Zwei Kinder sind am 11. Mai in Hanau grausam ums Leben gekommen. Unter Mordverdacht steht der Vater.

Bei den Opfern handelt es sich um Geschwister: ein elf Jahre alter Junge und ein siebenjähriges Mädchen. Der Vater soll die schreckliche Tat sogar im Vorfeld angekündigt haben. Jetzt können die Ermittler einen entscheidenden Erfolg verbuchen. 

Fahnder können Vater in Frankreich festnehmen

Nach dem Tod eines Geschwister-Paars in der Innenstadt von Hanau hat die Polizei den gesuchten Tatverdächtigen in Frankreich festgenommen. Es handele sich um den 47 Jahre alten Vater der Kinder, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau am Samstag (14. Mai 2022). Die Kinder waren am Mittwochmorgen gefunden worden. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Mordverdachts gegen den Mann.

Zielfahnder des Hessischen Landeskriminalamtes sei es nach der Tat gelungen, die Spur des Verdächtigen aufzunehmen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau mit. "Mit Unterstützung weiterer Experten der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes wurde der 47-Jährige am Samstagmorgen in der Nähe von Paris lokalisiert und dort festgenommen."

Der Mann sei im Rhein-Main-Gebiet wohnhaft. Er leistete den Angaben zufolge keinen Widerstand bei der Festnahme. "Bislang hat er sich zu der Tat nicht geäußert", hieß es. Die Staatsanwaltschaft Hanau gehe davon aus, dass er in wenigen Wochen nach Deutschland überstellt und dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden wird. Nach den Worten der Sprecherin hat der Mann die indische Staatsbürgerschaft.

Mädchen (7) und Junge (11) mussten sterben

Bei den toten Geschwistern handelt es um ein siebenjähriges Mädchen und einen elfjährigen Jungen, sie lebten in der Wohnung, in der das Verbrechen geschah. Bereits mehrere Monate vor der Tat hatten dem Hanauer Jugendamt Hinweise auf familiäre Probleme vorgelegen, wie die Stadt bekanntgegeben hatte.

Eine Obduktion hatte ergeben, dass das Mädchen an Verletzungen durch "scharfe Gewalteinwirkung im Halsbereich" starb. Bei dem Jungen hätten multiple innere Verletzungen zum Tod geführt, die auf einen Sturz aus großer Höhe zurückzuführen seien. Die Gründe für den Sturz seien Teil der Ermittlungen.

Passanten hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie vor einem Hochhaus nahe dem Hanauer Marktplatz auf dem Boden den schwer verletzten Jungen entdeckt hatten. Er war kurze Zeit später im Hanauer Stadtkrankenhaus gestorben. Auf dem Balkon einer Wohnung im neunten Stock des Hochhauses hatten die Beamten das tote Mädchen gefunden.

Die Ermittler hatten unter Hochdruck nach dem Mann gefahndet. Bereits am Mittwoch hatten sie von einem mutmaßlichen familiären Hintergrund der Tat gesprochen. Wo sich die Mutter zum Zeitpunkt der Tat aufhielt, war zunächst offen geblieben.

Update vom 12.05.2022, 17 Uhr: Vater soll Tat angekündigt haben - Polizei ermittelt wegen Mordes

Zwei Kinder sind gewaltsam zu Tode gekommen - unter Mordverdacht steht der Vater. Der Sohn muss aus großer Höhe gestürzt sein, die Tochter erlitt tödliche Verletzungen am Hals.

Laut Bild leben die Eltern der Kinder getrennt. Die Mutter soll mit den Kindern Ende 2021 nach Hanau gezogen sein. Dem Vater soll nur in Begleitung eines Jugendamt-Mitarbeiters Umgang mit den Kindern gestattet gewesen sein. Der OB von Hanau Claus Kaminsky sagte gegenüber der Bild: "Ich kannte die Familie nicht persönlich, aber was wir wissen ist, dass sie schon seit einigen Monaten sozialpädagogische Unterstützung bekommen hat."

