Der neu gegründete Verein Hilfe im Tal e.V. möchte mit einer mobilen Tafel bedürftigen Menschen in der Verbandsgemeinde Lambrecht helfen. Die Hilfsaktion soll am Samstag (17. Dezember 2022), auf der Friedrich-Ebert-Brücke in Lambrecht (Landkreis Bad Dürkheim) stattfinden. 

Anlass für die Aktion seien die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die für bedürftige Menschen eine zunehmende Herausforderung darstellten. Im Gespräch mit inRLP.de erzählt Gründer Matthias Blitt, wie es zu der Gründung kam, warum die Tafel bei der Hilfsaktion mobil sein muss und wie es für den Verein künftig weitergehen soll.

Hilfe im Tal e.V. in Lambrecht: Mit Hilfstransporten in die Ukraine fing alles an

Kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine im Februar 2022 rief Matthias Blitt aus Lindenberg zu einer Hilfsaktion für ukrainische Geflüchtete auf. Mit einem kleinen Team Ehrenamtlicher wurden "sieben Transporter voller Hilfsgüter an die polnische bzw. rumänische Grenze zur Ukraine transportiert", so der Verein auf seiner Website.

Aus dieser Hilfsaktion entstand der Wunsch, weiter "für andere da zu sein", so der Gründer Matthias Blitt gegenüber inRLP.de. Denn nicht nur in der Ukraine gäbe es Menschen in Not, auch in den Talgemeinden der Verbandsgemeinde Lambrecht seien viele Menschen bedürftig. Diesen möchte der Verein vorrangig helfen.

Die Gründung eines Vereins sei unter anderem notwendig gewesen, um Spendenquittungen ausstellen zu können.

Mobile Tafel in Lambrecht: So wird die Hilfsaktion am 17. Dezember aussehen

Die mobile Tafel soll am Samstag (17. Dezember 2022) mitten in Lambrecht auf der Friedrich-Ebert-Brücke stehen. Dort sollen hundert Portionen haltbare Grundnahrungsmittel verteilt werden. Auch Spielsachen und Kinderfahrräder, die dem Verein Hilfe im Tal e.V. gespendet wurden, dürfen unentgeltlich oder gegen eine Spende mitgenommen werden.

Zusätzlich wird es Glühwein und einen Stand mit Crêpes und Striezeln geben. Teile der Einnahmen werden vom Standbetreiber an den Verein Hilfe im Tal e.V. gespendet. Das sei "ein schönes Zeichen", betont Matthias Blitt. Auch Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn (CDU) unterstützt die Hilfsaktion und wird am 17. Dezember dabei sein.

"Mehr Verantwortung übernehmen": Vereinsgründer möchte so viele Bedürftige wie möglich erreichen

Der Verein habe sich für eine mobile Tafel entschieden, da die Kosten für Anmietung von Räumlichkeiten zu hoch gewesen seien. Ein "privat angeschaffter Transporter" solle für die Aktion aber reichen, so Vereinsgründer Matthias Blitt.

Er ist als Vorsitzender von Hilfe im Tal e.V. mit voller Leidenschaft dabei und versucht, so viele Bedürftige wie möglich auf die Aktion aufmerksam zu machen. So bewirbt er seine Aktion mit Flyern, über Facebook und in lokalen Zeitungen. Zukünftig wolle er aber auch Menschen erreichen, die "sich aus Schamgefühl nicht trauen", Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um dies zu erreichen, wolle er zum Beispiel eng mit der Kirche zusammenarbeiten

In der aktuellen Lage sollten "wir als Gesellschaft mehr Verantwortung übernehmen, mehr Solidarität zeigen". Die Politik könne nicht alles stemmen, wir sollten alle etwas tun, fordert der Ehrenamtliche gegenüber inRLP.de

"Für die Menschen in unserem Tal da sein": Wie geht es für den Verein weiter?

Der neu gegründete Verein müsse "sehen, wie es sich entwickelt", erzählt Matthias Blitt. "Die Fortführung im nächsten Jahr ist unser großes Ziel".

Einen Verein wie diesen hätten sie bis jetzt nicht in der Verbandsgemeinde Lambrecht. Bei hoher Nachfrage und genügend Spenden würden sie ihr Angebot auf weitere Gemeinden ausweiten, so der Vereinsvorsitzende.

Blitt betont, dass es auch weiterhin möglich sein soll, Katastrophenhilfe wie beim Ukraine-Krieg zu leisten. In erster Linie möchte der Verein aber für Menschen in der Gemeinde da sein. Eine Unterstützung kann zum Beispiel wegen Schicksalsschlägen wie einer unerwarteten, schweren Krankheit, einem Wohnungsbrand oder dem Tod des Hauptverdieners erforderlich sein. Die Hilfe soll vorrangig in Form von Sachspenden erfolgen. 

Der Verein Hilfe im Tal e.V. ist auf Spenden angewiesen

Innerhalb der Gemeinde wird der neu gegründete Verein unterstützt: So hat die Firma Jola Spezialschalter GmbH aus Lambrecht zum Firmenjubiläum eine Benefizveranstaltung gegeben. Die dort gesammelten Spenden gingen ohne Abzüge an den Verein Hilfe im Tal e.V..

Der gemeinnützige Verein sei sehr stark auf Sach- und Geldspenden angewiesen, erzählt Matthias Blitt gegenüber inRLP.de. Es sei schwierig, in dem eher strukturschwachen Tal Sponsoren zu gewinnen.

Menschen, die den Verein unterstützen möchten, könnten daher für zwei Euro im Monat Mitglied werden. Auch Unterstützer*innen für künftige Aktionen würden gebraucht. Außerdem könnten Kinderspielzeug oder Lebensmittel gespendet werden.