"Unsere Kollegen leisten täglich einen überdurchschnittlichen Einsatz und uns ist es ein zentrales Anliegen, dass dieser auch überdurchschnittlich und fair entlohnt wird", sagt der Geschäftsleitungsvorsitzende bei Lidl in Deutschland, Christian Härtnagel. Der Discounter hat am Mittwoch (11. Mai 2022) verkündet, dass der Mindestlohn für Beschäftigte in Deutschland ab Juni von 12,50 Euro auf 14 Euro pro Stunde erhöht wird.

Lidl folgt damit dem Beispiel des Wettbewerbers Aldi. Die Kette hatte bereits Ende April angekündigt, den Mindestlohn auf 14 Euro anzuheben. Die Handelskette reagiere damit auf die aktuelle Welle von Preissteigerungen, hieß es damals von Aldi Süd. "Alles wird aktuell teurer, und das spüren natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Auch das Schwesterunternehmen Aldi Nord habe den Mindestlohn im Gleichschritt angehoben, sagte ein Firmensprecher. Zuvor hatte die "Lebensmittel Zeitung" darüber berichtet.

Vorstoß von Deutschlands Discountern: Mindestlohn steigt auf 14 Euro

Der Mindestlohn liegt damit bei den beiden größten deutschen Discountern auch künftig deutlich über dem erst im Juli 2022 auf 10,45 Euro steigenden gesetzlichen Mindestlohn. Lidl hatte bereits in den vergangenen Jahren regelmäßig den Mindestlohn angehoben und auch Konkurrent Aldi lege sehr viel Wert darauf, seine Mitarbeitenden übertariflich zu bezahlen, wie Aldi Nord offiziell mitteilte. Man wolle auf dem sehr umkämpften Arbeitsmarkt die besten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewinnen und halten.

In Großbritannien reagieren zwei der größten Einzelhändler nicht nur mit Lohnerhöhungen auf die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten, sondern auch mit Preissenkungen. Die Kette Morrisons reduziert bei mehr als 100 Hauptprodukten die Preise, wie die Fachzeitschrift "The Grocer" berichtete. Zugleich erhöht die Nummer vier im britischen Markt die Löhne um 4,5 Prozent.

Wettbewerber Asda will ähnliche Schritte einleiten. "Umfassende Schritte" sehen demnach Preissenkungen von durchschnittlich 12 Prozent für eine Reihe von frischen Lebensmitteln, aber auch Reis, Nudeln, Erfrischungsgetränken und Tiefkühlprodukten vor. Außerdem will die britische Nummer drei die Löhne von 120 000 Beschäftigten, die auf Stundenbasis bezahlt werden, von Juli an auf 10,10 Pfund pro Stunde erhöhen - das sind 60 Pence mehr als der gesetzliche Mindestlohn für über 23-Jährige. Geplant seien auch Bonuszahlungen sowie weitere finanzielle Leistungen, berichtete "The Grocer".

mit dpa