieder dieselbe Plastiktanne. Doch keine dieser Optionen ist durchweg umweltfreundlich oder ressourcenschonend.

Die Universität in Siegen forscht momentan an einer weiteren Möglichkeit - Ein „Weihnachtsbaumroboter“, kurz WeBaRo, der durch das Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. inRLP.de hat mit Dr. Klaus Müller, dem Projektkoordinator am Institut für Echtzeit Lernsysteme (EZLS) der Universität Siegen, über das Projekt gesprochen.

Forschungsprojekt an der Universität Siegen: Ein Roboter übernimmt Aufgaben in der Weihnachtsbaumaufzucht

Bevor eine Tanne zum Weihnachtsbaum wird, braucht sie etwa acht Jahre, um zu wachsen. Die Pflege, die unsere zukünftigen Weihnachtsbäume in dieser Zeit brauchen, könnten sie in Zukunft von Weihnachtsbaumrobotern bekommen. Wie sich bei der Entwicklung der Roboter derzeit zeigt, sind diese vielseitig einsetzbar.

Wenn beispielsweise Unkraut und Gräser über die unteren Äste der zukünftigen Weihnachtsbäume wachsen und so ihre Entwicklung stören, so ist der Weihnachtsbaumroboter in der Lage, diese mit einer Stumpffräse zu entfernen.

Damit die Bäume schneller wachsen, gehört auch das Düngen zu den Aufgaben des Weihnachtsbaumroboters. "Zu 90 Prozent ist er außerdem für das Mulchen verantwortlich", so Müller. Der Roboter verteilt also eine Schicht organischer Pflanzenreste auf dem Boden, um diesen zu schützen.

Wenn es darum geht, neue Bäume anzupflanzen, ist der Weihnachtsbaumroboter ebenfalls eine große Hilfe. Mit seinem Pflanzenlochroboter ist er in der Lage, die Löcher, in die die jungen Bäume gepflanzt werden, punktgenau zu bohren. Das Reinsetzten des Baumes muss aber noch manuell gemacht werden. 

"Ein Weg in der Zukunft, Arbeitsprozesse einfacher und umweltschonender zu gestalten": Dr. Klaus Müller über Roboter in der Landwirtschaft

Seit 2020 arbeitet das Institut für Echtzeit Lernsysteme der Universität Siegen an dem Roboter. Das Projekt befindet noch in der Entwicklungsphase. "Momentan werden Navigationsaufgaben getestet, der Roboter hat noch keine Haftung im Gefälle", erklärt Müller. "Um den Weihnachtsbaumroboter zu testen, fahre ich manchmal in kleinen Bereichen auf dem Campus herum, aber ansonsten wird in Testgebieten mit realen Bedingungen getestet." 

Das Institut für Echtzeit Lernsysteme hat sich vor allem auf Outdoor-Robotik spezialisiert - sprich auf die Entwicklung fahrender Maschinen, die draußen und insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden können.  

In Zukunft werden Roboter vermehrt in landwirtschaftlichen Bereichen verwendet, glaubt Müller.  Autonome Roboter sparen Arbeitskräfte und vereinfachen Arbeitsabläufe. "In der Spargelproduktion gibt es bereits solche Versuche," erklärt Müller.