Ein trauriges, erschreckendes Bild für jede*n Tierfreund*in: Die männliche Ente, in deren Gefieder ein großer Blinker mit drei dicken Angelhaken steckt. Der schwer verletzte Wasservogel wurde in der letzten Woche von Passanten am Rhein gefunden und von der Berufsfeuerwehr Mainz geborgen und ins Kleintierhaus des Tierheims Mainz gebracht.

Der traurige Vorfall sei "leider keine Ausnahme und an der Stelle auch kein Zufall", schrieb das Tierheim in einem Facebook-Post

Durch Angelhaken verletzt: Schwere Strapazen und Vollnarkose 

"In der letzten Woche kam dieser arme Bub zu uns. Zum Glück konnte er gesichert werden, lange hätte er es wahrscheinlich nicht mehr überlebt, er konnte seinen Kopf und Hals überhaupt nicht mehr bewegen", heißt es im Bericht aus dem Mainzer Kleintierhaus. 

Allein der Blinker, an dem die Angelhaken befestigt waren, sei schon "riesig" gewesen, so das Tierheim. Zudem hätten die drei großen Haken jeweils auch noch Widerhaken gehabt: "Keine Chance zu entkommen, je mehr er sich bewegt hat, desto tiefer sind die Haken eingedrungen". 

Die Verletzung durch die Angelhaken war derart kritisch, dass das Tier über eine Stunde in Vollnarkose operiert werden musste. Gerade für Enten sei aufgrund deren Stoffwechselfunktionsweise eine Narkose immer gefährlich - "ein ganz schmaler Grad", wie das Tierheim es ausdrückte. Zudem hätten die Spezialist*innen des Tierheims "mit schwerem Gerät rangehen" müssen, da der Blinker aus besonders strapazierfähigen Material gewesen sei. Inzwischen gehe es dem Vogel zum Glück wieder "ganz gut", wie das Tierheim berichtete. 

Höchstwahrscheinlich kein Zufall: "Angelhaken fällt nicht einfach von oben auf eine Ente"

Der traurige Vorfall beleuchtet dem Tierheim zufolge auch eine allgemein zunehmende Problematik: "Leider kommt das 'Hobby-Angeln' immer mehr in Mode", heißt es in dem Facebook-Post. "Die Fische werden geangelt, gemessen, natürlich wichtig ein Selfie gemacht und wieder in den Rhein (ins Wasser) geworfen". Die wenigsten Tiere würden tatsächlich direkt getötet und verwertet

Auch sei zweifelhaft, dass es sich bei dem Ereignis in Mainz um einen Zufall gehandelt hat. "Ein Angelhaken fällt nicht einfach von oben auf eine Ente", so das Tierheim.

Der Blinker habe genau oben in Kopf, Hals und Flügel des Tieres gesteckt: "Sowas passiert nicht, wenn eine Ente an einem Angler vorbeischwimmt". Die genauen Umstände des traurigen Fundes werden wohl ein Rätsel bleiben. 

Kritik an "Hobby-Angeln": "Wahnsinn auf Kosten der Tiere"

Das Tierheim kritisiert die als "Hobby-Angeln" beschriebene Praxis scharf. "Aus tierschutzrechtlicher Sicht ist das absolute Tierquälerei!", heißt es im Facebook-Post. Die massiven Verletzungen durch die Haken beim Schlucken, dem anschließenden Herausziehen verursachten "massive großflächige Wunden",  die sich schnell infizierten - ein "langsames Todesurteil", bei dem gerade die Fische still leiden müssten. "Dieser Wahnsinn auf Kosten der Tiere muss endlich aufhören! Tierquälerei ist und darf kein Hobby sein!", betonte das Tierheim.