• Giftköder: So gefährlich sind sie
  • Köder können als Tarnung im Leberwurst-Mantel versteckt sein
  • „Sofort zum Tierarzt" - Das rät die Expertin
  • Tierpraxen und Kliniken bieten Notfalldienste an

Vor zwei Wochen kam ein neuer Gift-Köder-Fall in Trier ans Licht. Zwei Hunde haben in Trier-Ehrang einen Giftköder gefressen. Das Schneckenkorn ist wohl in der Nacht auf Samstag (5. November 2022) verstreut worden. Wie du vermeiden kannst, dass dein Hund Opfer eines solchen Gifts wird, darüber hat inRLP.de mit einer Expertin gesprochen. Die Marketing- und Communication-Director der AniCura Tierklinik Trier Janina Bruckmann fasst die wichtigsten Tipps zusammen. 

So kannst du Gift-Köder - wie zum Beispiel Schneckenkorn - erkennen

Gift-Köder gegen Hunde sind meistens in Leberwurst oder ähnliche "Tarnprodukte" eingewickelt, sodass der Hund und auch Herrchen oder Frauchen keinen Verdacht schöpft. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn etwas Fressbares auf oder neben der Straße liegt. An Stellen, wo man es nicht vermutet, sollte man besonders aufmerksam sein, betont Bruckmann. Das Gift Schneckenkorn hingegen sei relativ gut zu erkennen, denn es ist stark blau eingefärbt.

Nach eigenen Erfahrungen sind mehr als die Hälfte der Vergiftungen keine Absicht, berichtet die Expertin. Zum vergangenen Gift-Köder-Fall in Trier könne Janina Bruckmann leider aufgrund von Datenschutzgründen keine Auskunft geben. Sie sagt aber, dass Nachbar*innen häufig Schneckenkorn zur Vorbeugung von Schnecken im Garten auslegen, ohne dabei zu bedenken, dass ein Hund in der Nähe sein könnte, der mit dem Gift ebenfalls in Berührung kommen kann. Hier ist es demnach hilfreich, wenn man sich gegenseitig innerhalb der Familie oder der Nachbarschaft warnt.

Jede*r Hundebesitzer*in sollte in einem solchen Fall sichergehen, dass der Hund nichts Fremdes, sondern nur Leckerchen aus der eigenen Tasche frisst, erzählt die Expertin weiter. Sie gibt den persönlichen Tipp: „Ich habe es immer so gemacht, wenn ich jemanden getroffen habe, der meinem Hund ein Leckerchen geben wollte, habe ich ihm eines von mir gegeben. Und dann konnte derjenige dem Hund das Leckerchen geben.“

Jetzt hat dein Hund trotzdem einen Gift-Köder gefressen: Das kannst du tun

Doch manchmal kommt es trotz allem vor, dass der Hund einen Gift-Köder erwischt. Hier sagt die Marketing- und Communication-Direktorin ganz klar: „Sofort zum Tierarzt“. Egal wo man sich gerade befindet, am besten solle man sofort einen Tierarzt in der Nähe kontaktieren. Denn im Falle von Schneckenkorn kann der Hund innerhalb von vier Stunden daran sterben.

Das Tragische: Bei Schneckenkorn gibt es bislang noch keine Gegenmittel. Daher versucht man im Fall der Fälle, dass die Tiere so schnell wie möglich erbrechen. Außerdem kann man Substanzen, wie beispielsweise Kohle einsetzen, die das Gift absorbieren, erklärt Bruckmann. Tierärzt*innen können außerdem gegebenenfalls im Nachhinein Proben des Gift-Köders entnehmen. Eine zeitnahe Analyse zur Ermittlung der Substanz ist jedoch laut der Expertin kaum möglich, da der Zeitfaktor meist eine große Rolle spielt. 

Tipp der Expertin: Notfallkliniken in der Umgebung recherchieren 

Der erste Schritt, wenn du merkst, dass dein Hund einen Gift-Köder gefressen hat, ist demnach der sofortige Besuch eines Facharztes. Hier gibt Janina Bruckmann den Tipp, nach Tierärzt*innen in der Nähe zu recherchieren. Sie verweist dabei auch auf die eigene Webseite der Tierklinik, auf der alle aktuell geöffneten Notfallkliniken in der Umgebung aufgeführt sind. Falls du allerdings keine Möglichkeit zur Online-Recherche hast, verzeichnen auch lokale Wochenblätter häufig die im Notdienst tätigen Tierärzt*innen, rät die Expertin. 

Tierarzt-Kliniken haben den Vorteil, dass sie überwiegend 24 Stunden geöffnet sind. Aber auch Tierärzt*innen bieten häufig einen Notdienst an, wie zum Beispiel sogenannte „Ringdienste“ in der Region. „Das sind lokale Zusammenschlüsse von Tierarztpraxen und Kliniken, die sich diesen Notdienst aufteilen“, erklärt Bruckmann. So wird eine konstante Notbetreuung sichergestellt.