• Galeria Karstadt Kaufhof weiterhin in der Krise
  • Erste zu schließende Filialen sollen bereits feststehen
  • Zwei Kaufhäuser in RLP wohl betroffen

Am 31. Oktober des letzten Jahres hat die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof bereits zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Seitdem droht 17.400 Beschäftigten in bundesweit 131 Filialen der Verlust des Arbeitsplatzes. Auch in Rheinland-Pfalz geht das Bangen um insgesamt sechs Kaufhäuser in die nächste Runde.

Galeria Karstadt Kaufhof macht Hoffnung

In der neusten Pressemitteilung heißt es vonseiten Galerias, dass feststehe, dass die Filialen in der jetzigen Struktur und Anzahl nicht aufrechterhalten werden könnten. "Insbesondere von den Verhandlungen mit den Vermietern hängt ab, welche Filialen weiterbetrieben werden können oder geschlossen werden müssen." 

Zudem hätten mehrere Bieter Interesse an der Übernahme von Filialen geäußert. Eine nahtlose Weiterbeschäftigung bei einem Erwerber würde den Mitarbeiter*innen berufliche Perspektiven ermöglichen.

Allerdings könnte, aufgrund von laufenden Verhandlungen, momentan keine sichere Aussage dazu getroffen werden, welche Filialen endgültig geschlossen werden. Weiter gab man hingegen Folgendes bekannt: "Die Zahl der Filialen, die im Fokus der Prüfung einer Schließung standen, konnte deutlich reduziert werden."

Diese Standorte werden wohl schließen: Zwei davon in RLP

Wie Focus Online damit übereinstimmend berichtet, habe die Süddeutsche Zeitung (SZ) aus Unternehmenskreisen erfahren, dass die Zahl der zu schließenden Filialen niedriger ausfalle als bisher gedacht. Statt 90 sollen demnach lediglich 60 Filialen betroffen sein. 

Darunter fallen folgende Kaufhäuser, von denen sich zwei in RLP befinden:

  • Bayreuth
  • Chemnitz
  • Cottbus
  • Göttingen
  • Kiel
  • Landshut
  • Lörrach
  • Lübeck
  • Münster
  • Nürnberg
  • Paderborn
  • Reutlingen
  • Saarbrücken
  • Siegburg
  • Speyer
  • Trier
  • Wiesbaden

Sicher seien dagegen die Filialen in:

  • Aachen
  • Bonn
  • Braunschweig
  • Bremen
  • Dresden
  • Kassel
  • Würzburg
  • Mannheim

Arbeitsminister Schweitzer kritisiert "monatelange Hängepartie"

Unterdessen steht die Unternehmensführung des Warenhauskonzerns heftig in der Kritik. Der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) dazu Anfang des Jahres: "Für die Beschäftigten ist diese monatelange Hängepartie unerträglich."

In Rheinland-Pfalz gibt es laut Ministerium Filialen in Speyer, Koblenz, Mainz und Bad Kreuznach sowie zwei weitere Standorte in Trier, in denen insgesamt 400 Menschen beschäftigt sind. Schweitzer forderte in einem Schreiben die Konzernleitung auf, Verantwortung für die Beschäftigten wahrzunehmen und Klarheit zu schaffen, welche Standorte in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben. Die Belegschaft solle in die Entwicklung von Zukunftsplänen miteinbezogen werden. 

Übernahme scheiterte

Zwischenzeitlich plante der Online-Händler "buero.de" die Übernahme eines Teils der Galeria-Filialen. Das Angebot habe er, laut Focus Online, Ende Dezember zurückgezogen. Grund dafür seien veränderte Rahmenbedingungen gewesen.