Es hätte das größte Kreuzfahrtschiff der Welt werden sollen. Jetzt soll die "Global Dream II" verschrottet werden, bevor sie überhaupt fertiggestellt werden konnte. Das berichtete das Magazin "An Bord". Das Kreuzfahrtschiff ist im Rumpfbereich fertig, bereits mit Maschinen ausgestattet und liegt im Dock der Warnemünder Werft. 

Die Global Dream II sollte Platz für mehr als 9.000 Passagiere bieten. Der zuständige Schiffsbauer "MV Werften", die zu der Holdinggesellschaft Genting Hongkong gehörte, musste aber, genau wie die Holding, im Januar 2022 Konkurs anmelden. Gleich zwei "Global Dream"-Schiffe wurden von der in Asien sitzenden Reederei Dream Cruises in Auftrag gegeben. Der Konkurs der Unternehmen sei laut eigenen Angaben auf die mit der Covid-19-Pandemie einbrechende Nachfrage nach Kreuzfahrten zu begründen. 

Insolvenzverwalter konnten keinen Käufer finden

Seither gelang es den Insolvenzverwaltern nicht, einen geeigneten Käufer zu finden, trotz mehrerer Interessenten. Als es auch 21 Wochen nach dem Beginn des Insolvenzverfahrens keinen perspektivischen Plan gab, entschied sich die Insolvenzverwaltung für den Schritt, den Rumpf zu verschrotten. Der einzige echte Interessent an dem Schiff soll die "Stena AB" aus Schweden gewesen sein. Stena jedoch sprang Anfang Mai ab, weil der Kooperationspartner aus Asien in Singapur eine neue Kreuzfahrtmarke ankündigte.

Auf einer Pressekonferenz erklärte der Insolvenzverwalter Christoph Morgen, dass man nun Einzelteile des Schiffes zu verkaufen versuche, etwa Anlagen und Motoren. Der etwa zur Hälfte fertiggestellte Rumpf soll verschrottet werden. Die "Global Dream II" liegt bereits seit drei Jahren trocken, ohne jemals auf dem Meer unterwegs gewesen zu sein. 

Der Fokus der Insolvenzverwalter liegt indes derzeit auf der "Global Dream I". Sie liegt schwimmfähig im Dock Wismar. Doch auch sie kann nicht weitergebaut werden. Die Werft wurde an ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) verkauft. TKMS plant, angesichts der zunehmenden Spannungen nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine, Militärschiffe zu bauen. Dafür soll das Dock bis Ende 2023 geräumt werden. 

Auch "Global Dream I" könnte verschrottet werden

Theoretisch könnte die "Global Dream I", da sie bereits schwimmfähig ist, mit Hochseeschleppern an jeden Ort der Welt geschleppt werden, ein neuer Eigentümer vorausgesetzt. Sollte jedoch auf für dieses Schiff kein Käufer gefunden werden, wonach es derzeit aussieht, könnte ein Bieterverfahren eingeleitet werden. Günstig dürfte ein Kauf jedoch nicht werden. Weil das Land Mecklenburg-Vorpommern Kredite der Werften mit Bürgschaften gesichert hatte, versuchen die Verantwortlichen die Summe bei einem Verkauf wieder einzunehmen. Findet sich kein Käufer, könnte es zu einer Versteigerung kommen, bei der Schiffsmakler und Schrotthändler Gebote abgeben können. Es könnte also sein, dass neben der "Global Dream II" auf die "Global Dream I" verschrottet werden muss.