Das letzte Treffen zwischen Kindern und Vater soll es am Wochenende gegeben haben. Bei diesem soll der Vater angekündigt haben, dass "etwas Schlimmes" passieren würde. Doch offenbar folgten hier keine Konsequenzen.

Am Mittwoch (11.05.2022) nutzte der Mann ein schmales Zeitfenster. Er wusste, dass die Mutter um 6 Uhr zum Arbeiten geht und die Kinder erst um 8 Uhr in der Schule sind. Es gelang ihm, in die Wohnung im 9. Stock eines Hochhauses einzudringen. Gegen 7 Uhr soll er über die Kinder hergefallen sein. Dem Mädchen schnitt er die Kehle durch, der Junge stürzte vom Balkon. Ob der Junge aus panischer Angst selbst sprang oder der Vater ihn hinunterwarf, ist noch nicht geklärt. 

Anschließend flüchtete der Vater. Seine Spur führt ins europäische Ausland. Als die Mutter, die zur Tatzeit auf der Arbeit war, vom schrecklichen Tod ihrer Kinder erfahren hat, soll sie einen Zusammenbruch erlitten haben und auf eigenen Wunsch in eine psychiatrische Klinik gegangen sein.

Update vom 12.05.2022, 13.10 Uhr: Neue Details zum Tod von Geschwisterpaar in Hanau

Nach dem Tod eines Mädchens und eines Jungen in Hanau ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen Mordverdachts. Bei den Kindern handelt es sich um Geschwister - ein siebenjähriges Mädchen und ein elfjähriger Junge, wie die Staatsanwaltschaft Hanau und die Polizei mitteilten. Die am Vortag durchgeführte Obduktion habe ergeben, dass das Mädchen an Verletzungen durch "scharfe Gewalteinwirkung im Halsbereich" gestorben sei. Bei dem Jungen hätten multiple innere Verletzungen zum Tod geführt, die auf einen Sturz aus großer Höhe zurückzuführen seien. Die Gründe für den Sturz seien Teil der Ermittlungen, "die wegen des Verdachts des Mordes geführt werden", so die Sprecherin.

Derweil dauerte am Donnerstag die Fahndung nach einem Verdächtigen an. Dem Vernehmen nach soll es sich um den Vater der Kinder handeln, das berichteten auch mehrere Medien. Es sei noch keine Festnahme erfolgt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zur Identität des Verdächtigen äußerte sie sich nicht. Bereits am Vortag hatten die Ermittler von einem mutmaßlichen familiären Hintergrund der Tat gesprochen. Die Geschwister lebten in der Wohnung, in der das Verbrechen geschah.

Auch die umfangreiche Spurensicherung laufe weiter, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Ein wichtiger Baustein zur Aufklärung des Falles könnten zudem Beobachtungen von Passanten oder Anwohnern sein. Wer im Zusammenhang mit der Tat eine auffällige Person gesehen habe, werde deshalb gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Hanau in Verbindung zu setzen.

Am Mittwochmorgen hatten Passanten vor dem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt, in dem sich die Wohnung befindet, auf dem Boden den schwer verletzten Jungen gefunden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen erlag. Auf dem Balkon der Wohnung im neunten Stock des Hauses wurde seine tote Schwester entdeckt. Zur Frage, wo sich die Mutter der beiden Kinder zu diesem Zeitpunkt aufhielt, äußerten sich die Ermittler zunächst nicht.

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hatte sich erschüttert über die Tat gezeigt. Er kenne die Familie nicht persönlich, wisse aber, dass sie schon seit einigen Monaten sozialpädagogische Unterstützung bekommen habe, sagte er am Vortag der "Bild"-Zeitung. Am Donnerstag wollte sich Kaminsky mit Blick auf die laufenden Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Die Tat sorgte derweil weiter für Anteilnahme in der Stadt im Osten des Rhein-Main-Gebietes. Anwohner legten Kerzen, Blumen und Plüschtiere im Innenhof des Hochhauses ab. Es befindet sich unweit des ersten Tatortes des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau. Damals hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen.

