• Virologin warnt vor "neuem 3G"
  • Mahnung: Wer sich nicht impfen lässt, wird sich infizieren
  • Geimpft, genesen und das neue "G": "Gestorben"

Mit einer eindringlichen Warnung, beschreibt eine Virologin aus dem Münsterland die Bedeutung der Corona-Immunität: "Wir werden früher oder später ein neues '3G' bekommen: Geimpfte, Genesene – und die sind nicht immer gesund - und Gestorbene", sagt Jana Schroeder, Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital in Rheine (Nordrhein-Westfalen).  Was im Klartext bedeutet: Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später infizieren.

Geimpfte, Genesene oder Gestorbene: "Einfach das, was am wahrscheinlichsten eintreten wird"

Ohne Immunität könne es keine Normalität geben, bekräftigte sie im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Focus online. "Und die Immunität können wir auf verschiedene Weise erreichen. Einerseits durch die Impfung, das wäre wünschenswert. Andererseits aber auch durch eine Infektion", so die Fachärztin für Virologie, Infektiologie und Infektionsepidemiologie.

Die Nachfrage, ob die Einteilung in Geimpfte, Genesene und Gestorbene nicht zu hart klänge, verneinte die Medizinerin. Das habe mit den Anteilen der drei Kategorien zu tun - es sein "einfach das, was am wahrscheinlichsten eintreten wird". Deshalb sei es besonders wichtig, den Anteil des dritten Gs, der Gestorbenen, möglichst kleinzuhalten und die Langzeiterkrankungen wie Long Covid zu vermeiden. Allein in Deutschland seien bereits über 90.000 Menschen gestorben, in den USA schon über 700.000 Menschen, unterstreicht sie.

Grundsätzlich glaubt Schroeder daran, dass Corona schon im kommenden Frühjahr "in Deutschland weniger problematisch" sein könnte: "Dann werden hoffentlich möglichst viele Menschen geimpft sein - und der Rest wird sich infiziert haben." Die Virologin schlägt vor, einen "Freedom Day" mit Abschaffung sämtlicher Corona-Maßnahmen nicht an einem Datum, sondern an der Impfquote festzumachen: "Das könnte man auch als gesellschaftlichen Anreiz setzen." Im Augenblick sei die Debatte um einen Freedom Day aber verfrüht, jetzt im Herbst sei der Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Kein Anstieg der Infektionen im Winter wäre "sehr ungewöhnlich"

Vor allem, da sie im Winter mit einer Zunahme der Corona-Infektionen rechnet. Da Infektionskrankheiten der Atemwege grundsätzlich im Winter schwerer verliefen als im Sommer, wäre es "schon sehr ungewöhnlich, wenn die Infektionszahlen und die Krankheitslast über diesen Winter bei Sars-CoV-2 nicht auch wieder ansteigen würden", erklärte Schroeder bei Focus online. Wie hoch die Zahlen letztendlich sein würden, hänge von politischen Entscheidungen, dem Verhalten der Menschen und der Impfquote ab.

Auch eine Impfstoffforscherin ist der Ansicht, dass ungeimpfte Personen sich höchstwahrscheinlich mit dem Virus früher oder später infizieren werden: Corona könnte dennoch in baldiger Zukunft einer harmlosen Erkältung gleichen - bei entsprechend hoher Impfquote.

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