Julia Klöckner galt in ihrem Heimatwahlkreis Bad Kreuznach als unschlagbar - bis zu diesem Sonntag. Sie verlor deutlich gegen den SPD-Kandidaten Joe Weingarten.

Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin Julia Klöckner erhielt kein Direktmandat im Wahlkreis Kreuznach

Der bittere Wahlabend der Julia Klöckner

Joe Weingarten von der SPD erhielt bei der Bundestagswahl am Sonntag nach Auszählung 33 Prozent der Erststimmen. Klöckner legte nach Angaben des Landesberichterstatters nur um 29,1 Prozent zu. 

Klöckner war 2005 und 2009 als Direktkandidatin in den Bundestag gewählt worden. 2011 legte sie ihr Mandat nieder und wurde Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Auch 2013 und 2017 kandidierte sie nicht für den Bundestag, wurde aber 2018 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft.

Wie geht es weiter für Klöckner?

Es ist derzeit noch völlig offen, wie es für Julia Klöckner weitergeht. Die Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU ist auf Platz 1 der CDU-Landesliste. Ob die Landesliste überhaupt verwendet wird, ist aber noch nicht klar.  Bei den letzten Wahlen war dies nicht der Fall, weil viele CDU-Kandidaten Direktmandate erhielten. Damit waren bereits alle Sitze im Bundestag besetzt. Es bleibt abzuwarten, ob dies bei dieser Wahl noch einmal passieren wird.

Deshalb wollte Julia Klöckner am Wahlabend noch keine Stellungnahme abgeben. Ein CDU-Sprecher sagte, Klöckner wolle sich erst äußern, wenn auch das Ergebnis der Landesliste feststehe. 

Klöckner zieht Bilanz: "Die Verluste schmerzen sehr"

Die Spitzenkandidatin reagierte enttäuscht über das schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl. "An dem Ergebnis gibt es nichts schönzureden. Die Verluste schmerzen sehr", sagte sie am Montag. Die Bundesentwicklung habe einen großen Einfluss auf die Ergebnisse des Wahlkreises in Rheinland-Pfalz gehabt, fügte sie weiter hinzu. 

Außerdem sie sei offen für eine "Zukunftskoalition aus CDU, FDP und Grünen, die die Themen Innovation, Klimaschutz und soziale Sicherheit".

Banu Mendekeyeva/dpa