Die Legalisierung von Cannabis ist eine der wenigen Punkte, bei denen sich die derzeit verhandelnden Parteien SPD, Grüne und FDP einig sind. FDP-Parteichef Christian Lindner sagte sogar, dass die Cannabis-Legalisierung derzeit die einzige Gemeinsamkeit sei, die schnell umgesetzt werden könne. 

Vor diesem Schritt warnen jetzt aber vor allem die Polizeigewerkschaften vehement. "Es muss endlich Schluss damit sein, den Joint schönzureden", erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). 

Kein Sinn in Cannabis-Legalisierung: "Könnte zu Gesundheitsproblemen führen"

Bei Jugendlichen etwa könne der Konsum von Cannabis zu Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen, führte er weiter aus. Daher sehe er keinen Sinn darin, neben Alkohol "die Tür für eine weitere gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen". Außerdem könne durch die Legalisierung der Droge der Schwarzmarkthandel nicht beseitigt werden. 

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) positionierte sich ebenfalls deutlich gegen einen legalisierten Cannabiskonsum. "Es wäre der Start in eine vernebelte Zukunft statt eines Aufbruchs für ein modernes Deutschland, wenn dieses Projekt in die Koalitionsvereinbarung einer Ampel-Koalition aufgenommen würde", sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der NOZ. Er sehe in der Legalisierung auch eine potenzielle Zunahme bei Verkehrsunfällen.

Die Grünen haben in ihrem Bundestagswahlprogramm angekündigt, einen regulierten Verkauf von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften möglich machen zu wollen. Die FDP will eine kontrollierte Freigabe. Sie fordern den Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene zu erlauben. Das aktuelle Verbot kriminalisiere Menschen, binde Polizeiressourcen und verleite durch den illegalen Kontakt Menschen zu härteren Drogen. Die SPD hatte erklärt, eine "regulierte Abgabe" an Erwachsene zunächst in Modellprojekten testen zu wollen.