Update vom 12.05.2022, 09.30 Uhr: Fahndung nach Verdächtigem läuft weiter - Hanauer OB erschüttert

Nach dem Tod zweier Kinder in Hanau dauert die Fahndung nach dem Tatverdächtigen weiter an. Es sei noch keine Festnahme erfolgt, sagte eine Sprecherin der Hanauer Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft will zudem im Laufe des Tages über Obduktionsergebnisse informieren. Am Mittwochmorgen hatten Passanten vor einem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt auf dem Boden einen schwer verletzten Jungen gefunden, der kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Auf dem Balkon einer Wohnung im neunten Stock des Hauses wurde zudem ein totes Mädchen entdeckt. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt und einem familiären Hintergrund der Tat aus.

In welchem Verhältnis der gesuchte Verdächtige zu den beiden toten Kindern stand, wollten sie zunächst nicht sagen. Bei ihnen dürfte es sich nach bisherigen Erkenntnissen um den elfjährigen Jungen und das siebenjährige Mädchen handeln, die in der Wohnung in der Hanauer Innenstadt wohnten.

Anwohner sowie Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zeigten sich erschüttert. Er kenne die Familie nicht persönlich, wisse aber, dass sie schon seit einigen Monaten sozialpädagogische Unterstützung bekommen habe, sagte Kaminsky der "Bild"-Zeitung.

Meldung vom 11.05.2022: Zwei Tote Kinder in Hanau gefunden - das ist bisher bekannt

In der Hanauer Innenstadt sind am Mittwoch (11. Mai 2022) zwei Kinder vermutlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen und gestorben. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau gehen die Ermittler von einem Tötungsdelikt aus. Es gebe Anhaltspunkte für einen familiären Hintergrund der Tat, nähere Angaben dazu machte die Sprecherin nicht. Die Ermittler fahndeten zunächst erfolglos nach einem Verdächtigen. Nähere Angaben zu dem Mann und in welchem Verhältnis er zu den toten Kindern - einem Mädchen und einem Jungen - stehen könnte, wurden zunächst nicht bekannt.

Passanten hatten am Morgen um 7.25 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie vor einem Hochhaus auf dem Boden den schwer verletzten Jungen entdeckt hatten. Beim Eintreffen der Beamten sei der Junge bereits nicht mehr ansprechbar gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Auf dem Balkon einer Wohnung im neunten Stock fanden die Beamten dann das leblose Mädchen. Der Notarzt habe nur noch den Tod feststellen können. Der Junge wurde ins Hanauer Stadtkrankenhaus gebracht, wo er kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlag. Die beiden Kinder sollten noch im Tagesverlauf obduziert werden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Identität der toten Kinder noch nicht geklärt

Nach ersten Hinweisen dürfte es sich um das siebenjährige Mädchen und den elfjährigen Jungen handeln, die in der Wohnung lebten, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, ihre Identität stand aber noch nicht fest. "Die Ermittler von Staatsanwaltschaft und von Kriminalpolizei gehen von einem Tötungsdelikt aus und konzentrieren sich nun darauf, was sich am Morgen in dem Haus abgespielt hat", hieß es in der Mitteilung. Auch Nachbarn würden umfassend befragt und Spuren gesichert, so die Sprecherin. Mit Blick auf die noch laufenden Ermittlungen könnten weitere Erkenntnisse vermutlich erst an diesem Donnerstag (12. Mai) veröffentlicht werden, hieß es.

Polizisten sperrten die Straßen rund um das Haus mit Absperrbändern und Streifenwagen ab. Schaulustige standen umher. Auf dem Balkon im neunten Stock standen Ermittler in weißer Schutzkleidung. Die Polizei ließ eine Drohne über dem Haus fliegen, um damit den Tatort aus möglichst vielen Perspektiven zu fotografieren. Vor dem Haus wurden Büsche entfernt.

Das Wohnhaus hat insgesamt elf Stockwerke, im Erdgeschoss sind ein Geschäft und ein Café untergebracht. Hanau liegt rund 20 Kilometer östlich von Frankfurt am Main nahe der Landesgrenze von Hessen zu Bayern.