• Familienvater ertrinkt im Rhein bei Bingen
  • Kinder (11 und 8) können sich retten
  • DLRG mahnt vor unterschätzten Gefahren

Ein 49 Jahre alter Mann ist am Donnerstagnachmittag (16. Juni 2022) in den Rhein gestürzt und ertrunken. Nach bisherigen Erkenntnissen lief eine vierköpfige Gruppe, darunter zwei Kinder, über eine Buhne in Richtung der Insel Ilmenau, wie die Polizei mitteilte. Als Buhne wird ein meist rechtwinklig vom Ufer zur Flussmitte hin errichteter Damm bezeichnet.

Mann stirbt im Rhein bei Bingen: Welle reißt ihn und seine Kinder in den Fluss

In einiger Entfernung zum Ufer seien am Donnerstagnachmittag alle vier von einer Welle in den Fluss gerissen worden. Den beiden elf und acht Jahre alten Kindern und einem weiteren Mann sei es gelungen, sich zu retten. Der 49-jährige Vater jedoch wurde laut Polizeiangaben von der starken Strömung unter Wasser gezogen worden und ertrank. Er sei am Donnerstagnachmittag in Bingen-Gaulsheim (Landkreis Mainz-Bingen) tot geborgen worden.

"Die Gefahr des Wassers wird immer unterschätzt", sagte am Freitag  (17. Juni 2022) ein Polizeibeamter in Bingen, wo nun Zeugen nach den genauen Umständen des Badeunfalls an Fronleichnam befragt werden. Angesichts besonders hoher Temperaturen am Wochenende wächst auch bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Sorge, dass weitere Menschen im Rhein ertrinken könnten.

"An Buhnen bilden sich Rückströmungswirbel", sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zu den meist rechtwinklig vom Ufer zur Flussmitte hin errichteten Dämmen. Die Steinschüttungen regulieren den Durchfluss des Wassers und dienen dem Uferschutz. Die Wirbel könnten Badende schnell erfassen. "Sie werden in die Fahrrinne gezogen, geraten in Panik und dann haben sie verloren", erklärte der DLRG-Sprecher. "Im Rhein zu schwimmen, ist grundsätzlich gefährlich." Auch wenn es noch so heiß werde, sollte man darauf verzichten - "man fährt ja auch nicht mit dem Fahrrad auf der Autobahn".

DLRG: Unfallzahlen steigen bei höheren Temperaturen

"Wenn es heiß wird, steigen die Unfallzahlen", sagt der DLRG-Sprecher. Das sei schon jahrelang die Erfahrung der Retter. Im vergangenen Jahr ertranken in Rheinland-Pfalz nach DLRG-Angaben sechs Menschen beim Baden in Gewässern, davon zwei im Rhein. Im Jahr 2020 mit einem besonders heißen Sommer waren es in dem Bundesland insgesamt 16, darunter vier im Rhein.

Die Polizei habe das Rheinufer im Sommer immer besonders im Blick, sagte der Polizeibeamte in Bingen. "Wir sind mit Streifenwagen vor Ort, und die Wasserschutzpolizei ist ebenfalls dabei." Aber das lange Rheinufer könne nicht lückenlos rund um die Uhr überwacht werden. "Leider passieren immer wieder Badeunfälle."