"Die schockierende Tat hat uns alle fassungslos gemacht und hinterlasst in unserer Gesellschaft weiterhin eine große Betroffenheit und Trauer auch über Idar-Oberstein hinaus", sagte Oberbürgermeister Frank Frühauf (CDU) am Donnerstag bei der öffentlichen Trauerfeier in der Messehalle von Idar-Oberstein. Rund 400 Menschen waren zum "Gedenken an Alex" gekommen.

Wohl kaum jemand könne sich vorstellen, was "diese sinnlose Tat" für die Mutter, die Angehörigen und andere Betroffene bedeute, sagte Frühauf. Es sei der Wunsch der Familie gewesen, mit vielen Menschen gemeinsam an einem Ort um Alex zu trauern - ohne politische Ansprachen. "Am heutigen Tage soll Alex im Vordergrund stehen. Wir sind unendlich traurig." Die Beisetzung ist zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis geplant.

Mehr als der Junge, der an der Tankstelle sein Leben lassen musste

Auch die Mutter von Alex richtete einige Worte an die Trauergemeinde: "Bitte haltet ihn als den tollen Menschen in Erinnerung, der er war, und nicht als den Jungen, der an der Tankstelle sein Leben lassen musste. Denn er war so viel mehr als das." Sie erinnerte sich: "Alex war ein lebenslustiger, hilfsbereiter, intelligenter, charmanter, charismatischer sowie chaotischer und verrückter, aber vor allem ein liebevoller und lustiger junger Mann." Hass bringe einen im Leben nicht weiter, sagte die Mutter. "Liebe war schon immer stärker als der Hass. Und daran glaube ich nach wie vor." 

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach an. Der Tankstellen-Mitarbeiter hatte nach bisherigen Erkenntnissen einen 49-Jährigen mehrfach auf die Maskenpflicht hingewiesen, da dieser ohne Maske Bier kaufen wollte. Daraufhin schoss der ältere Mann dem 20-Jährigen von vorne in den Kopf. Später sagte er der Polizei, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne. Der 49-jährige Deutsche sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Jessica Becker/dpa