• Corona-Update: Omikron-Welle in Deutschland noch gut im Griff - vorerst keine schärferen Maßnahmen
  • PCR-Test Priorisierung für Klinik-Personal und medizinische Fachkräfte
  • Keine Entwarnung: Impflücke in Deutschland noch immer zu groß
  • Lauterbach spricht sich für Impfpflicht aus: "Ohne wenn und aber"
  • Mehr als 92.000 Neuinfektionen in 24 Stunden: Täglich neue Rekord-Werte
  • "Das ist Ignoranz": Drosten kritisiert Impfgegner scharf

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland steigen täglich und erreichen neue Höchstwerte. Heute meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) über 92.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - so viele wie noch nie. In der Bundespressekonferenz haben sich Virologe Christian Drosten, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler zur aktuellen Corona-Lage geäußert. Trotz hoher Zahlen ist man mit den Corona-Maßnahmen zufrieden.

Omikron-Variante dominiert: Aber Corona-Maßnahmen in Deutschland wirken 

"Wir wollen den Anstieg der Infektionszahlen strecken und das ist bis jetzt gut gelungen", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach beim Corona-Update am Freitag (14. Januar 2022). Man habe versucht aus der Omikron-Wand einen "Hügel" zu machen und das funktioniere momentan noch ganz gut. Aber gleichzeitig rechne er mit noch stärker steigenden Corona-Infektionszahlen als bisher. "Es gibt keinen Grund zur Entwarnung", betont Lauterbach. Er weist dabei auf die Sondersituation Deutschlands hin und meint damit vor allem die eklatante Impflücke bei den über 60-Jährigen im Land. Diese Situation mache eine Durchseuchung in Deutschland inakzeptabel. "Die Zahl der Opfer wäre zu hoch", sagt Lauterbach. Ziel sei es die Impfkampagne weiter voranzutreiben. 55 Millionen Dosen Impfstoff hat der Bundesgesundheitsminister nach eigener Aussage bestellt. "Damit kann jeder, der das möchte, geboostert werden." 

Auch RKI-Präsident Lothar Wieler ruft mit Blick auf die aktuell hohen Zahlen der Corona-Infektionen deutlich zum Impfen auf. "Wir befinden uns in einer neuen Phase der Pandemie", so Wieler. "Die reinen Fallzahlen werden weniger entscheidend sein. Wichtiger ist, wie viele Menschen schwer an Covid-19 erkranken und wie stark das Gesundheitssystem dann belastet sein wird." Er warnte allerdings auch, selbst wenn Infektionen durch Omikron insgesamt milder verliefen, "durch die Masse an Infektionen müssen wir uns leider darauf einstellen, dass auch die Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle natürlich wieder steigen wird".

Virologe Christian Drosten warnt die Ungeimpften. Für eine Durchseuchung sei es in Deutschland zu früh. Außerdem räumte er mit dem Irrglauben vieler auf, dass eine Omikron-Infektion vor künftigen Infektionen mit anderen Corona-Varianten schütze. "Das ist ein Missverständnis", betont Drosten. Sollte sich nach Omikron erneut eine Variante des Delta-Typs bilden - was laut Drosten zu erwarten sei - dann sind Genesene, die mit Omikron infiziert waren, aber ungeimpft bleiben, nicht mehr geschützt. "Wir brauchen den Schutz vor der Omikron-Variante, aber auch den vor anderen Varianten", erklärt der Virologe. Für diejenigen, die jetzt noch glauben, die Impfung würde nicht schützen, zeigt Drosten kein Verständnis mehr: "Das ist Ignoranz."

PCR-Test-Priorisierung kommt - Lauterbach kritisiert Sonderweg einzelner Bundesländer

Die Labore in Deutschland stoßen aufgrund der hohen Fallzahlen aktuell an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb hat man sich nun für eine Priorisierung für medizinisches Personal entschieden. Außerdem erklärte der Bundesgesundheitsminister, dass aktuell alle Schnelltests auf ihre Wirksamkeit bei einer Omikron-Infektion untersucht werden. 

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Auf die Frage nach einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen, antwortete Lauterbach eindeutig, dass man mit der Wirksamkeit der aktuellen Regeln zufrieden sei. Allerdings kritisierte er ausdrücklich die Sonderwege einzelner Bundesländer, die sich dagegen entschieden haben 2G Plus umzusetzen. In Bayern gilt diese Regelung in der Gastronomie zum Beispiel nicht.

Sollten die Fallzahlen aber noch deutlich steigen und eine Überlastung der medizinischen Versorgung zu erwarten sein, müsse auch mit anderen Maßnahmen gegengesteuert werden. "An dem Punkt sind wir nicht." Noch könne man der Welle mit der neuen Omikron-Variante auch mit beschleunigten Auffrischimpfungen Herr werden. Nötig seien aber Kontrollen und flächendeckende Umsetzung bestehender Beschränkungen.

"Wir geben für Ungeimpfte viel auf": Lauterbach spricht sich deutlich für Impfpflicht aus

Auf die Frage nach einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland vertreten Wieler und Lauterbach eine eindeutige Meinung. Beide sprechen sich dafür aus. Vor allem Bundesgesundheitsminister Lauterbach findet deutliche Worte: "Wir geben für Ungeimpfte viel auf", sagte er. Da könne man auch erwarten, dass sich diese Menschen für das Allgemeinwohl impfen lassen. 

Wieler erklärte, er habe den Eindruck, dass die meisten bisher Ungeimpften ihre Haltung auch nicht mehr ändern werden. Mit einer Corona-Impfpflicht würde man mehr Impfungen vornehmen können. So könne man letztendlich Leben retten. Sollte das mit einer Impfpflicht passieren, wäre diese der richtige Weg. 

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